Darmbakterium, Roseburia

Darmbakterium Roseburia steigert Muskelkraft um fast 30 Prozent

20.03.2026 - 00:00:34 | boerse-global.de

Eine internationale Studie identifiziert ein spezifisches Darmbakterium als Schlüsselfaktor für die Muskelkraft im Alter und eröffnet neue Wege für probiotische Therapien.

Darmbakterium Roseburia steigert Muskelkraft um fast 30 Prozent - Foto: über boerse-global.de
Darmbakterium Roseburia steigert Muskelkraft um fast 30 Prozent - Foto: über boerse-global.de

Ein spezifisches Darmbakterium kann die Muskelkraft bei älteren Menschen um fast ein Drittel erhöhen. Das belegt eine internationale Studie, die diese Woche im Fachjournal Gut veröffentlicht wurde. Forscher der Universitäten Almería, Granada und des Leiden University Medical Centers (LUMC) identifizierten das Bakterium Roseburia inulinivorans als Schlüsselfaktor für die sogenannte Darm-Muskel-Achse.

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Ein Bakterium macht den Unterschied

Die Wissenschaftler analysierten Stuhlproben von 90 jungen und 33 älteren gesunden Probanden. Alle absolvierten umfangreiche Kraft- und Fitnesstests. Das Ergebnis ist eindeutig: Eine höhere Konzentration von Roseburia im Darm korreliert mit signifikant besserer Muskelkraft.

Besonders drastisch zeigte sich der Effekt bei den Senioren. Ältere Menschen mit nachweisbarem Bakterium hatten eine 29 Prozent höhere Handgriffkraft als Altersgenossen ohne den Mikroorganismus. Bei jungen Erwachsenen verband sich das Bakterium zudem mit einer besseren Ausdauerleistung.

Tierversuch bestätigt kausalen Zusammenhang

War das Bakterium wirklich die Ursache für den Kraftzuwachs? Um das zu prüfen, behandelten die Forscher Mäuse über acht Wochen mit dem Bakterienstamm. Der Versuch brachte den Beweis: Die Tiere mit Roseburia steigerten ihre Greifkraft in den Vorderbeinen um etwa 30 Prozent.

Auf zellulärer Ebene fanden die Forscher größere Muskelfasern und einen höheren Anteil an schnell zuckenden Typ-II-Fasern, die für Maximalkraft entscheidend sind. Das Bakterium scheint bestimmte Stoffwechselwege zu aktivieren, die für Energieproduktion und Muskelreparatur zuständig sind.

Warum verlieren wir das Bakterium im Alter?

Ein weiteres zentrales Ergebnis: Die Population des leistungsfördernden Bakteriums schwindet mit den Jahren. Bei jungen Erwachsenen machte es bis zu 6,6 Prozent des Mikrobioms aus, bei Senioren nur noch maximal 1,3 Prozent.

Dieser Rückgang fällt zeitlich mit dem Beginn der Sarkopenie zusammen – dem natürlichen, altersbedingten Muskelabbau. „Die abnehmende Besiedelung könnte ein wesentlicher Faktor für den körperlichen Verfall sein“, erklärt Borja Martínez Téllez von der Universität Almería. Die gezielte Wiederansiedlung wird so zu einem vielversprechenden Ansatz für die Altersmedizin.

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Paradigmenwechsel in der Muskelforschung

Bislang konzentrierte sich die Forschung zum Muskelerhalt auf Proteinzufuhr und Krafttraining. Die Studie erweitert dieses Bild nun um eine mikrobielle Komponente. Die Forscher schlossen aus, dass die Kraftunterschiede allein auf die Ernährung zurückgingen. Die Rolle des Darm-Mikrobioms scheint eigenständig und entscheidend.

„Wir haben einen soliden Nachweis, dass spezifische Mikroben den Muskelstoffwechsel positiv modulieren“, sagt Jonatan Ruiz, Professor an der Universität Granada. Die exakte Identifikation dieser Darm-Muskel-Achse eröffnet völlig neue Perspektiven.

Weg zu maßgeschneiderten Probiotika

Die Entdeckung hat weitreichende Folgen für die Gesundheitsbranche. Bisherige Probiotika zielen meist auf Verdauung oder Immunsystem ab. Nun rücken zielgruppenspezifische Präparate für Senioren und Sportler in greifbare Nähe.

Im Vergleich zu früheren, allgemeineren Studien liefert diese Arbeit einen konkreten Bakterienstamm und einen nachvollziehbaren Wirkmechanismus. Mediziner werten das als Schritt von der Beobachtung hin zu potenziellen Therapien. Ein Kraftzuwachs von 29 Prozent ist klinisch hochrelevant: Er kann über längere Selbstständigkeit und ein geringeres Sturzrisiko im Alter entscheiden.

Wann kommt die „Muskel-Pille“?

Die Forscherteams planen bereits die nächsten Schritte. Der Fokus liegt nun auf der Entwicklung oraler Probiotika auf Basis von Roseburia inulinivorans, die in klinischen Langzeitstudien getestet werden sollen.

Experten rechnen damit, dass erste Interventionsstudien am Menschen in naher Zukunft starten könnten. Bestätigen sich die Effekte, könnten mikrobiotische „Muskel-Pillen“ in den kommenden Jahren marktreif werden. Langfristig könnte die Pflege der Darm-Muskel-Achse dann genauso zum gesunden Altern gehören wie Krafttraining und proteinreiche Ernährung.

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