DAK-Studie: Social-Media-Sucht bei Jugendlichen steigt sprunghaft an
22.02.2026 - 21:18:49 | boerse-global.deMehr als ein Viertel der 10- bis 17-Jährigen zeigt ein riskantes oder krankhaftes Nutzungsverhalten. Das ist das alarmierende Ergebnis einer neuen Studie der DAK-Gesundheit. Die Krankenkasse schlägt gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) Alarm und befeuert die Debatte um digitales „Handy-Fasten“.
Jeder Vierte betroffen – Video-Konsum explodiert
Die Zahlen der Untersuchung sind dramatisch: 6,6 Prozent der Kinder und Jugendlichen gelten mittlerweile als süchtig nach sozialen Medien. Hochgerechnet sind das etwa 350.000 Betroffene. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 4,7 Prozent.
Besonders besorgniserregend ist der Trend bei Online-Videos. Die riskante Nutzung stieg hier innerhalb eines Jahres um rund 60 Prozent – von 13,4 auf 21,4 Prozent. Im Schnitt verbringen die 10- bis 17-Jährigen an Wochentagen 2,7 Stunden vor dem Bildschirm, am Wochenende sind es 3,3 Stunden. Als pathologisch gilt die Nutzung, wenn sie zu Kontrollverlust, Schulproblemen oder Schlafstörungen führt.
Ärzte fordern gesetzliche Regeln
Führende Medizinerverbände sehen die Politik in der Pflicht. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie (DGKJP) und der entsprechende Berufsverband (BKJPP) halten gesetzliche Regelungen zum Schutz junger Nutzer für überfällig.
„Die Verantwortung allein den Eltern zu überlassen, greift zu kurz“, so die Experten. Die Algorithmen der Plattformen seien auf Dauerkonsum ausgelegt und übten eine immense Anziehungskraft aus. Gundolf Berg, Vorsitzender des BKJPP, berichtet von zunehmenden Familienkonflikten und gravierenden Folgen wie Stress, Schlafproblemen und schulischem Leistungsabfall.
Auch der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte empfiehlt: Kinder unter zwölf Jahren sollten idealerweise kein eigenes internetfähiges Smartphone besitzen.
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Erfolgsmodell: Drei Wochen ohne Handy
Dass ein Verzicht wirkt, beweist ein Schulprojekt im österreichischen Gänserndorf. Dort verzichteten Schüler drei Wochen lang freiwillig auf ihre Smartphones. Die Ergebnisse waren beeindruckend: Das psychische Wohlbefinden stieg um 30 Prozent, depressive Symptome gingen im gleichen Maße zurück.
Der dreiwöchige Handy-Verzicht brachte einen größeren Erholungseffekt als zwei Wochen Schulferien. Bei einem Viertel der Jugendlichen reduzierte sich die tägliche Bildschirmzeit nachhaltig. Aufgrund des Erfolgs soll das Programm nun auf Österreich, Deutschland und Italien ausgeweitet werden.
Wächst der Druck zur digitalen Abstinenz?
Die Studienergebnisse fallen in eine Zeit, in der das Bewusstsein für digitale Balance wächst. „Digital Detox“ ist längst ein anerkannter Trend. Initiativen wie „Smarter Start“ plädieren für eine smartphonefreie Kindheit und unterstützen Eltern gegen den sozialen Gruppendruck.
Experten betonen die Vorbildfunktion der Eltern: Wer selbst ständig aufs Handy starrt, untergräbt jede Regel für die Kinder. Die Debatte bewegt sich weg vom pauschalen Verbot hin zu mehr Medienkompetenz und bewussten Offline-Zeiten.
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