Cybersicherheit, Paradigmenwechsel

Cybersicherheit: Deutsche Wirtschaft vor Paradigmenwechsel

14.02.2026 - 19:40:12

Neue Studie identifiziert Cyberangriffe als größtes Risiko für Industrienationen. Unternehmen müssen ihre Abwehr angesichts von KI, Quantencomputern und neuen EU-Gesetzen grundlegend überdenken.

Cyberangriffe sind zum größten Risiko für die G7-Staaten avanciert. Das zeigt eine neue Studie, die pünktlich zur Münchner Sicherheitskonferenz veröffentlicht wurde. Für deutsche Unternehmen bedeutet das: Sie müssen ihre Abwehrstrategien grundlegend überdenken.

Studie warnt vor strategischer Lücke

Die von PwC Strategy& vorgelegte „Global Cyber Benchmarking Study“ identifiziert drei zentrale Schwachstellen. Erstens klafft oft eine Lücke zwischen strategischer Planung und praktischer Umsetzung. Zweitens fehlt es an enger Zusammenarbeit zwischen Staat und Wirtschaft. Drittens sind Cybersicherheitsziele selten fest in nationale Strategien eingebettet. Auf der parallel stattfindenden Munich Cyber Security Conference (MCSC) wurde genau diese Public-Private-Partnership als Schlüssel für eine skalierbare Abwehr diskutiert.

Bedrohungen werden intelligenter und mächtiger

Die Dringlichkeit wird durch die rasant entwickelte Bedrohungslage untermauert. Kriminelle nutzen zunehmend künstliche Intelligenz (KI), um Angriffe zu verfeinern. Besonders gefährlich sind sogenannte Deepfakes, die täuschend echte Audio- oder Videoaufnahmen von Führungskräften imitieren, um Mitarbeiter zu betrügerischen Handlungen zu verleiten.

Gleichzeitig zeichnet sich am Horizont die nächste große Gefahr ab: das Quantencomputing. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt in einer aktuellen Richtlinie, dass heutige Verschlüsselungsverfahren durch künftige Quantencomputer gebrochen werden könnten. Die Umstellung auf quantensichere Kryptografie sei daher „alternativlos“.

Neue EU-Gesetze verschärfen den Druck massiv

Die Ära freiwilliger Cybersicherheitsmaßnahmen ist endgültig vorbei. Zwei neue EU-Regelwerke setzen Unternehmen unter Druck:
* NIS-2-Richtlinie: Sie ist in Deutschland bereits in Kraft und verschärft die Anforderungen für tausende Unternehmen erheblich. Erstmals haftet auch die Geschäftsführung persönlich. Zu den Pflichten gehören Risikoanalysen, Notfallpläne und die Absicherung der Lieferkette.
* Cyber Resilience Act (CRA): Ab 2026 treten erste Meldepflichten für Hersteller digitaler Produkte in Kraft. Ab Ende 2027 müssen diese dann Sicherheit „by Design“ über den gesamten Produktlebenszyklus gewährleisten.

Wie Unternehmen jetzt widerstandsfähig werden

Die Verletzlichkeit ist groß: Laut einer Bitkom-Umfrage könnten deutsche Firmen einen Internetausfall im Schnitt nur 20 Stunden kompensieren. Experten raten zu einem mehrschichtigen Ansatz:
1. Moderne Architekturen wie das Zero-Trust-Modell einführen, bei dem grundsätzlich keinem Nutzer oder Gerät vertraut wird.
2. Mitarbeiter kontinuierlich schulen, da der Mensch durch Social Engineering oft das schwächste Glied ist.
3. Notfallpläne und Backups etablieren, um nach einem Angriff schnell handlungsfähig zu sein.

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Sicherheit wird zur Chefaufgabe

Die Entwicklungen zeigen: Cybersicherheit ist zur zentralen Management-Herausforderung geworden. Die deutsche Regierung plant sogar, Sicherheitsbehörden offensive „Hack-Backs“ zu ermöglichen – ein Paradigmenwechsel.

Für Unternehmen bedeutet das, Sicherheit als fortlaufenden Prozess auf Vorstandsebene zu verankern. Die Einhaltung von Vorschriften, die Absicherung der Lieferkette und die Vorbereitung auf künftige Risiken wie Quantencomputing erfordern eine ganzheitliche Strategie, die weit über die IT-Abteilung hinausgeht.

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