Cyberfestung Bayern: Freistaat rüstet gegen neue Angriffswelle auf
10.02.2026 - 21:09:12Angesichts einer alarmierenden Zunahme professioneller Cyberangriffe auf deutsche Unternehmen seit Jahresbeginn verstärkt Bayern seine Abwehrmaßnahmen. Der Fokus liegt auf dem Schutz des wirtschaftlichen Rückgrats: der kleinen und mittleren Unternehmen.
Bedrohungslage 2026: KMU im Visier der Erpresser
Das neue Jahr begann mit einer besorgniserregenden Serie von Ransomware-Angriffen. Aktuelle Sicherheitsberichte zeigen: Gerade kleine und mittlere Betriebe werden immer häufiger zum Ziel. Die Zahl der bekannten Opfer von Cyber-Erpressung in Deutschland ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erheblich gestiegen. Experten analysieren eine zunehmende Professionalisierung der Täter. Diese nutzen arbeitsteilige Crime-as-a-Service-Modelle und setzen Künstliche Intelligenz ein, um ihre Attacken effizienter zu machen.
LSI als zentrale Säule der Landesabwehr
Als Reaktion darauf hat das Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (LSI) seine Aktivitäten deutlich intensiviert. Ein wichtiger Schritt war die Vertiefung der Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Ende Januar. Ziel ist es, Wissen zu bündeln und Abwehrmaßnahmen bundeslandübergreifend zu stärken. Parallel treibt das LSI den Schutz auf kommunaler Ebene voran. Mitte Januar wurde das 1.000. Siegel „Kommunale IT-Sicherheit“ verliehen – ein Meilenstein für den Schutz der Systeme bayerischer Gemeinden.
Angesichts der zunehmenden, immer professioneller werdenden Ransomware-Angriffe stehen besonders kleine und mittlere Unternehmen unter massivem Druck. Wenn Angreifer KI und Crime‑as‑a‑Service nutzen, reichen oft Standardmaßnahmen nicht mehr. Der kostenlose E‑Book-Guide „Cyber Security Awareness Trends“ richtet sich an Geschäftsführer und IT‑Verantwortliche und erklärt praxisnah, welche Sofortmaßnahmen, organisatorischen Checklisten und Schulungsprioritäten jetzt dringend nötig sind – inklusive Fallbeispielen aus deutschen KMU und konkreten Empfehlungen für Lieferketten. Jetzt kostenlosen Cyber-Security-Leitfaden herunterladen
Dachstrategie „Cyberfestung Bayern“ schützt Wirtschaft
Diese konkreten Maßnahmen sind Teil der übergeordneten Landesstrategie „Cyberfestung Bayern“. Sie soll die Widerstandsfähigkeit von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft erhöhen. Die Initiative bündelt Angebote – von Informationen über aktuelle Bedrohungen bis hin zu konkreten Werkzeugen wie IT-Sicherheits-Checklisten. Das LSI berät dabei staatliche Stellen, Kommunen und Betreiber kritischer Infrastrukturen. Das Ziel ist ein flächendeckendes Sicherheitsnetzwerk. Denn das Bewusstsein für Cybergefahren ist laut Berichten aus 2025 in Teilen der Unternehmen noch immer nicht ausreichend.
Wettlauf gegen die Professionalisierung der Angreifer
Die bayerischen Bemühungen sind eine direkte Antwort auf eine qualitative Veränderung der Bedrohung. Angriffe stammen heute oft von organisierten Gruppen, die wie Wirtschaftsunternehmen agieren. Der Einsatz von KI ermöglicht es ihnen, Schwachstellen schneller zu finden und Phishing-Kampagnen in neuer Qualität zu starten. Da KMU oft das schwächste Glied in komplexen Lieferketten sind, kann ein erfolgreicher Angriff auf einen Zulieferer ganze Produktionsabläufe lahmlegen. Der Schutz des Mittelstands ist daher ein entscheidender Faktor für die Stabilität des gesamten Wirtschaftsstandorts.
Ausblick: Innovation und enge Kooperation als Schlüssel
Beim IT-Sicherheitstag Bayern Anfang Februar in München wurden die Weichen für die Zukunft gestellt. Zentrale Themen waren innovative Ansätze im Risikomanagement und die Stärkung der digitalen Souveränität. Die engere Kooperation zwischen LSI und BSI soll dafür sorgen, dass bayerische Unternehmen schneller von nationalen Erkenntnissen profitieren. Die Konferenzimpulse sollen in neue Handlungsempfehlungen für Unternehmen münden. Der Kampf gegen Cyberkriminalität bleibt ein dynamischer Prozess, der von Behörden und Wirtschaft kontinuierliche Wachsamkeit und Anpassung erfordert.


