Cyberangriff auf Olympia-Infrastruktur vereitelt
06.02.2026 - 23:39:12Italienische Behörden haben am Vorabend der Olympischen Winterspiele eine großangelegte Cyberattacke russischer Hacker abgewehrt. Die Angriffe zielten auf digitale Systeme der Spiele und diplomatische Vertretungen.
Rom – Nur Stunden vor der Eröffnungsfeier der Winterspiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo ist es italienischen Cybersicherheitskräften gelungen, eine koordinierte Angriffswelle zu neutralisieren. Das teilte Außenminister Antonio Tajani am Mittwoch mit. Die Attacken eines prorussischen Hackerkollektivs richteten sich gegen rund 120 Websites, darunter offizielle Olympia-Portale und mehrere Außenstellen des Ministeriums.
Gezielte Attacke auf Spiele und Diplomatie
Die Angreifer der Gruppe „Noname057(16)“ bekannten sich auf Telegram zu den Attacken und begründeten sie mit Italiens Unterstützung für die Ukraine. Ihre Methode: Distributed Denial-of-Service (DDoS)-Angriffe, die Server mit Datenmüll überfluten sollen. Betroffen waren neben Olympia-Websites auch Hotels im Austragungsort Cortina sowie die italienische Botschaft in Washington und Konsulate in Paris, Sydney und Toronto.
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Trotz des koordinierten Vorgehens blieb der Schaden minimal. Nur eine Hotelwebsite war vorübergehend nicht erreichbar. „Die Bedrohung wurde antizipiert und effektiv neutralisiert“, so ein Regierungssprecher. Spezialisten der nationalen Cybersecurity-Agentur arbeiteten dabei mit Strafverfolgungsbehörden und den Spielorganisatoren zusammen.
Bewährungsprobe für Italiens digitale Abwehr
Die schnelle Eindämmung innerhalb weniger Stunden belegt Italiens massive Investitionen in digitale Sicherheit. Für die Olympischen Spiele hat das Land ohnehin ein umfassendes Sicherheitskonzept aufgelegt: Rund 6.000 Polizisten und fast 2.000 Soldaten schützen die Veranstaltungsorte von Mailand bis in die Dolomiten.
Diese physische Präsenz wird durch eine robuste Cyberabwehr ergänzt. Ein US-Sicherheitsexperte bestätigte, dass Netzwerke der Spiele täglich tausenden DDoS-Angriffen ausgesetzt seien. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) äußerte sich wie üblich nicht zu konkreten Sicherheitsfragen.
Politisches Kalkül statt technischer Meisterleistung
Sicherheitsanalysten sehen in solchen Attacken weniger technische Höchstleistungen als politische Störmanöver. Großereignisse wie Olympische Spiele bieten Hacktivisten eine ideale Bühne, um Aufmerksamkeit für ihre Narrative zu erzeugen. Der Hintergrund ist klar: Russland ist als Nation von den Spielen 2026 ausgeschlossen, nur einzelne neutrale Athleten dürfen antreten.
Dieses Muster ist nicht neu. Schon die Winterspiele 2018 in Pyeongchang wurden von Malware attackiert, und auch um die Sommerspiele 2024 in Paris rankten sich Desinformationskampagnen. Die jüngsten Angriffe bestätigen einen Trend: Geopolitische Konflikte werden zunehmend im Cyberraum ausgetragen.
Zwei Wochen im Ausnahmezustand
Mit der Eröffnungsfeier beginnt nun die heiße Phase. Experten rechnen damit, dass hacktivistische Gruppen ihre Versuche in den kommenden zwei Wochen fortsetzen werden. Die Aufgabe der Sicherheitsteams bleibt klar: Jede bösartige Aktivität muss im Keim erstickt werden, bevor sie Athleten, Zuschauer oder die weltweiten Übertragungen beeinträchtigt.
Der vereitelte Angriff war damit eine Generalprobe unter Realbedingungen. Sie zeigt, dass Italiens digitale Schutzschilde halten – genau dann, wenn die Augen der Welt auf das Land gerichtet sind.
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