Cyber- und KI-Risiken zwingen Unternehmen zum Umdenken
13.02.2026 - 23:24:12Cyberangriffe sind 2026 erneut die größte Geschäftsgefahr – doch künstliche Intelligenz drängt als neuer Risikofaktor auf Platz zwei. Diese doppelte Bedrohung erfordert einen radikalen Wandel im Risikomanagement.
Laut dem aktuellen Allianz Risk Barometer sehen 52 Prozent der deutschen Unternehmen Cybervorfälle als Hauptrisiko. Weltweit folgt auf Platz zwei bereits die künstliche Intelligenz (KI). Die Kombination aus etablierten digitalen Gefahren und neuen intelligenten Technologien zwingt Firmen zu dynamischeren Strategien im Exposure Management, um widerstandsfähig und compliant zu bleiben.
Cyberangriffe: Die Dauerkrise
Die Bedrohungslage bleibt dramatisch: Ransomware-Attacken, großflächige Datenlecks und IT-Ausfälle legen regelmäßig Unternehmen lahm. Die Angriffe zielen immer öfter auf Mitarbeiter – durch ausgeklügelte Phishing-Mails, Social Engineering und KI-gestützte Betrugsmaschen.
„Cybersicherheit ist längst keine reine IT-Aufgabe mehr“, betonen Experten. Statt punktueller Sicherheitschecks setzt die Branche zunehmend auf Continuous Threat Exposure Management (CTEM). Dieser kontinuierliche Prozess identifiziert, bewertet und schließt Sicherheitslücken im gesamten Unternehmen – eine essenzielle Maßnahme in Zeiten mobiler Arbeit und vernetzter Systeme.
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Agentic KI: Wenn Sprache zur Aktion wird
Während generative KI Texte oder Bilder erstellt, markiert „Agentic AI“ einen Paradigmenwechsel. Diese Systeme verfolgen eigenständig Ziele, planen mehrstufige Aktionen und nutzen externe Tools. Aus Sprache wird Handlung – und damit entstehen völlig neue Angriffsvektoren.
Bereits im Februar 2026 zeigten Sicherheitsvorfälle in jungen KI-Ökosystemen das Gefahrenpotenzial. Die Risiken reichen von der Manipulation der KI-Entdeckungsmechanismen über Supply-Chain-Gefahren durch Plugins bis zur sozialen Manipulation von Agenten für bösartige Aufgaben. Für Risikomanager bedeutet das: Sie benötigen neue Kontrollen und Governance-Modelle, die auf handlungsorientierte KI-Systeme zugeschnitten sind.
Der regulatorische Druck wächst
Verschärft wird die Lage durch eine Flut neuer EU-Regulierungen. 2026 treten die NIS2-Richtlinie zur Cybersicherheit und der Digital Operational Resilience Act (DORA) in volle Kraft. Beide verpflichten Unternehmen in zahlreichen Sektoren zu robusten Risikomanagementprozessen, strengen Meldepflichten und einer sicheren Lieferkette.
Zusammen mit der DSGVO und dem kommenden KI-Gesetz der EU entsteht ein dichtes Netz rechtlicher Verpflichtungen. Compliance wird zum Haupttreiber für verbessertes Risikomanagement. Datenschutz, Informationssicherheit und Corporate Governance müssen nun integriert gedacht werden – sonst drohen hohe Strafen und Reputationsverluste.
Die Lücke zwischen Wissen und Handeln
Die Trends machen reaktives, checklisten-basiertes Risikomanagement obsolet. Gefragt ist eine proaktive, integrierte und kontinuierliche Strategie. Zwar planen laut einer PwC-Studie 77 Prozent der deutschen Firmen, ihr Cyber-Budget zu erhöhen. Doch nur 15 Prozent investieren das Geld in vorbeugende Maßnahmen.
Um diese Lücke zu schließen, muss Risikomanagement im Kern der Unternehmensstrategie verankert werden – mit klarer Verantwortung im Top-Management. KI-gestützte Tools zur Echtzeit-Bedrohungserkennung und automatisierten Compliance-Überwachung können helfen, die bösartige Nutzung derselben Technologie zu bekämpfen. Das Ziel ist Cyber-Resilienz: die Fähigkeit, Bedrohungen vorherzusehen, ihnen standzuhalten und sich schnell zu erholen.
Ausblick: Integriertes Risikomanagement wird entscheidend
Für Geschäftsführer ist die Botschaft 2026 eindeutig: Risiko- und Exposure-Management müssen sich weiterentwickeln. Es geht nicht mehr nur um Abwehr, sondern um den Aufbau widerstandsfähiger Organisationen in einem Umfeld aus technologischer Disruption und regulatorischer Überwachung.
Unternehmen, die Cybergefahren, KI-Risiken und Compliance erfolgreich integrieren, schützen sich nicht nur. Sie bauen auch das Vertrauen auf, das für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit nötig ist. Wer Risiken dagegen als lästige Pflichtübung behandelt, riskiert finanzielle Verluste, regulatorische Strafen und einen nachhaltigen Vertrauensverlust bei Kunden und Partnern.
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