Cyber-Angriffe, Firmen

Cyber-Angriffe treffen 82 Prozent der großen britischen Firmen

17.02.2026 - 07:00:12

Eine britische Langzeitstudie zeigt, dass die Mehrheit großer Firmen Cyber-Angriffen ausgesetzt war. Phishing bleibt die häufigste Methode, und die Bedrohung wird als chronisches Betriebsrisiko eingestuft.

London. Vier von fünf großen Unternehmen in Großbritannien wurden im vergangenen Jahr Opfer von Cyber-Angriffen. Das zeigt die fünfte Welle der Langzeitstudie des Wissenschaftsministeriums, die heute veröffentlicht wurde. Die Zahlen sind ein Alarmsignal für die digitale Resilienz der Wirtschaft.

Die Cyber Security Longitudinal Survey (CSLS) verfolgt seit 2021 dieselben Organisationen und liefert so ein einzigartiges Bild der Entwicklung. Die aktuellen Daten, erhoben Mitte 2025, sind eindeutig: 82 Prozent der mittleren und großen Unternehmen sowie 77 Prozent der einkommensstarken Wohltätigkeitsorganisationen meldeten einen Vorfall. Für mehr als die Hälfte der Befragten sind Cyber-Bedrohungen damit ein chronisches Betriebsrisiko geworden.

Phishing bleibt Einstiegstor, große Konzerne im Fokus

Die Studie unterscheidet zwischen verschiedenen Angriffsarten. Phishing-Attacken sind nach wie vor die häufigste Methode. Größere Unternehmen sind jedoch signifikant häufiger von komplexeren und potenziell gefährlicheren Angriffen betroffen als mittelständische Firmen.

Was bedeutet das für die Sicherheitsstrategien? Die hohe Quote erfolgreicher Angriffe deutet trotz gestiegener Investitionen in IT-Sicherheit auf anhaltende Lücken hin. Die Langzeitdaten zeigen eine beunruhigende Persistenz: Bei 54 Prozent der Organisationen blieben Häufigkeit und Auswirkung der Vorfälle über die Jahre konstant hoch.

Die Studie untersucht, wie Unternehmen interne Prozesse, Risikomanagement und Incident-Response-Pläne umsetzen. Die qualitative Befragung von Entscheidungsträgern offenbart die praktischen Herausforderungen. Die zentrale Frage lautet: Reichen Standard-Maßnahmen noch aus, oder braucht es eine dynamischere, nachrichtendienstlich gestützte Sicherheitspostur?

Anzeige

Für Entscheidungsträger und IT‑Verantwortliche, die nach praktikablen Wegen zur Stärkung der Unternehmenssicherheit suchen, bietet ein kostenloses E‑Book konkrete Ansätze. Der Report „Cyber Security Awareness Trends“ fasst bewährte, kosteneffiziente Schutzmaßnahmen zusammen – von Anti‑Phishing-Prozessen bis zu proaktiver Bedrohungsjagd – und zeigt, wie Sie Sicherheitskultur und Abwehr ohne riesige Zusatzinvestitionen verbessern. Jetzt kostenloses Cyber-Security-E-Book herunterladen

Führungsebene in der Pflicht: Strategie gegen chronische Bedrohung

Ein Schwerpunkt der Studie liegt auf der Cyber-Risikostrategie in den Vorstandsetagen. Das Bild ist durchwachsen. Zwar wächst das Bewusstsein, und Regierungsrichtlinien des National Cyber Security Centre (NCSC) finden Verbreitung. Doch die Wirksamkeit scheint begrenzt.

Die Studie untersucht, wie Unternehmen interne Prozesse, Risikomanagement und Incident-Response-Pläne umsetzen. Die qualitative Befragung von Entscheidungsträgern offenbart die praktischen Herausforderungen. Die zentrale Frage lautet: Reichen Standard-Maßnahmen noch aus, oder braucht es eine dynamischere, nachrichtendienstlich gestützte Sicherheitspostur?

Regierung setzt auf Zusammenarbeit und neue Kampagnen

Für die britische Regierung sind die Ergebnisse Gradmesser für ihre Politik. Das Ministerium für Wissenschaft, Innovation und Technologie (DSIT) nutzt die Daten, um Initiativen zu bewerten und neue Unterstützungsangebote zu entwickeln. Parallel starten neue Kampagnen, die Unternehmen zum Handeln auffordern.

Das Ziel ist eine Kultur der geteilten Verantwortung. Nur durch enge Kooperation zwischen öffentlichem und privatem Sektor könne eine sichere digitale Wirtschaft entstehen, so die Überzeugung in London. Die Studie liefert hierfür die entscheidende Feedback-Schleife.

Ausblick: Kein Raum für Selbstzufriedenheit

Die Bedrohungslage ist dynamisch. Mit fortschreitender Digitalisierung werden Angriffsflächen größer und Methoden raffinierter. Die Studie wird fortgesetzt, um den Fortschritt zu messen und neue Trends früh zu erkennen.

Für Unternehmen heißt das: Grundhygiene ist notwendig, aber nicht mehr hinreichend. Kontinuierliche Risikobewertung, proaktive Bedrohungsjagd und erprobte Notfallpläne werden zum Standard werden müssen. Die britischen Daten sind auch eine Warnung für deutsche DAX-Konzerne und den Mittelstand: Cyber-Resilienz ist keine Projektaufgabe, sondern ein dauerhafter Führungsauftrag.

@ boerse-global.de

Hol dir den Wissensvorsprung der Profis. Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Trading-Empfehlungen – dreimal die Woche, direkt in dein Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr.
Jetzt anmelden.