Commerzbank: Orcel droht mit Pause
22.04.2026 - 02:15:19 | boerse-global.deAndrea Orcel hat die Messlatte höhergelegt. Entweder UniCredit bekommt die Kontrolle über die Commerzbank — oder der Konzern zieht sich zurück. Diese Ansage des UniCredit-Chefs vom Dienstag ist kein taktisches Rauschen. Sie zeigt, wie angespannt die Lage vor dem angekündigten Übernahmeangebot Anfang Mai wirklich ist.
Orcel setzt auf Alles oder Nichts
Im Interview mit Bloomberg TV war Orcel unmissverständlich: „Wenn wir keine Kontrolle erreichen, werden wir eine Pause einlegen und uns auf andere Themen konzentrieren." Das Übernahmeangebot über 35 Milliarden Euro soll den Commerzbank-Aktionären im kommenden Monat vorgelegt werden. Eine Anpassung des Angebots schloss er nicht aus — abhängig von der Annahmequote und der Transparenz der Commerzbank.
Bereits am Montag hatte UniCredit die Offensive verschärft. In einer 34-seitigen Präsentation bezeichnete die Mailänder Bank die Commerzbank als überbewertet und strategisch schwach. Das Ziel: rund 600 Millionen Euro zusätzlicher Nettogewinn für die Commerzbank bis 2028 durch den sogenannten „Unlocked"-Ansatz. Etwa 60 Prozent der geplanten Einsparungen sollen aus Bereichen außerhalb des Personalwesens kommen. Die restlichen 40 Prozent will UniCredit durch den Abbau von Führungspositionen und Bürokratie erzielen.
Frankfurt und Berlin halten dagegen
Die Commerzbank weist die „fortgesetzten, feindlichen Taktiken" zurück. Ihr Argument: Eine eigenständige Strategie schaffe mehr Wert. Das SPD-geführte Bundesfinanzministerium stellt sich ebenfalls klar dagegen. „Eine feindliche Übernahme wäre — insbesondere mit Blick auf eine systemrelevante Bank wie die Commerzbank — nicht akzeptabel", sagte ein Sprecher. Der Bund hält noch 12 Prozent an der Commerzbank.
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Betriebsratschef Sascha Uebel nennt das Vorgehen „geschäftsschädigend" und kritisiert, Orcel taktiere auf Kosten von Mittelstandskunden und Belegschaft.
Aktie nahe Jahreshoch, Hauptversammlung als nächste Weiche
Die Commerzbank-Aktie notiert bei 36,63 Euro — knapp drei Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch. Auf Jahressicht hat sich der Kurs um fast 60 Prozent verteuert, getragen von der Übernahmefantasie.
Auf der anstehenden Hauptversammlung in Wiesbaden stimmen Aktionäre über eine Dividende von 1,10 Euro je Aktie ab — nach 0,65 Euro im Vorjahr. Hinzu kommt eine Ermächtigung für weitere Aktienrückkäufe. Zusammen mit den bereits abgeschlossenen Rückkäufen von rund 1,5 Milliarden Euro gibt die Commerzbank für 2025 insgesamt rund 2,7 Milliarden Euro an ihre Aktionäre zurück.
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Der eigentliche Prüfstein kommt im Mai: Dann legt die Commerzbank ihre Q1-Zahlen vor und stellt ihre 2030-Strategie vor. Zeitgleich soll das formelle UniCredit-Angebot eingehen — vorbehaltlich der Freigaben durch EZB und EU-Kommission. Wie viele Aktionäre das Angebot annehmen, entscheidet darüber, ob Orcel seinen Plan weiterverfolgt oder tatsächlich abbricht.
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