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Colorado AI Act: US-Pioniergesetz startet verspätet

01.02.2026 - 00:42:11

Die Einführung des wegweisenden KI-Gesetzes in Colorado wurde um fünf Monate verschoben. Die Überarbeitung soll Bürokratie abbauen, schafft aber Planungsunsicherheit für Unternehmen.

Ein wegweisendes US-Gesetz zur KI-Regulierung ist nicht wie geplant in Kraft getreten. Die Verschiebung unterstreicht den globalen Kampf um ausgewogene Regeln für Künstliche Intelligenz.

Ursprünglich sollte der Colorado AI Act heute als erstes umfassendes KI-Gesetz der USA starten. Doch eine Entscheidung vom Spätsommer 2025 hat die Frist auf den 30. Juni 2026 verschoben. Der Aufschub gibt Unternehmen mehr Vorbereitungszeit, schafft aber auch erhebliche Unsicherheit über die endgültigen Vorschriften.

Politischer Druck führt zur Verschiebung

Die Fristverlängerung ist das Ergebnis massiver Kritik aus Politik und Wirtschaft. Bereits bei der Unterzeichnung im Mai 2024 hatte Gouverneur Jared Polis den „komplexen Compliance-Apparat“ moniert. Branchenverbände warnten, die strengen Auflagen könnten kleinere Unternehmen überfordern und Colorados Tech-Standort schwächen.

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Nach hitzigen Debatten in einer Sondersitzung im August 2025 einigte sich die Legislative auf eine fünfmonatige Verlängerung. Sie soll Zeit für eine grundlegende Überarbeitung des Gesetzes in der nächsten regulären Sitzungsperiode schaffen. Viele Unternehmen warten nun ab, bevor sie in teure Compliance-Maßnahmen investieren.

Diese Kernregeln stehen auf dem Prüfstand

Trotz der Verzögerung bleibt der Kern des Gesetzes erhalten. Es soll Verbraucher vor algorithmischer Diskriminierung durch Hochrisiko-KI-Systeme schützen. Betroffen sind Bereiche wie Personalwesen, Kreditvergabe und Gesundheitsversorgung.

Die Hauptpflichten richten sich an Entwickler und Anwender von KI:
* Sorgfaltspflicht: Schutz vor bekannten Risiken algorithmischer Diskriminierung
* Folgenabschätzungen: Regelmäßige Prüfung potenziell diskriminierender Auswirkungen
* Transparenz: Verbraucher müssen über KI-Entscheidungen informiert werden und haben ein Recht auf Erklärung

Genau diese Anforderungen sollen nun vereinfacht und präziser definiert werden, um den Bürokratieaufwand zu reduzieren.

Globale Signalwirkung: Ein „Colorado-Effekt“?

Colorado gilt trotz der Verzögerung weiter als Pionier. Der Colorado AI Act verfolgt einen risikobasierten Ansatz, ähnlich dem EU AI Act. Analysten spekulieren über einen möglichen „Colorado-Effekt“: Könnte der Bundesstaat Standards setzen, die andere Staaten oder sogar die US-Bundesregierung übernehmen?

Der Vergleich mit der EU zeigt Unterschiede. Während der EU-Ansatz breiter ist und strengere Anforderungen an KI-Anbieter stellt, konzentriert sich Colorado stärker auf die Pflichten der Anwender. Die laufende Überarbeitung wird international genau beobachtet – sie könnte den US-Weg in der KI-Regulierung vorzeichnen.

Was bedeutet das für die Wirtschaft?

Mit dem neuen Stichtag am 30. Juni 2026 richtet sich der Blick auf die kommende Legislaturperiode. Es werden substanzielle Änderungsvorschläge erwartet. Für in Colorado tätige Unternehmen – oder solche, deren KI-Systeme dort eingesetzt werden – beginnt eine Phase der Unsicherheit.

Rechtsexperten raten, die Entwicklung genau zu verfolgen. Die Verzögerung ist mehr als eine Terminverschiebung. Sie zeigt das Ringen um die richtige Balance zwischen Innovation und Verbraucherschutz in einer sich rasant entwickelnden Technologielandschaft. Die kommenden Monate werden zeigen, ob Colorado seine Vorreiterrolle behaupten kann.

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