Coinbase, Aktie

Coinbase Aktie: Goldman wird optimistisch

06.01.2026 - 18:27:32

Goldman Sachs stuft Coinbase auf 'Kaufen' hoch und sieht Chancen in der erweiterten Plattformstrategie, während das Unternehmen seine Expansion selektiv anpasst.

Coinbase will 2026 mehr sein als nur eine Krypto-Börse – und genau darauf springt nun auch Goldman Sachs auf. Eine frische Kaufempfehlung, das klare „Everything Exchange“-Ziel von CEO Brian Armstrong und ein gleichzeitiger Rückzug aus einem schwierigen Markt zeigen: Die Strategie wird schärfer, aber auch risikoreicher. Wie gut passt das neue Geschäftsmodell zur aktuellen Marktlage?

Goldman Sachs hebt auf “Buy” an

Goldman-Sachs-Analyst James Yaro hat Coinbase von „Neutral“ auf „Kaufen“ hochgestuft und das 12-Monats-Kursziel von 294 auf 303 US-Dollar angehoben. Ausgehend vom aktuellen Niveau sieht Goldman damit einen Aufwärtsspielraum von knapp 30 Prozent.

Die Investmentbank begründet den Schritt mit mehreren strukturellen Argumenten:

  • Breitere Erlösbasis: Abonnements und Serviceumsätze machen inzwischen rund 40 % des Gesamtumsatzes aus – 2020 waren es weniger als 5 %. Das reduziert die Abhängigkeit vom reinen Handelsvolumen.
  • Höheres Wachstumstempo: Goldman erwartet bis 2027 ein durchschnittliches Umsatzwachstum (CAGR) von 12 % pro Jahr, gegenüber rund 8 % bei Wettbewerbern.
  • Produktpalette wird ausgebaut: Neue Angebote in Brokerage, Banking, Vermögensverwaltung und Tokenisierung sollen die Wettbewerbsposition stärken.

Laut Yaro sorgen Marke und Größe von Coinbase für überdurchschnittliches Umsatzwachstum und Marktanteilsgewinne bei vergleichsweise günstigen Kundengewinnungskosten. Besonders das Subscription- und Servicegeschäft soll 2025 bis 2027 mit jährlich 13 % zulegen und damit die Ergebnisvolatilität dämpfen, während sich Krypto-Anwendungsfälle über das reine Trading hinaus verbreitern.

Parallel dazu senkte Goldman die Bewertung für den Wettbewerber eToro von „Kaufen“ auf „Neutral“ und kappte das Kursziel von 48 auf 39 US-Dollar – mit Verweis auf härteren Wettbewerb und steigende Kosten für die Neukundengewinnung.

Kursreaktion und Markteinordnung

Die Aktie schloss gestern bei 254,92 US-Dollar und liegt damit rund 29 % unter ihrem 52‑Wochen-Hoch, aber deutlich über dem Tief der vergangenen zwölf Monate. Auf Wochensicht steht ein zweistelliger prozentualer Zuwachs zu Buche, der die jüngste Erholung nach einem einjährigen Rückgang von etwa 8 % unterstreicht.

Technisch wirkt der Titel kurzfristig überkauft (RSI über 70), notiert aber klar über dem 50‑Tage-Durchschnitt. Das signalisiert: Der Markt preist die neue Zuversicht zunehmend ein, nachdem Coinbase über die vergangenen zwölf Monate hinter dem breiten US-Markt zurückgeblieben war.

Armstrongs „Everything Exchange“-Strategie

Rückenwind bekommt die Aktie auch von der offensiven Kommunikation des Managements. CEO Brian Armstrong bewarb am 6. Januar öffentlich die Möglichkeit, Coinbase-Aktien direkt über die eigene Plattform zu handeln. Mit dem Start des Aktienhandels für US-Kunden tritt Coinbase nun offensiv gegen etablierte Neo-Broker wie Robinhood an.

Armstrongs Botschaft: Nutzer sollen „alles an einem Ort“ handeln können – Millionen von Krypto-Assets, Aktien, Prognosemärkte und Perpetual Futures. Ergänzt wird das Ökosystem um Dienstleistungen wie Kredite, Kreditkarten und sofortige weltweite Geldtransfers.

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Ein Baustein dieser Strategie ist die Übernahme von The Clearing Company im Dezember 2025. Darüber treibt Coinbase den Aufbau von Prognosemärkten voran – ein Segment, das sich nahtlos in die Vision einer Plattform für digitale Vermögenswerte und Finanzprodukte einfügt und neue Gebührenerlöse abseits des klassischen Kryptohandels ermöglichen soll.

Rückzug in Argentinien als Korrektur

Während global expandiert wird, zieht Coinbase an anderer Stelle die Handbremse. Am Sonntag teilte das Unternehmen mit, peso-basierte Dienste in Argentinien zum 31. Januar 2026 auszusetzen. Ab diesem Datum können Nutzer keine USDC-Stablecoins mehr mit argentinischen Pesos kaufen oder verkaufen und auch keine Pesos mehr auf lokale Bankkonten auszahlen.

Coinbase spricht von einer „bewussten Pause“, nicht von einem vollständigen Rückzug. Das Unternehmen will das Angebot überarbeiten und zu einem späteren Zeitpunkt mit einem stärkeren Produkt zurückkehren. Wichtig: Krypto-zu-Krypto-Trades bleiben für argentinische Kunden weiterhin möglich.

Der Schritt erfolgt weniger als ein Jahr nach der formellen Markteintrittsgenehmigung durch die nationale Wertpapieraufsicht CNV, als Coinbase von einem potenziellen Markt mit mehreren Millionen täglichen Krypto-Nutzern sprach. Die Anpassung zeigt, dass das Management die Expansion selektiv justiert, statt um jeden Preis an frühen Marktexperimenten festzuhalten.

Ausblick: Chancen und Risiken 2026

Für 2026 sieht Goldman Sachs Coinbase an einem spannenden Punkt: Auf der einen Seite hohe Chancen durch Tokenisierung, Prognosemärkte und die Verbreiterung des Produktangebots, auf der anderen Seite klare Risiken wie verschärften Wettbewerb, Zinsabhängigkeit und regulatorische Unsicherheit.

Im Analystenkonsens überwiegt derzeit der Optimismus: Von 39 Empfehlungen lauten 64 % auf „Kaufen“, 31 % auf „Halten“ und 5 % auf „Verkaufen“. Der nächste Quartalsbericht wird zeigen müssen, ob das Wachstum im Bereich Abonnements und Services tatsächlich so robust ausfällt, wie Goldman und andere Optimisten unterstellen.

Zusätzlichen Rückenwind liefert der Kryptomarkt selbst: Bitcoin ist mit Kursen über 94.000 US-Dollar stark ins Jahr 2026 gestartet und schafft ein positives Umfeld für das Kerngeschäft im Handel. Gleichzeitig positioniert sich Coinbase mit klassischen Finanzprodukten und neuen digitalen Märkten so, dass Teile der Wachstumsstory auch dann tragen können, wenn die reine Krypto-Euphorie zwischenzeitlich nachlässt.

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