CLP-Verordnung: Chemie-Branche vor entscheidender Frist
08.02.2026 - 06:43:11Ab 1. Mai 2026 gilt die neue europäische Chemikalien-Klassifizierung verbindlich. Tausende Unternehmen müssen bis dahin ihre Produktdokumente anpassen – sonst drohen kostspielige Verstöße.
Die Uhr tickt für die chemische Industrie und ihre Kunden. In weniger als drei Monaten, am 1. Mai 2026, endet die Übergangsfrist für die 22. Anpassung an den technischen Fortschritt (ATP) der CLP-Verordnung. Diese EU-weite Aktualisierung bringt neue Gefahreneinstufungen für Dutzende Substanzen – von Industriechemikalien bis zu Duftstoffen. Betriebe müssen jetzt dringend ihre Sicherheitsdatenblätter und Etiketten überprüfen, um rechtzeitig konform zu sein.
Viele Unternehmen unterschätzen den Aufwand der 22. ATP – fehlerhafte Sicherheitsdatenblätter und Etiketten können zu Bußgeldern und Lieferstopps führen. Der kostenlose CLP‑Umsetzungsleitfaden fasst kompakt zusammen, welche Stoffe geprüft werden müssen, wie H‑ und P‑Sätze sowie Gefahrenpiktogramme anzupassen sind und welche Fristen gelten. Praktische Checklisten und sofort umsetzbare Arbeitsschritte helfen Produktverantwortlichen und Sicherheitsbeauftragten, die Compliance schnell umzusetzen. Jetzt kostenlosen CLP-Umsetzungsleitfaden herunterladen
Was die 22. ATP konkret ändert
Die als Delegierte Verordnung (EU) 2024/2564 veröffentlichte Aktualisierung ändert den Anhang VI der CLP-Verordnung grundlegend. Im Kern führt sie 27 neue harmonisierte Einstufungen ein, ändert 16 bestehende Einträge und streicht sieben bisherige Klassifizierungen. Basis sind Neubewertungen durch den Risikobewertungsausschuss der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA).
Die freiwillige Anwendung der neuen Regeln war bereits seit Oktober 2024 möglich. Ab Mai wird sie zur gesetzlichen Pflicht. Unternehmen, die betroffene Stoffe herstellen, importieren oder in Gemischen verwenden, müssen die Konformität ihrer Produkte jetzt sicherstellen.
Diese Stoffe sind betroffen
Die Liste der betroffenen Substanzen ist lang und vielfältig. Zu den prominentesten Änderungen gehören:
- n-Hexan, Formaldehyd und Ameisensäure – weitverbreitete Industriechemikalien mit geänderter Risikobewertung
- Glyphosat – das umstrittene Pflanzenschutzmittel erhält eine aktualisierte Einstufung
- Hexylsalicylat – ein häufiger Duftstoff in Kosmetik und Reinigungsmitteln, nun erstmals harmonisiert eingestuft
- Silber – mit neuer, differenzierter Klassifizierung nach Partikelgröße (massiv, Pulver, Nanoform)
Besonders die neue Nano-Einstufung für Silber zeigt den Trend: Die Regulierung reagiert auf neuere Technologien und wissenschaftliche Erkenntnisse. Weitere neue Einträge betreffen spezifische Kupferformen und Duftstoff-Komponenten wie 2,4-Dimethylcyclohex-3-en-1-carbaldehyd.
Dringender Handlungsbedarf für Unternehmen
Was bedeutet das praktisch für deutsche Betriebe? Der erste Schritt ist eine gründliche Portfolio-Prüfung. Welche verwendeten Stoffe oder Gemische sind von den Neu- oder Umstufungen betroffen? Diese Analyse erfordert einen detaillierten Abgleich mit dem aktualisierten CLP-Anhang VI.
Anschließend müssen Sicherheitsdatenblätter und Etiketten überarbeitet werden. Das betrifft Gefahrenpiktogramme, Signalwörter sowie die H- und P-Sätze (Gefahren- und Sicherheitshinweise). Diese Anpassungen müssen entlang der gesamten Lieferkette kommuniziert werden – bis hin zum Endkunden.
Eine proaktive Planung ist entscheidend. Wer die Frist verpasst, riskiert nicht nur Bußgelder, sondern auch Lieferengpässe durch nicht konforme Produkte. Die Compliance-Umsetzung wird für viele Mittelständler zur logistischen und administrativen Herausforderung.
Immer schnellerer Regulierungszyklus
Die 22. ATP ist kein Einzelfall, sondern Teil eines beschleunigten Anpassungsprozesses. Während sich die Industrie auf die Mai-Frist konzentriert, laufen in Brüssel bereits die nächsten Vorbereitungen.
Geplant sind unter anderem neue Gefahrenklassen für endokrine Disruptoren sowie für persistente, bioakkumulierbare und toxische (PBT) Stoffe. Für Unternehmen bedeutet das: Compliance-Management wird zum Dauerprozess. Flexible, gut aufgestellte Systeme sind kein Luxus mehr, sondern überlebenswichtig.
Die Einhaltung der Vorschriften ist mehr als eine gesetzliche Pflicht. In einer sensiblen Branche wie der Chemie-Industrie ist sie ein zentraler Baustein für Produktsicherheit und Verbrauchervertrauen. Die Uhr tickt für alle.
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