Circus SE Aktie: Alles auf den 28. März
19.03.2026 - 00:39:37 | boerse-global.deEinem Umsatz von 0,25 Millionen Euro im Jahr 2025 stellt Circus SE eine Prognose von 44 bis 55 Millionen Euro für 2026 gegenüber. Dieser Sprung ist gewaltig — und der Münchner Anlegertag am 28. März wird zeigen, ob er auf einem belastbaren Fundament steht.
Drei Partnerschaften müssen liefern
Den Umsatzplan trägt im Wesentlichen die Umwandlung von Pilotprojekten in zahlungswirksame Verträge. Konkret laufen derzeit drei operative Engagements: Die Bundeswehr nutzt den Kochroboter CA-1 in Kasernen, die ukrainischen Streitkräfte haben ein Abkommen über bis zu 25 Systeme unterzeichnet, und REWE testet das Konzept seit der Eröffnung eines „Fresh & Smart"-Markts in Düsseldorf-Heerdt über acht Monate. Für den Sommer 2026 ist zudem der Einsatz in der Mercedes-Benz-Werkkantine in Sindelfingen geplant.
Auf dem Papier klingt die Pipeline solide. Allerdings stehen hinter diesen Projekten bislang überwiegend Pilotphasen und Absichtserklärungen — keine festen Lieferverträge. Genau hier liegt der Kern des Investoreninteresses am 28. März.
Vorbestellungen allein reichen nicht
Circus verweist auf über 8.000 Vorbestellungen mit einem theoretischen Umsatzpotenzial von mehr als 1,6 Milliarden Euro. Bisher haben sich diese Bestellungen kaum in tatsächliche Zahlungsflüsse verwandelt. Auf der Produktionsseite ist die Basis zumindest gesetzt: Mit dem Auftragsfertiger Celestica wurde die Industrialisierung des CA-1 abgeschlossen, die Kapazitäten sind auf eine vierstellige Stückzahl ausgelegt. Ein gemeinsames Leasingmodell mit MMV Leasing, einer LBBW-Tochter, soll zudem die hohen Anschaffungskosten für Kunden in planbare Betriebsausgaben umwandeln.
Die Finanzierungsseite ist zunächst gesichert: Ende 2025 flossen rund 30 Millionen Euro von institutionellen Investoren. Beim EBITDA plant das Unternehmen für 2026 einen Verlust von 6 bis 8 Millionen Euro — für eine frühe Skalierungsphase keine ungewöhnliche Größenordnung.
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Kurs spiegelt die Skepsis
Der Markt bewertet die Situation bislang skeptisch. Mit einem Minus von mehr als 71 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten notiert die Aktie bei rund 6,56 Euro — und damit mehr als 51 Prozent unterhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 22,80 Euro, das genau ein Jahr zuvor erreicht wurde, verdeutlicht das Ausmaß des Vertrauensverlusts.
Am 28. März muss das Management in der Münchner Motorworld konkrete Auslieferungspläne vorlegen und belegen, dass Partner wie REWE und Mercedes bereit sind, von der Pilotphase zu verbindlichen Kaufverträgen überzugehen. Liefert die Präsentation diese Substanz, erhält die Umsatzprognose für 2026 erstmals ein greifbares Fundament. Bleibt sie vage, dürfte der Verkaufsdruck auf den Titel anhalten.
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