Circle startet USDC-Bridge mit 600 Millionen Euro Startvolumen
19.04.2026 - 01:00:22 | boerse-global.deDie neue Plattform soll den Transfer des digitalen Dollars USDC vereinfachen und sicherer machen – und verzeichnete am ersten Tag bereits ein Volumen von über 600 Millionen Euro.
Ein Brücke für alle Blockchains
Am Freitag, dem 17. April 2026, ging die offizielle USDC Bridge von Circle live. Sie markiert einen strategischen Schritt des Unternehmens, die Bewegung seines digitalen Dollars über verschiedene Blockchain-Netzwerke hinweg zu standardisieren. Nutzer können nun natives USDC direkt zwischen unterstützten Blockchains verschieben – ohne auf umständliche „gewrappte“ Token oder Drittanbieter angewiesen zu sein. Kern der Technologie ist das Cross-Chain Transfer Protocol (CCTP) Version 2, das auf einem „Burn-and-Mint“-Prozess basiert. Dabei wird das USDC in der Ursprungs-Blockchain vernichtet und nach Bestätigung in der Ziel-Blockchain neu geprägt. Das eliminiert Fragmente von Liquidität und reduziert Sicherheitsrisiken.
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Die neue Benutzeroberfläche unterstützt zum Start eine Reihe Ethereum-kompatibler Netzwerke wie Ethereum, Arbitrum und Polygon. Komplexere Transaktionen auf Non-EVM-Chains wie Solana sind vorerst ausgenommen, sollen aber folgen. Ein besonderes Feature: Die Bridge übernimmt automatisch die Gas-Gebühren in der Ziel-Blockchain, ein häufiges Hindernis für Nutzer. Innerhalb der ersten 24 Stunden flossen bereits rund 602,5 Millionen Euro über die neue Brücke – ein klares Signal für die hohe Nachfrage nach nahtloser Interoperabilität.
Infrastruktur-Offensive im „Stablecoin-Krieg“
Die Bridge ist Teil einer umfassenden Infrastruktur-Offensive von Circle. Erst am 15. April stellte das Unternehmen ein neues „Pay-First“-Abrechnungsmodell vor. Es erlaubt Plattformen, Massenauszahlungen an lokale „Fulfiller“ zu delegieren, die das USDC bereits vorhalten. Das entlastet Unternehmen von hunderten einzelnen Cross-Chain-Transaktionen täglich. Die Gebühren für diesen Service liegen je nach Volumen und Geschwindigkeit zwischen 3 und 12 Basispunkten.
Hinter den technischen Updates steht ein fundamentaler Wettstreit. Der „Stablecoin-Krieg“ wird immer weniger über die reine Geldmenge, sondern zunehmend über die Qualität der Abrechnungs-Infrastruktur entschieden. Hier punktet Circle aktuell: Im ersten Quartal 2026 dominierte USDC mit einem bereinigten Transaktionsvolumen von etwa 2,2 Billionen Euro (64% Marktanteil) klar vor dem Konkurrenten Tether (USDT) mit 1,3 Billionen Euro. Bemerkenswert ist dies, weil Tether mit einer Marktkapitalisierung von rund 184 Milliarden Euro deutlich größer ist als USDC mit 79 Milliarden.
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Juristische Schatten und Marktverschiebungen
Doch die technischen Erfolge werden von juristischen Herausforderungen überschattet. Am 14. April reichte ein Investor eine Sammelklage gegen Circle vor einem US-Bundesgericht ein. Der Vorwurf: Das Unternehmen habe es versäumt, nach einem Hack des Solana-basierten Drift Protocols am 1. April etwa 230 Millionen Euro an gestohlenem USDC einzufrieren, als diese über CCTP transferiert wurden. Circle verteidigt seine Haltung: Man friere Assets nur auf rechtliche Anordnung ein, nicht eigenmächtig. Ein unilateraler Eingriff könne das Unternehmen neuen Haftungsrisiken aussetzen.
Parallel dazu verliert USDC auf der Solana-Blockchain an Boden. Sein Marktanteil sank bis Mitte April auf etwa 55%, nachdem er Anfang 2025 noch bei 80% lag. Viele DeFi-Plattformen wechselten nach dem Drift-Hack aus Sicherheitsbedenken zu Tether (USDT), das seine Präsenz auf Solana deutlich ausbaute.
Finanzielle Stärke und Zukunftspläne
Trotz der Rückschläge steht Circle finanziell auf solidem Boden. Seit seinem Börsengang an der NYSE (Ticker: CRCL) wächst das Unternehmen. Im Geschäftsjahr 2025 stieg der Gesamtertrag um 64% auf 2,7 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA legte sogar um 104% auf 582 Millionen Euro zu. Ein Nettoverlust von 70 Millionen Euro ging vor allem auf Börseneffekte zurück.
Neben Zinserträgen aus den Reservefonds diversifiziert Circle sein Geschäft mit Services wie dem Circle Payments Network und der Unternehmens-Blockchain Arc. Deren Testnetz verarbeitete im Februar durchschnittlich 2,3 Millionen Transaktionen täglich. Analysten von Mizuho Securities sehen das Potenzial und hoben ihr Kursziel für Circle-Aktien auf 120 Dollar an.
Der Blick geht nun nach vorne. Ab dem 31. Juli 2026 wird die alte CCTP-Version abgeschaltet, eine Migration auf V2 ist dann zwingend. Circle will USDC als programmierbare Abrechnungsschicht etablieren, nicht nur als Wertaufbewahrungsmittel. Mit CCTP als Grundbaustein für Entwickler und der nutzerfreundlichen Bridge als Frontend zielt das Unternehmen auf einen größeren Anteil am geschätzten monatlichen Cross-Chain-Volumen von 20 Milliarden Euro ab. Der weitere Erfolg hängt jedoch auch davon ab, wie Circle die laufenden Rechtsstreitigkeiten meistert und seinen Ruf für regulatorische Compliance bewahrt.
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