Chinas, Roboter-Revolution

Chinas Roboter-Revolution: Über 140 Hersteller drängen auf den Weltmarkt

26.01.2026 - 03:17:12

Chinas Roboterindustrie wächst rasant, angetrieben von staatlicher Strategie und Serienfertigung. Das Land führt bei globalen Auslieferungen, sieht sich aber weiterhin technischen und kommerziellen Herausforderungen gegenüber.

Chinas humanoide Roboterindustrie wächst explosionsartig und stellt mit über 140 Herstellern die globale Konkurrenz in den Schatten. Diese industrielle Offensive wird von einer massiven staatlichen Strategie getragen und markiert den Übergang von der Forschung zur Serienproduktion.

Die Zahlen sind beeindruckend: Wie Vize-Industrieminister Zhang Yunming vergangene Woche bestätigte, entwickelten mehr als 140 chinesische Firmen im Jahr 2025 über 330 verschiedene Robotermodelle. Diese Expansion ist kein Zufall, sondern Ergebnis einer gezielten nationalen Industriestrategie. Das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) legte kürzlich einen neuen Fünfjahresplan vor, der humanoide Roboter, Künstliche Intelligenz und 6G-Mobilfunk in den Fokus rückt.

Vom Staatsplan zur Fließbandproduktion

Der Plan zielt auf Standardisierung, besonders bei der „verkörperten Intelligenz“ – der Verschmelzung von KI mit physischer Interaktion. Zur Förderung der Innovation setzt die Regierung auf Open-Source-Plattformen und einen nationalen KI-Investitionsfonds. Diese Unterstützung schafft ein Ökosystem, in dem nun Dutzende Unternehmen um die Marktführung konkurrieren.

Ein Meilenstein dieser Industrialisierung fiel auf Sonntag, den 25. Januar: Der Zulieferer EYOU Robot Technology startete eine vollautomatisierte Produktionslinie für Roboter-Gelenke. Diese Komponenten machen bis zur Hälfte der Gesamtkosten aus. Die neue Linie hat eine anfängliche Kapazität von 100.000 Einheiten pro Jahr. Dieser Schritt von der „Werkstatt“ zur Präzisions-Fertigung senkt die Kosten drastisch und ebnet den Weg für den Masseneinsatz.

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Chinesische Firmen führen beim weltweiten Absatz

Die Strategie zeigt bereits konkrete Markterfolge. Laut einem IDC-Report vom 24. Januar schnellten die weltweiten Auslieferungen humanoider Roboter 2025 auf etwa 18.000 Einheiten – ein Plus von 508 Prozent. Der Umsatz lag bei rund 440 Millionen Euro.

Die Spitze beherrschen chinesische Anbieter: AgiBot führte 2025 die globale Auslieferungsstatistik an. Der Konkurrent Unitree Robotics meldete über 5.500 ausgelieferte Einheiten. Die Hauptanwendungen lagen 2025 in Unterhaltung, Forschung und industrieller Fertigung. Die Daten belegen: Chinas Hersteller sind nicht nur zahlreich, sondern auch produktiver als viele internationale Wettbewerber.

Globale Konkurrenz und realistische Hürden

Chinas Aufholjagd findet in einem harten globalen Rennen statt. Im Westen treibt Tesla seinen Roboter Optimus voran. Firmenchef Elon Musk erklärte am 23. Januar in Davos, dass die Roboter bereits einfache Fabrikaufgaben übernehmen und bis Ende 2026 komplexere Tätigkeiten lernen sollen.

Doch Analysten mahnen zur Vorsicht. Eine Gartner-Studie vom 21. Januar prophezeit, dass bis 2028 weltweit weniger als 20 Unternehmen humanoide Roboter erfolgreich in die Serienproduktion für Fertigung und Logistik bringen werden. Als Haupthindernisse gelten technische Limits bei Geschicklichkeit und Intelligenz, hohe Investitionskosten und die komplexe Integration in bestehende Systeme. China führt zwar bei der Stückzahl, der Weg zum flächendeckenden Praxiseinsatz bleibt aber für alle Akteure steinig.

Die Zukunft: Der Fokus verschiebt sich von der Menge zur Qualität

Die nächste Phase für Chinas Roboterindustrie wird entscheidend sein. Es geht nicht mehr um spektakuläre Demo-Modelle, sondern um echten kommerziellen Nutzen und Skalierung. Der staatliche Fünfjahresplan mit seinem Fokus auf Standards und Kooperation soll genau diesen Übergang beschleunigen.

Mit einer kompletten Lieferkette, staatlicher Rückendeckung und einem riesigen Ökosystem hat sich die Industrie aus der Kindheit entwickelt. Jetzt muss sie die Fähigkeiten der Roboter durch fortschrittliche KI verfeinern, die Kosten weiter senken und die wertvollsten Anwendungsfelder finden. China hat sich eine dominante Position im Produktionswettlauf gesichert. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob es diesen industriellen Vorsprung in einen generationenprägenden technologischen und wirtschaftlichen Vorteil ummünzen kann.

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