China verschärft Exportregeln für Stahl und Elektroautos
15.01.2026 - 23:46:12Peking setzt auf strategische Handelspolitik: Seit Jahresbeginn müssen Exporte von Elektrofahrzeugen und Hunderten Stahlprodukten lizenziert werden. Die Maßnahmen treffen auch deutsche Konzerne und könnten globale Lieferketten verändern.
Lizenzpflicht für fast gesamte Stahlwertschöpfungskette
Die neuen Regeln, bekanntgegeben vom Handelsministerium und der Zollverwaltung, erfassen rund 300 Produkte. Betroffen ist nahezu die gesamte Produktionskette – von Roheisen und Ferrolegierungen bis zu Fertigwaren wie Rohren und Schienen. Für eine Exportgenehmigung müssen Unternehmen nun Verträge und Qualitätszertifikate vorlegen.
Offiziell will China damit Handelskonflikte entschärfen und die Exportqualität steigern. Doch das Lizenzsystem gibt Peking einen direkten Hebel, um die weltweiten Stahlmengen und damit auch die Preise zu beeinflussen. Angesichts schwacher Binnennachfrage bei Rekordproduktion ist das ein machtvolles Instrument. Bereits früher nutzte die Regierung Steueranpassungen, um den Export unattraktiver zu machen.
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Elektroauto-Exporte unter staatliche Aufsicht
Parallel gilt die Lizenzpflicht nun auch für reine Elektrofahrzeuge. Peking begründet dies mit der „gesunden Entwicklung“ des Handels. Ein Hauptziel ist die Unterbindung von Graumarkt-Exporten. Bislang wurden oft für den subventionierten Inlandsmarkt bestimmte Autos inoffiziell ins Ausland verkauft. Das führte zu Problemen wie fehlenden Software-Updates und schädigte das Image chinesischer Marken.
Die Regelung stellt Elektroautos nun gleich mit Verbrennern und Hybriden. Nur Hersteller oder autorisierte Händler dürfen exportieren. Das trifft nicht nur chinesische Start-ups, sondern auch internationale Konzerne wie Tesla, BMW und Volkswagen, die in China für den Weltmarkt – auch für Europa – produzieren.
Geopolitische Ziele hinter den Kontrollen
Die Maßnahmen sind Teil einer klaren Strategie. China nutzt Exportkontrollen zunehmend als Werkzeug, um nationale Interessen durchzusetzen und seine Position in globalen Lieferketten zu festigen. Ähnliche Beschränkungen gab es bereits für Seltene Erden, Gallium und Germanium.
Im Stahlsektor soll die Überkapazität gelenkt und der Umbau zu grünerer Produktion forciert werden. Bei Elektroautos geht es um den Schutz der Marken und die Unterbindung eines Tricks: Bislang wurden Überproduktionen oft als „Gebrauchtwagen“ deklariert und so exportiert. Die neuen Lizenzen geben Peking die Macht, selektiv zu steuern, wer was und wohin liefern darf – ein bedeutender geopolitischer Hebel.
Folgen für Deutschland und Europa
Die Auswirkungen auf die deutsche Industrie sind vielfältig. Die EU ist ein wichtiger Abnehmer für chinesischen Stahl und in China gefertigte E-Autos. Die Lizenzpflicht könnte zu Lieferverzögerungen und Engpässen führen.
Besonders betroffen sind kleinere Automarken, die über freie Importeure in Europa vertrieben werden. Sie könnten Schwierigkeiten bekommen, Genehmigungen zu erhalten. Auch große Konzerne profitieren nicht von der neuen Unsicherheit, haben aber etablierte Strukturen.
Für die Stahlindustrie bedeutet die Regelung eine größere Abhängigkeit von Pekings politischen Entscheidungen. Zwar sind viele Endprodukte wie Verbindungselemente ausgenommen, doch die Kontrolle über Vorprodukte bleibt ein kritischer Faktor.
Handelspolitik als Machtinstrument
Die Exportlizenzen markieren eine neue Phase. Unternehmen müssen ihre Lieferketten überprüfen und Partner auf die Einhaltung der Vorschriften verpflichten. Die Entwicklung zeigt einen globalen Trend: Handelspolitik wird immer offener als Instrument für Sicherheits- und Wirtschaftsinteressen eingesetzt.
Es wird erwartet, dass China die Lizenzvergabe eng überwacht und gezielt zur Steuerung der Handelsströme nutzt. Die langfristigen Auswirkungen auf Preise, Verfügbarkeit und die globale Industrielandschaft bleiben abzuwarten. Eines ist jedoch klar: Die Regeln aus Peking werden die Spielregeln des Welthandels mitbestimmen.
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