Check Point kauft Cyata: KI-Sicherheit im Umbruch
13.02.2026 - 14:53:12KI-Agenten werden zur neuen Achillesferse für die Cybersicherheit. Diese Woche zeigt eine Großübernahme und ein alarmierender Branchenbericht, wie schlecht Unternehmen auf diese Bedrohung vorbereitet sind.
Am Donnerstag gab der israelische Sicherheitsgigant Check Point Software Technologies die Übernahme des Start-ups Cyata bekannt. Das Ziel: Die Sicherheitslösungen für die wachsende Armee autonomer KI-Agenten in Unternehmen auszubauen. Diese digitalen Arbeiter, die sensible Aufgaben übernehmen, gelten als neue, kaum überwachte Angriffsfläche.
„Die schnelle Einführung von KI verändert, wie Arbeit erledigt und wie Angriffe ausgeführt werden“, erklärt Roi Karo, Chief Strategy Officer von Check Point. Die Integration von Cyatas Technologie soll es Sicherheitsteams ermöglichen, autonome Agenten zu entdecken, zu verstehen und zu kontrollieren. Es geht darum, den gesamten KI-Stack – Modelle, Daten, Infrastruktur – zu schützen.
Verifikationskrise: Warum mehr Tools nicht mehr Sicherheit bringen
Während Anbieter wie Check Point auf KI-Lösungen setzen, offenbart ein Branchenreport fundamentale Schwächen. Das Cybersecurity-Unternehmen Hadrian warnte am Mittwoch vor einer „Verifikationskrise“. Demnach haben 70 Prozent der Organisationen Probleme, mit der Flut an Sicherheitslücken Schritt zu halten.
Die Kernaussage: Teams sehen mehr Bedrohungen denn je, können aber nicht zwischen theoretischen Schwachstellen und echten, ausnutzbaren Risiken unterscheiden. Laut Hadrian sind 95 Prozent der Sicherheitsverantwortlichen unzufrieden damit, Prioritäten nach realem Risiko zu setzen. Nur jedes dritte Unternehmen misst überhaupt, ob seine Maßnahmen das ausnutzbare Risiko langfristig senken.
Die Folge? Kritische Lücken bleiben oft über vier Monate ungepatcht, weil Teams von ungeprüften Alarmen überflutet werden. „Die Besessenheit mit dem Entdecken und Zählen von Assets hat einen Berg an Arbeit geschaffen, unter dem die wirklich kritischen Probleme begraben bleiben“, so die Analyse.
Die von Hadrian beschriebene Verifikationskrise trifft viele Unternehmen – und die Verbreitung autonomer KI‑Agenten verschärft das Problem. Ein kostenloses E‑Book zu Cyber Security Awareness Trends erklärt aktuelle Bedrohungen, neue Regeln (inkl. KI‑Compliance) und praxisnahe Schutzmaßnahmen, damit IT‑Verantwortliche Risiken richtig priorisieren und gezielt schließen können. Jetzt kostenloses Cyber‑Security‑E‑Book herunterladen
Regulierungsdruck treibt Milliardenmarkt
Der Druck für besseres Risikomanagement wächst auch von Seiten der Aufseher. Die Bank von Mexiko schloss diese Woche eine Konsultation zur Aktualisierung von IT-Sicherheitsvorschriften für Geschäftsbanken ab. Es ist Teil eines globalen Trends: Regulierer fordern zunehmend präventive Rahmenwerke statt reaktiver Aufsicht.
Dieser Druck heizt einen boomenden Markt an. Analysen von Straits Research prognostizieren, dass der globale Markt für Exposure Management bis 2033 auf rund 23,26 Milliarden Euro anwachsen wird. Das entspricht einer jährlichen Wachstumsrate von 27,9 Prozent. Treiber sind KI-gestützte Tools, die die mühsame Priorisierung von Risiken automatisieren sollen – genau jenen Schritt, an dem menschliche Teams heute scheitern.
KI als Retter in der eigenen Krise?
Die Ereignisse der Woche markieren einen Wendepunkt für Continuous Threat Exposure Management (CTEM). Das von Gartner geprägte Konzept wird vom theoretischen Rahmen zur operativen Notwendigkeit. Der Kontrast zwischen Check Points Zukunftsinvestment und Hadrians Diagnose aktueller Versäumnisse zeigt die wachsende Kluft zwischen den „Cyber-Haves“ und „Have-Nots“.
Die Branche setzt nun ausgerechnet auf KI, um die von ihr mitverursachte Informationsflut zu bändigen. Die Integration in Plattformen wie der von Check Point verspricht, den Verifikationsschritt zu automatisieren. Also zu bestätigen, ob eine Lücke in der spezifischen IT-Umgebung überhaupt ausgenutzt werden kann. Das würde das Rauschen reduzieren, das heute viele Security Operations Centers lähmt.
Für das Jahr 2026 prognostizieren Experten eine Welle weiterer Übernahmen. Große Plattform-Anbieter werden Nischen-Start-ups kaufen, die Risiken verifizieren oder KI-Workflows absichern können. Die größte Herausforderung für Unternehmen wird sein, diese neuen Tools einzuführen, ohne die Komplexität weiter zu erhöhen – jene Komplexität, die die aktuelle Krise erst verursacht hat. Der Maßstab für Erfolg verschiebt sich: Es zählt nicht mehr, wie viele Schwachstellen gefunden werden, sondern wie schnell verifizierte Risiken neutralisiert sind.
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