ChatGPT, Werbetest

ChatGPT startet Werbetest – Gratis-Nutzer bekommen Anzeigen

17.01.2026 - 16:32:12

OpenAI führt kontextbezogene Werbung in der kostenlosen Version von ChatGPT ein, um das Geschäftsmodell zu diversifizieren. Die Anzeigen sind klar gekennzeichnet und sollen keinen Einfluss auf die KI-Antworten haben.

OpenAI führt Werbung in seinem KI-Chatbot ein. Der Schritt soll die kostenlose Version finanzieren und markiert eine strategische Wende für das Unternehmen.

Die Anzeigen werden zunächst in den USA getestet und richten sich an erwachsene Nutzer des kostenlosen Tarifs sowie des neuen, günstigeren Abos ChatGPT Go. Für zahlende Kunden der Plus-, Pro-, Business- und Enterprise-Pläne bleibt die Nutzung werbefrei. Mit dieser Entscheidung diversifiziert OpenAI sein Geschäftsmodell, das bisher stark von Premium-Abonnements und Unternehmenslösungen abhing.

Für Branchenbeobachter ist dies ein Wendepunkt. Generative KI-Plattformen suchen nach nachhaltigen Finanzierungsmodellen jenseits von Venture Capital und teuren Abos. OpenAIs Schritt könnte einen neuen Industriestandard setzen und andere Anbieter zu ähnlichen Hybrid-Strategien bewegen.

So funktioniert die Werbung in ChatGPT

Laut der neuen Richtlinie von OpenAI soll das Werbesystem kontextuell relevant und möglichst unaufdringlich sein. Die Anzeigen werden voraussichtlich am Ende der Chat-Antworten erscheinen und thematisch zur Unterhaltung passen. Ein Nutzer, der über Reisepläne spricht, könnte etwa einen gesponserten Link zu einem Hotelbuchungsdienst sehen.

Anzeige

Seit dem Inkrafttreten der EU-KI-Verordnung riskieren viele Unternehmen Bußgelder, weil Kennzeichnungspflichten und Dokumentationsanforderungen oft unterschätzt werden. Dieses kostenlose E‑Book fasst die wichtigsten Vorgaben, Risikoklassen und Übergangsfristen kompakt zusammen und zeigt, wie Sie Ihr KI-System sofort rechtssicher einstufen und dokumentieren. Mit praktischen Vorlagen und klaren Handlungsanweisungen vermeiden Sie Fehler, die teuer werden können. KI-Verordnung-Leitfaden jetzt kostenlos herunterladen

Das Unternehmen betont, dass alle Anzeigen klar als Werbung gekennzeichnet und visuell von den KI-Antworten abgegrenzt sind. Entscheidend: Werbetreibende sollen keinen Einfluss auf den Inhalt oder die Qualität der ChatGPT-Antworten haben. Die KI-Ausgabe bleibe auf Hilfsbereitschaft optimiert, nicht auf kommerziellen Nutzen.

Bereits im Dezember 2025 hatten interne Leaks aus der ChatGPT-Android-App Hinweise auf ein Werbe-Framework gegeben. Die jetzt veröffentlichte Richtlinie bestätigt, dass es sich um eine geplante Einführung handelt.

Die Herausforderung: Privatsphäre wahren

Die Ankündigung wirft sofort Fragen zum Datenschutz auf. OpenAI versichert, keine Nutzerkonversationen an Drittanbieter zu verkaufen. Die Gespräche auf der Plattform blieben vor den Werbetreibenden selbst privat.

Nutzer erhalten Kontrollmöglichkeiten: Sie können bestimmte Anzeigen ausblenden und einsehen, warum ihnen eine Werbung angezeigt wird. Eine Option zum Deaktivieren der personalisierten Werbung wird es geben – was allerdings zu weniger passenden Anzeigen führen kann. Das Unternehmen will zudem keine Werbung zu sensiblen Themen wie Gesundheit, Politik oder psychischem Wohlbefinden schalten.

Trotz dieser Zusicherungen bleiben Datenschützer wachsam. Die grundlegende Spannung liegt darin, Konversationskontext für Werbung zu nutzen, ohne die Privatsphäre zu verletzen. Der Erfolg dieses Vorhabens hängt maßgeblich davon ab, wie OpenAI Monetarisierung und Datenschutz in Einklang bringt.

Marktreifung und neue Werbeformate

OpenAIs Einstieg in die Werbewirtschaft unterstreicht die wirtschaftlichen Realitäten der KI-Entwicklung. Große Sprachmodelle erfordern enorme Rechenressourcen. Mit einem werbefinanzierten Gratis-Tarif kann das Unternehmen seine Technologie Millionen Nutzern weltweit zugänglich halten und so die KI-Verbreitung vorantreiben.

Es entsteht eine neue Werbekategorie, die auf Konversationskontext statt auf Suchbegriffe oder Social-Media-Profile setzt. OpenAI deutet zukünftige Werbeformate an, in denen Nutzer direkt mit einem werbetreibenden KI-Assistenten innerhalb von ChatGPT interagieren könnten – und verwischt so weiter die Grenze zwischen Konversation und Kommerz.

Während der Test in den USA läuft, blickt die Tech-Branche gespannt auf die Reaktionen der Nutzer und die Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen. Gelingt der Spagat, könnte dieses duale Einnahmemodell aus Abos und Werbung zum vorherrschenden Geschäftsmodell für KI-Plattformen der nächsten Generation werden.

Anzeige

PS: Wenn Plattformen wie ChatGPT Konversationsdaten für Werbeausspielungen nutzen, steigen regulatorische Anforderungen an Kennzeichnung, Risikoanalyse und Dokumentation deutlich an. Dieses Gratis-E-Book erklärt praxisnah, welche Nachweise, Klassifizierungen und Dokumentationsschritte jetzt nötig sind, damit Ihr KI-Angebot rechtskonform bleibt – inklusive umsetzbarer Checklisten für Produkt- und Compliance-Teams. Laden Sie den Leitfaden herunter und sichern Sie Ihr Projekt gegen regulatorische Risiken ab. Gratis E-Book zur EU-KI-Verordnung anfordern

@ boerse-global.de