ChatGPT startet Werbetest für Gratis-Nutzer
13.02.2026 - 20:12:12OpenAI führt Werbung in seiner KI ChatGPT ein – ein strategischer Schwenk, der den Zugang zu KI demokratisieren soll, aber Nutzervertrauen auf die Probe stellt. Die ersten Tests laufen seit dieser Woche in den USA.
Der Schritt markiert eine neue Phase in der Monetarisierung generativer KI. OpenAI begründet ihn mit den enormen Betriebskosten. Nur so ließen sich die leistungsstarken Tools für Hunderte Millionen Nutzer weltweit frei zugänglich halten. Die werbefreien Premium-Abos Plus, Pro, Business, Enterprise und der neue Education-Tarif bleiben von der Neuerung unberührt.
So funktioniert das neue Werbesystem
Die Anzeigen erscheinen klar gekennzeichnet als „Sponsored“ am Ende einer Chat-Antwort. Sie laufen auf separaten Systemen und sollen die Antworten der KI nicht beeinflussen – eine Kernmaßnahme zum Erhalt des Nutzervertrauens.
Die Relevanz der Werbung bestimmt sich aus dem Konversationsthema. Wer etwa über Rezepte spricht, könnte eine Anzeige für einen Lebensmittel-Lieferservice sehen. Mit Einwilligung des Nutzers kann das System auch frühere Chats berücksichtigen, um die Zielgenauigkeit zu verbessern. Ein zentrales Versprechen: Werbetreibende erhalten keinen Zugriff auf private Konversationen, nur aggregierte Performance-Daten.
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Gratis-Nutzer haben Kontrolle – mit Einschränkung
OpenAI hat Steuerungsmöglichkeiten eingebaut. Gratis-Nutzer können Werbung deaktivieren, akzeptieren dann aber ein niedrigeres tägliches Nachrichtenlimit. Für alle, die Werbung sehen, gibt es Optionen zum Ausblenden einzelner Anzeigen, zum Feedbackgeben und zum Abschalten der Personalisierung.
Zum Schutz vulnerabler Gruppen werden keine Anzeigen an Konten Minderjähriger ausgespielt. Auch in sensiblen Themenfeldern wie Gesundheit, psychischer Gesundheit oder Politik wird Werbung blockiert. Das Ziel: Die sponsored Content soll sich nützlich und natürlich in das Nutzererlebnis einfügen.
Konkurrenz schlägt in die gegensätzliche Richtung aus
Die Entscheidung stellt ChatGPT an ein strategisches Scheideweg in der KI-Branche. Der Hauptkonkurrent Anthropic warb jüngst in einer teuren Super-Bowl-Kampagne damit, dass sein Chatbot Claude werbefrei bleibe – und positioniert sich so als privatere Alternative.
OpenAI kontert, dass ein werbefinanziertes Modell essenziell sei, um milliarden Menschen den Zugang zu KI zu ermöglichen, die sich kein Abo leisten können. Microsofts Copilot integriert hingegen bereits seit 2023 Werbung. Branchenbeobachter deuten den Schritt als fundamentalen Wandel: von klassischer Suchmaschinenwerbung hin zu einem neuen Paradigma der intent-gesteuerten Entdeckung, bei der Anzeigen auf explizit geäußerte Bedürfnisse in einer Konversation zugeschnitten werden.
Die große Herausforderung: Vertrauen wahren
Der Werbevorstoß ist eine kalkulierte Reaktion auf explodierende Betriebskosten und ehrgeizige Umsatzziele. Die aktuelle Testphase dient dem Lernen; eine breitere Einführung folgt erst nach Auswertung des Nutzer-Feedbacks.
Die große Mehrheit der Verbraucher gab in Umfragen an, lieber einen werbefinanzierten Gratis-Dienst zu nutzen als zu zahlen. Das könnte den Weg für OpenAI ebnen – vorausgesetzt, die Umsetzung bleibt unaufdringlich. Gelingt die Integration der neuen Einnahmequelle ohne Vertrauensverlust in Objektivität und Privatsphäre, könnte das Modell zum Wirtschaftsstandard für die nächste Generation konversationeller KI werden.
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