Cencora, Letzter

Cencora: Letzter Tag für Entschädigung nach Mega-Datenleck

19.01.2026 - 10:03:12

Die Frist zur Beantragung von Entschädigungszahlungen aus dem 40-Millionen-Euro-Vergleich im Cencora-Datenleck endet heute. Betroffene können Pauschalzahlungen oder Erstattungen beantragen.

Heute endet die Frist für Millionen Betroffene, um Entschädigung aus dem 40-Millionen-Euro-Vergleich im Fall des Cencora-Datenhacks zu beantragen. Der Pharmadienstleister hatte 2024 persönliche und Gesundheitsdaten von über 1,4 Millionen Menschen verloren.

Vergleichsfonds und Entschädigungsoptionen

Der Vergleich beendet eine Sammelklage nach dem schweren Cybersicherheitsvorfall vom Februar 2024. Ein Fonds von 40 Millionen Euro soll Geschädigte entschädigen sowie Anwalts- und Verwaltungskosten decken. Betroffene haben zwei Wege zur Entschädigung: Sie können entweder nachweisbare Auslagen von bis zu 5.000 Euro erstatten lassen – etwa für Bankgebühren oder Identitätsschutz-Dienste. Oder sie wählen eine pauschale Barzahlung, deren Höhe von der Gesamtzahl der Anträge abhängt. „Wenn die belegten Schadensersatzansprüche die gedeckelte Summe übersteigen, werden die Zahlungen anteilig gekürzt“, heißt es in den Dokumenten.

Anzeige

Datenverluste wie beim Cencora-Hack zeigen, wie schnell persönliche Informationen in die Hände Dritter geraten können. Ein kostenloses E‑Book „Cyber Security Awareness Trends“ erklärt aktuelle Bedrohungen, typische Angriffswege (z. B. Phishing) und pragmatische Schutzmaßnahmen sowie schnelle Reaktionsschritte nach einem Vorfall. Ideal für Verantwortliche und alle, die sensible Daten schützen möchten – mit konkreten Checklisten und sofort umsetzbaren Tipps. Jetzt kostenlosen Cyber‑Security‑Guide sichern

Wer ist berechtigt und wie wird beantragt?

Berechtigt sind alle Einwohner der USA und ihrer Territorien, deren persönliche oder Gesundheitsdaten bei dem Vorfall kompromittiert wurden. Dies schließt Personen ein, die per Post benachrichtigt wurden oder über die Ersatzbekanntmachung auf der Firmenwebsite informiert wurden. Der Antrag muss noch heute, Montag, den 19. Januar 2026, auf der offiziellen Vergleichswebsite cencoraincidentsettlement.com eingereicht oder per Post abgestempelt sein. Die Frist, um aus dem Vergleich auszusteigen oder ihm zu widersprechen, endete bereits am 18. Dezember 2025.

Hintergrund: Der Angriff auf sensible Gesundheitsdaten

Der Rechtsstreit geht auf einen Cyberangriff zurück, den Cencora – ehemals AmerisourceBergen – Anfang 2024 offenlegte. Unbefugte hatten Daten aus den Systemen des Pharmariesen abgezogen. Kompromittiert wurden laut Berichten Namen, Adressen, Geburtsdaten und Gesundheitsdiagnosen. Teilweise waren auch Sozialversicherungsnummern und Finanzinformationen betroffen. Die Kläger warfen dem Unternehmen vor, keine angemessenen Sicherheitsvorkehrungen getroffen zu haben. Cencora bestreitet jedes Fehlverhalten, willigte aber in den Vergleich ein, um weitere Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden.

Nächste Schritte: Gerichtliche Schlussabstimmung

Nach Ablauf der heutigen Antragsfrist geht es in die finale Phase. Für den 5. Februar 2026 ist eine gerichtliche Schlussanhörung vor dem Bundesbezirksgericht für den östlichen Bezirk von Pennsylvania angesetzt. Richterin Cynthia M. Rufe wird prüfen, ob der Vergleich fair, angemessen und ausreichend ist. Sie wird auch über Anwaltsgebühren entscheiden, die bis zu einem Drittel des Fonds ausmachen können. Bei Genehmigung werden die Auszahlungen an berechtigte Antragsteller nach möglichen Berufungen verteilt – ein Prozess, der oft Monate dauert. Für Betroffene bleibt heute der letzte Tag, um ihren Anspruch zu sichern.

@ boerse-global.de