Cellebrite: Neuer Spionage-Skandal wirft Schatten auf Serbien-Entscheidung
20.02.2026 - 17:01:11 | boerse-global.deDie israelische Digital-Forensik-Firma Cellebrite gerät wegen neuer Spionagevorwürfe unter Druck. Aktuelle Berichte legen nahe, dass ihre Technologie in Kenia und Jordanien gegen Regierungskritiker eingesetzt wurde. Das wirft eine brisante Frage auf: Warum zog sich das Unternehmen vor einem Jahr aus Serbien zurück – handelt es heute aber nicht?
Neue Enthüllungen: Aktivisten in Kenia und Jordanien betroffen
Im Zentrum der neuen Kontroverse steht ein Bericht der Forschungsgruppe Citizen Lab vom 17. Februar. Die Analysten fanden auf dem Smartphone des kenianischen Aktivisten Boniface Mwangi Spuren von Cellebrite-Software. Sein Telefon war zuvor von den Behörden beschlagnahmt worden. Ähnliche Hinweise auf den Einsatz der Technologie gibt es bei Aktivisten in Jordanien.
Menschenrechtsgruppen zeigen sich alarmiert. Sie kritisieren, dass Cellebrite seine Dienste in diesen Ländern trotz der Vorwürfe weiter anbietet. Wo bleibt die Konsequenz?
Der Präzedenzfall: Der Rückzug aus Serbien
Genau diese Frage stellt sich, weil Cellebrite im Februar 2025 anders handelte. Damals reagierte das Unternehmen auf einen detaillierten Amnesty-Bericht mit dem Titel „A Digital Prison“. Dieser belegte den systematischen Missbrauch der Cellebrite-Software „UFED“ durch serbische Behörden.
Journalisten und Aktivisten wurden demnach gezwungen, ihre Telefone zu entsperren. Anschließend installierten die Behörden oft die Spyware „NoviSpy“, um private Daten abzugreifen und Mikrofone fernzusteuern. Cellebrite stoppte daraufhin die Zusammenarbeit – ein Schritt, der nun als Maßstab gilt.
Die große Frage: Wo verläuft die rote Linie?
Cellebrite betont stets, seine Technologie diene nur der rechtmäßigen Verbrechensbekämpfung. Bei „substanziierten“ Missbrauchsvorwürfen würden Kunden gesperrt. Doch die Kriterien bleiben im Dunkeln. Welche Beweise sind genug? Wann handelt das Unternehmen?
Die Diskrepanz zwischen der Reaktion in Serbien und der aktuellen Zurückhaltung nährt einen Verdacht: Stehen am Ende doch kommerzielle Interessen über den eigenen ethischen Leitlinien? Die mangelnde Transparenz wird für Cellebrite zum Glaubwürdigkeitsproblem.
Ein altbekanntes Dilemma der Überwachungsbranche
Der Fall ist symptomatisch für die gesamte Industrie. Unternehmen wie Cellebrite oder der Spyware-Hersteller NSO Group balancieren ständig zwischen legitimer Strafverfolgung und der Gefahr, Unterdrückungsregimen Werkzeuge zu liefern.
Analysten sehen die Lösung nicht allein bei den Firmen. Notwendig seien strenge, international durchgesetzte Exportkontrollen. Ohne klare Regeln bleibt das Risiko des Missbrauchs allgegenwärtig.
Der Druck auf Cellebrite wird nun weiter wachsen. Menschenrechtsorganisationen werden die Fälle genau verfolgen. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob das Unternehmen seine Politik anpasst – oder seinen Ruf weiter aufs Spiel setzt. Für Aktivisten weltweit ist die Botschaft schon jetzt klar: Die digitale Verteidigung muss immer einen Schritt voraus sein.
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