CBAM, Abrechnung

CBAM: EU startet Abrechnung für CO?-Grenzausgleich

10.03.2026 - 00:00:24 | boerse-global.de

Der EU-CO?-Grenzausgleich ist in Kraft und bringt für Importeure von Stahl, Aluminium und anderen Gütern neue Zertifikatspreise, strikte Dokumentationspflichten und Kritik an Wettbewerbsnachteilen.

CBAM: EU startet Abrechnung für CO?-Grenzausgleich - Foto: über boerse-global.de
CBAM: EU startet Abrechnung für CO?-Grenzausgleich - Foto: über boerse-global.de

Ab heute wird der europäische CO?-Grenzausgleich für Importeure teuer. Die EU-Kommission hat die Preise für die ersten Zertifikate bekanntgegeben und setzt damit den umstrittenen Klima-Mechanismus in Kraft. Für deutsche Industrien bedeutet das höhere Kosten und bürokratische Hürden.

Strikte Zollvorschriften gelten ab sofort

Seit dem 1. Januar 2026 befindet sich der Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) in seiner endgültigen Phase. Das hat konkrete Auswirkungen für jeden Importeur kohlenstoffintensiver Waren: Ohne die richtigen Dokumente bleibt die Ware jetzt am Zoll hängen. Betroffen sind Eisen, Stahl, Aluminium, Zement, Düngemittel, Strom und Wasserstoff.

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Unternehmen, die mehr als 50 Tonnen dieser Güter pro Jahr einführen, benötigen eine spezielle CBAM-Importgenehmigung. Das aktualisierte TARIC-Zollsystem prüft diese bei der Einfuhr automatisch. Für Firmen, die noch auf ihre Genehmigung warten, gilt eine Übergangsfrist bis zum 31. März 2026.

Erste Zertifikatspreise stehen fest

Am 9. März 2026 gab die EU-Kommission den Fahrplan für die finanzielle Umsetzung bekannt. Der Preis für CBAM-Zertifikate orientiert sich am europäischen Emissionshandel (EU ETS). Für 2026 wird vierteljährlich ein Durchschnittspreis ermittelt, ab 2027 dann wöchentlich.

Der erste offizielle Quartalspreis wird am 7. April 2026 veröffentlicht. Weitere Veröffentlichungen folgen im Juli, Oktober und Januar 2027. Die Zertifikate für Importe des Jahres 2026 müssen dann ab Februar 2027 erworben werden. Parallel sucht die Kommission über eine Ausschreibung einen Betreiber für die zentrale Handelsplattform.

Industrie warnt vor Wettbewerbsnachteilen

Während Brüssel die Regeln verschärft, formiert sich Widerstand in der Wirtschaft. Branchenverbände kritisieren vor allem die pauschalen Standard-Emissionswerte, die bei fehlenden Daten von Herstellern außerhalb der EU angewendet werden müssen.

Die European Fastener Distributors Association (EFDA) appellierte direkt an EU-Klimakommissar Wopke Hoekstra. Die aktuellen Werte seien zu hoch und wirkten wie eine Strafsteuer auf essentielle Bauteile wie Schrauben und Muttern. Die Folge: höhere Produktionskosten für europäische Hersteller und ein Wettbewerbsnachteil auf dem Weltmarkt.

Zwischen Klimaschutz und Industriestandort

Die Einführung des CBAM markiert eine Zeitenwende in der Handelspolitik. Das Ziel ist klar: Carbon Leakage verhindern, also die Verlagerung von Produktion in Regionen mit lascheren Klimavorschriften. Doch der Zeitpunkt ist heikel.

Die CO?-Preise im EU-Emissionshandel bewegen sich derzeit zwischen 70 und 75 Euro pro Tonne. Für energieintensive Branchen ist das eine erhebliche Belastung. Verbände wie BusinessEurope warnen seit Langem vor einer Deindustrialisierung Europas.

Die Krux: Während CBAM importierte CO?-Intensität bestrafen soll, treffen die bürokratischen Hürden und pauschalen Werte gerade jene Unternehmen, die auf globale Lieferketten angewiesen sind. Der Spagat zwischen effektivem Klimaschutz und der Wahrung industrieller Wettbewerbsfähigkeit bleibt die größte Herausforderung für die EU im Jahr 2026.

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Was kommt auf die Unternehmen zu?

Der administrative Aufwand wird weiter steigen. Bis zum 30. September 2027 müssen Importeure ihre erste jährliche CBAM-Erklärung für das Jahr 2026 abgeben und die entsprechenden Zertifikate vorlegen.

Gleichzeitig plant die EU, die kostenlosen Zuteilungen von ETS-Zertifikaten für inländische Produzenten schrittweise abzuschaffen. Das wird den Bedarf an CBAM-Zertifikaten für Importeure proportional erhöhen. Mit dem nahenden Fristende für Genehmigungsanträge am 31. März rechnen die Zollbehörden mit einer Flut von Registrierungen – und die Industrie mit weiterem Druck auf Brüssel für praktikablere Regeln.

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