Bundesnetzagentur, Batteriespeicher

Bundesnetzagentur will Batteriespeicher an Netzkosten beteiligen

11.02.2026 - 18:30:12

Die Regulierungsbehörde plant das Aus für die langjährige Gebührenbefreiung von Stromspeichern. Die mögliche rückwirkende Anwendung auf bestehende Anlagen sorgt für massive Verunsicherung in der Branche.

Deutschlands Stromspeicher stehen vor einer finanziellen Zäsur. Die Bundesnetzagentur plant, die langjährige Befreiung von Netzentgelten für Batteriespeicher zu beenden. Diese Kehrtwende betrifft alle Anlagentypen – vom Heimspeicher bis zum Großprojekt.

Die Regulierungsbehörde hat neue Leitlinien vorgelegt, die eine grundlegende Reform der Netzentgelte einleiten. Sie sind Teil des umfassenden Reformprozesses „AgNes“ (Allgemeine Netzentgeltsystematik Strom). Ziel ist eine gerechtere Verteilung der explodierenden Kosten für Netzausbau und -modernisierung. Bislang waren neue Speicher oft für 20 Jahre vollständig von den Gebühren befreit – ein entscheidender Anreiz für Investoren.

Das Ende der Subventions-Ära

Die Behörde begründet den Schritt mit dem Reifegrad der Speichertechnologie. Während Anreize früher den Markthochlauf fördern sollten, gelten Batteriespeicher heute als unverzichtbarer Teil des Energiesystems. Nun sollen sie sich, wie alle anderen Netznutzer auch, angemessen an den Kosten beteiligen.

Hintergrund ist der immense Finanzbedarf der Netzinfrastruktur. Der Boom bei Wind- und Solarenergie sowie die Elektrifizierung von Wärme und Verkehr erfordern Milliardeninvestitionen. Das alte Entgeltsystem gilt als nicht mehr zeitgemäß für eine dezentrale Energiezukunft.

Der explosive Streitpunkt: Rückwirkende Anwendung

Die größte Kontroverse löst eine mögliche rückwirkende Anwendung der neuen Gebühren auf bestehende Anlagen aus. Die Branche warnt vor einem fundamentalen Bruch des Investitionsvertrauens. Viele Projekte wurden nur unter der Zusage der 20-jährigen Befreiung wirtschaftlich.

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Die Bundesnetzagentur prüft jedoch genau diese Möglichkeit. Sie beruft sich auf eine rechtlich prekäre Lage, verstärkt durch ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs von 2021. Dieses hatte die pauschale Befreiung in deutschem Recht beanstandet. Die Behörde untersucht, ob eine „unechte Rückwirkung“ rechtlich möglich wäre – ein Konflikt, der vor Gerichten enden könnte.

AgNes: Die große Reform der Netzentgelte

Die Speicher-Frage ist nur ein Teil des Mammutprojekts AgNes. Bis 2029 soll das gesamte System der Stromnetzentgelte neu aufgestellt werden. Der Prozess durchläuft mehrere Stufen mit Diskussionspapieren und Konsultationen.

Parallel dazu arbeitet die Politik an einer Steuerung des Projektbooms. Neue Großspeicher sollen künftig priorisiert werden, wenn sie die Systemsicherheit stärken und nationale Energieziele unterstützen. Spekulative Vorhaben könnten zurückstehen.

Die Branche reagiert mit scharfer Kritik auf die Pläne. Fachleute warnen, ein vorzeitiges Ende der Befreiung werde Innovationen abwürgen und Investitionen gefährden. Gerade für die deutschen Klimaziele sei aber ein beschleunigter Speicherausbau nötig.

Die Debatte zeigt das Spannungsfeld der Regulierung: Einerseits müssen Kosten fair verteilt werden, andererseits braucht es Wachstum für die Schlüsseltechnologie der Energiewende.

Ein konkreter Gesetzentwurf wird für Mitte 2026 erwartet. Die finale Entscheidung soll Ende des Jahres fallen, damit die neuen Regeln wie geplant 2029 in Kraft treten können. Die Frage der Rückwirkung wird dabei zur Weichenstellung für die gesamte Speicherbranche in Deutschland.

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