Bundesbank meldet Milliardenverlust – Staat erneut ohne Gewinnausschüttung
08.03.2026 - 08:21:22 | boerse-global.de
Die Deutsche Bundesbank schließt das Geschäftsjahr 2025 mit einem Nettoverlust von 8,6 Milliarden Euro ab. Es ist das sechste Jahr in Folge, in dem der deutsche Staat keine Gewinnüberweisung von der Notenbank erhält – eine spürbare Belastung für den Bundeshaushalt.
Die Ursachen: Alte Niedrigzinslasten drücken die Bilanz
Der Verlust, der zweithöchste in der Geschichte der Bundesbank, hat strukturelle Gründe. Er ist eine direkte Folge der aggressiven Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Bekämpfung der Inflation. Die Bundesbank muss heute hohe Zinsen an Geschäftsbanken zahlen, erwirtschaftet aber nur geringe Erträge aus den in der Niedrigzinsphase angehäuften Bond-Portfolios. Diese Zinsdifferenz führte 2025 zu negativen Nettozinserträgen von 4,2 Milliarden Euro.
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Immerhin: Die Lage entspannt sich. Der Verlust halbierte sich gegenüber dem Rekordminus von 19,2 Milliarden Euro aus 2024. Ältere Niedrigzinsanleihen laufen nach und nach aus. Die Bilanzsumme schrumpfte leicht auf 2,35 Billionen Euro, auch weil Bestände aus geldpolitischen Sonderprogrammen um 122 Milliarden Euro reduziert wurden.
Dennoch summieren sich die Verluste. Durch den Fehlbetrag von 2025 und die Vorbelastung aus früheren Jahren beläuft sich der kumulierte Verlust der Bundesbank nun auf 27,8 Milliarden Euro.
Folgen für den Staat: Eine verlässliche Einnahmequelle versiegt
Für den Bundeshaushalt ist das eine schlechte Nachricht. Der Finanzminister hatte in der Vergangenheit regelmäßig mit etwa 2,5 Milliarden Euro aus Bundesbank-Gewinnen gerechnet. Die letzte Überweisung gab es 2019 unter Olaf Scholz in Höhe von 5,85 Milliarden Euro. Seither fehlt dem Staat diese nicht-steuerliche Einnahme – in einer Phase ohnehin angespannter öffentlicher Finanzen.
Das deutsche Problem spiegelt sich im gesamten Eurosystem wider. Auch die EZB selbst verzeichnete 2025 einen Verlust von 1,25 Milliarden Euro und schüttet keine Dividenden mehr an die nationalen Notenbanken aus. Experten rechnen erst für 2026 oder 2027 wieder mit schwarzen Zahlen für die EZB. Bis die nationalen Zentralbanken wieder Gewinnausschüttungen erhalten, dürften noch mehrere Jahre vergehen.
Stabilität trotz roter Zahlen: Goldreserven als Rückgrat
Trotz der hohen Verluste betont die Bundesbank-Führung ihre finanzielle Robustheit. Die Stabilität der Notenbank sei nicht gefährdet. Ein entscheidender Faktor sind die riesigen Goldreserven der Bundesbank.
Die rund 3.350 Tonnen Gold in Tresoren in Frankfurt, New York und London erreichten durch steigende Weltmarktpreise einen historischen Bewertungshöchststand. Ihr Wert stieg im Vergleich zum Vorjahr um 125 Milliarden auf etwa 395 Milliarden Euro. Diese Wertsteigerung trieb die sogenannten Neubewertungsrücklagen auf 388 Milliarden Euro und das Reinvermögen auf 363 Milliarden Euro.
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Notenbanken operieren nach anderen Regeln als Privatunternehmen. Die massiven stille Reserven im Gold bieten einen Puffer, der es der Bundesbank erlaubt, ihr Mandat auch mit bilanziellen Verlusten uneingeschränkt zu erfüllen. Eine staatliche Rekapitalisierung ist nicht nötig.
Ausblick: Wann kehrt die Bundesbank zur Normalität zurück?
Die Führung der Bundesbank rechnet damit, dass die finanzielle Belastung noch eine Weile anhält. Für das laufende Jahr 2026 wird voraussichtlich ein weiterer, wenn auch geringerer Jahresfehlbetrag anfallen. Die Strategie: Künftige Überschüsse sollen den kumulierten Verlust von 27,8 Milliarden Euro schrittweise abbauen. Dieser Prozess erfordert Geduld.
Hauptaufgabe bleibt die Preisstabilität. Die Inflation im Euroraum lag 2025 zwar nahe am Zwei-Prozent-Ziel, doch die Notenbanker mahnen zur Wachsamkeit. Die öffentliche Wahrnehmung werde durch deutlich gestiegene Lebensmittelpreise geprägt, die im Schnitt mehr als ein Drittel über dem Niveau von 2020 liegen.
Geopolitische Risiken bleiben eine Gefahr. Konflikte im Nahen Osten könnten die Energiemärkte destabilisieren und die Inflation neu anfachen. Der EZB-Rat bleibt daher vorsichtig. Mit dem weiteren Auslaufen der geldpolitischen Anleihebestände werden die strukturellen Ungleichgewichte jedoch nachlassen – und langfristig den Weg zurück zu schwarzen Zahlen und normalisierten Staatsausschüttungen ebnen.
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