BSI-Warnung: Veraltete Server gefährden deutsche Wirtschaft
25.01.2026 - 02:23:12Eine alarmierende Sicherheitslücke bei Tausenden deutschen Unternehmen offenbart massive IT-Schwachstellen im Mittelstand – just zum Start verschärfter EU-Sicherheitsvorschriften.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) schlägt Alarm: Vier von fünf erreichbaren Microsoft Exchange-Servern in Deutschland laufen mit veralteter, ungeschützter Software. Diese tickende Zeitbombe trifft auf die bevorstehende Umsetzung der strengen NIS-2-Richtlinie und eine hitzige Debatte um Europas digitale Souveränität. Für den Mittelstand wird IT-Sicherheit damit zur Überlebensfrage.
81 Prozent der Server sind angreifbar
Eine aktuelle Untersuchung des CERT-Bund vom 23. Januar 2026 zeigt das erschreckende Ausmaß: 81 Prozent der aus dem Internet erreichbaren Exchange-Server hierzulande verwenden nicht mehr unterstützte Versionen (2016/2019). Seit dem Support-Ende im Oktober 2025 erhalten sie keine Sicherheitsupdates mehr. Jede neu entdeckte Schwachstelle bleibt damit ein offenes Tor für Cyberkriminelle.
Die Folgen eines erfolgreichen Angriffs sind verheerend. Angreifer können Ransomware einschleusen, sensible Kundendaten stehlen oder ganze IT-Systeme lahmlegen. Da E-Mail-Server tief in Unternehmensprozesse integriert sind, drohen fatale Dominoeffekte. „Das bloße Betreiben veralteter Server ist grob fahrlässig“, lautet der unmissverständliche Weckruf des BSI.
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NIS-2-Richtlinie verschärft den Druck
Die akute Bedrohungslage trifft auf verschärfte regulatorische Anforderungen. Die EU-weite NIS-2-Richtlinie wird Anfang 2026 in deutsches Recht umgesetzt und erweitert die Cybersicherheits-Pflichten massiv. Auch viele Mittelständler müssen dann Risikoanalysen durchführen, Vorfälle melden und umfassende Schutzmaßnahmen nachweisen.
Doch die Diskussion geht über reine Compliance hinaus. Die Debatte um digitale Souveränität gewinnt an Schärfe. Die Gesellschaft für Informatik (GI) forderte kürzlich, US-Techkonzerne von Aufträgen für kritische Infrastrukturen auszuschließen. Ziel ist es, strategische Abhängigkeiten von Anbietern zu reduzieren, die dem US CLOUD Act unterliegen – einem Gesetz, das US-Behörden Zugriff auf im Ausland gespeicherte Daten ermöglichen kann.
Resilienz als strategischer Imperativ
Für Unternehmen bedeutet dies eine doppelte Herausforderung: die akute Sicherheitslücke schließen und eine langfristig resiliente IT-Infrastruktur aufbauen. Echte Widerstandsfähigkeit geht weit über einfache Backups hinaus.
Ein mehrschichtiges Sicherheitskonzept ist nötig:
* Strikte Netzsegmentierung zur Eindämmung von Angriffen
* Proaktives Patch-Management für schnelle Schließung von Lücken
* Durchdachte Notfallpläne für eine geordnete Wiederherstellung
Bereits 2025 zeigten BSI-Berichte, dass viele Mittelständler ihre IT-Sicherheit überschätzen und Basismaßnahmen vernachlässigen. Die Exchange-Krise ist ein Symptom dieser gefährlichen Fehleinschätzung.
Nationale Sicherheit und wirtschaftliche Souveränität
Die Server-Warnung und die Souveränitätsdebatte sind zwei Seiten derselben Medaille. Sie zeigen: IT-Sicherheit ist keine rein technische Frage mehr, sondern eine strategische Aufgabe von nationaler Wirtschaftssicherheit.
Die Abhängigkeit von einzelnen, außereuropäischen Herstellern schafft nicht nur Sicherheitsrisiken, sondern auch politische Verwundbarkeit. Der GI-Vorstoß, den europäischen Beschaffungsmarkt als Hebel für mehr Unabhängigkeit zu nutzen, könnte ein Wendepunkt werden. Für Unternehmen gewinnen bei IT-Entscheidungen künftig Kriterien wie Datenstandort, Transparenz und Rechtsraum an Bedeutung.
Dringender Handlungsbedarf für Unternehmen
Die kommenden Monate sind entscheidend. Der erste Schritt muss die sofortige Sicherung der Exchange-Server sein – durch Updates oder Migration. Parallel gilt es, die NIS-2-Anforderungen systematisch umzusetzen.
Die strategische Ausrichtung der IT-Infrastruktur muss überdacht werden. Eine sichere, resiliente und souveräne IT-Basis ist in der digitale Wirtschaft keine Option mehr. Sie ist die Grundvoraussetzung für Compliance, Wettbewerbsfähigkeit und den langfristigen Geschäftserfolg.
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