BSI, KI-Phishing

BSI warnt vor KI-Phishing und QR-Code-Fallen für Unternehmen

19.02.2026 - 08:52:12 | boerse-global.de

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik warnt vor hochpräzisen Phishing-Attacken, die KI und QR-Codes nutzen. Klassische Sicherheitsmaßnahmen reichen nicht mehr aus.

Eine neue Welle hochpräziser Cyberangriffe bedroht deutsche Firmen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt vor Phishing-Methoden, die durch künstliche Intelligenz perfektioniert und über QR-Codes verbreitet werden. Diese Attacken umgehen klassische Sicherheitsbarrieren und zielen gezielt auf menschliche Schwachstellen. Für Unternehmen wird es überlebenswichtig, ihre Abwehrstrategien jetzt anzupassen.

KI schreibt täuschend echte Betrugs-Mails

Die Zeiten, in denen Phishing-E-Mails durch schlechte Grammatik auffielen, sind vorbei. Cyberkriminelle nutzen generative KI, um Nachrichten zu verfassen, die von echter Geschäftskommunikation kaum zu unterscheiden sind. Die Algorithmen analysieren öffentliche Daten von Plattformen wie LinkedIn oder Unternehmenswebseiten. So entstehen hochgradig personalisierte Nachrichten, die auf Rolle, Position und sogar den Kommunikationsstil der Zielperson zugeschnitten sind.

„Quishing“: QR-Codes als trojanische Pferde

Parallel dazu verbreitet sich die Methode „Quishing“ – eine Kombination aus QR-Code und Phishing – rasant. Angreifer versenden E-Mails mit eingebetteten QR-Codes, oft getarnt als dringende Rechnungen oder Sicherheitswarnungen. Herkömmliche E-Mail-Filter, die primär Text und Links prüfen, erkennen den im Bild versteckten bösartigen Link oft nicht. Scannt ein Mitarbeiter den Code mit dem Smartphone, landet er auf einer gefälschten Login-Seite. Diese Taktik ist besonders perfide, weil sie etablierte Sicherheitssysteme gezielt aushebelt.

Cyberkriminalität wird zur Dienstleistung

Hinter der Angriffswelle steht eine beunruhigende Entwicklung: die Industrialisierung der Cyberkriminalität. Über „Phishing-as-a-Service“-Modelle im Darknet können auch technisch weniger versierte Kriminelle fertige Angriffswerkzeuge mieten. Die Einstiegshürden sinken, die Professionalität der Attacken steigt.

Die Bedrohung beschränkt sich nicht auf E-Mails. KI wird auch für Voice-Phishing (Vishing) genutzt. Mit kurzen, öffentlich verfügbaren Audioaufnahmen klonen Angreifer Stimmen von Vorgesetzten. Diese täuschend echten Deepfake-Anrufe nutzen Vertrauen aus, um Überweisungen oder Zugangsdaten zu erpressen.

Technische Basismaßnahmen reichen nicht mehr aus

Klassische Sicherheitswerkzeuge bleiben wichtig, sind aber allein nicht mehr ausreichend. Das BSI betont weiterhin die Bedeutung von:
* Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA), die Kontoübernahmen auch bei gestohlenen Passwörtern verhindert.
* Modernen E-Mail-Filtern, die verdächtige Verhaltensmuster erkennen.
* Konsequentem Patchmanagement, um Einfallstore in veralteter Software zu schließen.

Doch die Raffinesse der neuen Angriffe, die gezielt psychologische Tricks anwenden, erfordert eine erweiterte Strategie.

Der Mensch als stärkste Firewall

Die effektivste Technologie nutzt nichts, wenn Mitarbeiter die Gefahr nicht erkennen. Der Mensch muss zur letzten und wichtigsten Verteidigungslinie werden. Entscheidend ist eine gelebte Sicherheitskultur.

Unternehmen sollten auf regelmäßige, praxisnahe Schulungen setzen. Simulierte Phishing-Angriffe schärfen das Bewusstsein. Wichtig ist eine Atmosphäre, in der Mitarbeiter verdächtige Nachrichten ohne Angst melden. Eine klare Meldeprozedur und schnelles Feedback der IT-Abteilung stärken die Wachsamkeit im ganzen Unternehmen.

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Deutschland im Fadenkreuz der Kriminellen

Die BSI-Warnung spiegelt die angespannte Cybersicherheitslage wider. Als starke Wirtschaftsnation ist Deutschland ein attraktives Ziel. Der durch Cyberkriminalität verursachte Schaden geht hierzulande längst in die Milliarden. Phishing ist oft nur der erste Schritt für folgende Attacken wie Datendiebstahl oder Ransomware.

Die Zukunft wird noch mehr KI-gestützte, automatisierte Angriffe bringen. Unternehmen müssen von reaktiven zu proaktiven Strategien übergehen. Ansätze wie „Zero Trust“, bei dem kein Nutzer und kein Gerät standardmäßig vertraut wird, gewinnen an Bedeutung. Langfristig hängt die Cyber-Resilienz eines Unternehmens nicht nur von seiner Technologie, sondern maßgeblich von seiner Sicherheitskultur ab.

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