BSI, KI-Phishing

BSI warnt vor KI-Phishing und QR-Code-Betrug für Remote-Teams

20.02.2026 - 21:42:12 | boerse-global.de

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik warnt vor einer neuen Generation von Cyberangriffen, die besonders Remote-Teams gefährden und traditionelle Sicherheitsmaßnahmen umgehen.

Eine neue Warnung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) schlägt Alarm: Hochentwickelte, KI-gestützte Phishing-Angriffe und eine Welle von Betrugsversuchen mittels QR-Codes stellen eine akute Bedrohung für deutsche Unternehmen dar. Diese neuen Methoden umgehen traditionelle Sicherheitsmaßnahmen und zielen besonders auf die dezentralen Strukturen von Remote-Teams ab, was eine dringende Anpassung der Schutzstrategien erfordert.

In den letzten Tagen hat das BSI eine dringende Warnung bezüglich einer neuen Generation von Cyberangriffen herausgegeben, die eine erhebliche Eskalation der Bedrohungslage markiert. Kriminelle nutzen fortschrittliche Künstliche Intelligenz (KI), um Phishing-E-Mails zu erstellen, die in Sprache, Design und Kontext kaum noch von legitimer Unternehmens- oder Bankkommunikation zu unterscheiden sind. Gleichzeitig gewinnt das sogenannte „Quishing“ – Phishing durch manipulierte QR-Codes – rasant an Bedeutung. Diese kombinierten Angriffswellen stellen insbesondere für Unternehmen mit einer verteilten Belegschaft eine ernste Gefahr dar, da die Grenzen zwischen privater und beruflicher IT-Nutzung zunehmend verschwimmen und Mitarbeiter außerhalb des geschützten Firmennetzwerks agieren. Die aktuelle Entwicklung erfordert von IT-Verantwortlichen ein sofortiges Umdenken und die Implementierung mehrschichtiger Abwehrmechanismen.

Die neue Qualität der Bedrohung: KI-perfektionierte Angriffe

Die Zeiten, in denen sich Phishing-Versuche durch schlechte Grammatik und offensichtliche Fehler verrieten, sind vorbei. Cyberkriminelle setzen inzwischen KI-Sprachmodelle ein, um massenhaft personalisierte und kontextbezogene E-Mails zu generieren, die täuschend echt wirken. Diese Angriffe nutzen aktuelle Ereignisse oder unternehmensinterne Vorgänge als Vorwand, um Mitarbeiter zur Preisgabe sensibler Daten wie Passwörter oder zur Ausführung schädlicher Aktionen zu verleiten. Laut BSI-Warnungen werden dabei oft psychologische Druckmittel wie künstliche Dringlichkeit eingesetzt, beispielsweise durch angebliche Systemaktualisierungen oder drohende Kontosperrungen. Die hohe Qualität dieser Fälschungen senkt die Hemmschwelle bei den Opfern erheblich und erhöht die Erfolgsquote der Angreifer dramatisch. Diese Entwicklung stellt eine besondere Herausforderung für die Sensibilisierung von Mitarbeitern dar, da die üblichen Erkennungsmerkmale für Betrugsversuche an Wirksamkeit verlieren.

„Quishing“: Die unsichtbare Gefahr im QR-Code für Remote-Teams

Eine weitere, stark zunehmende Bedrohung ist das „Quishing“. Angreifer betten schädliche Links in QR-Codes ein, die per E-Mail oder sogar per Post versendet werden. Da viele E-Mail-Sicherheitsfilter primär Text-Links analysieren, können diese QR-Codes die erste Verteidigungslinie oft unbemerkt passieren. Das Risiko ist für Remote-Mitarbeiter besonders hoch, da sie häufig private Smartphones für berufliche Zwecke nutzen und QR-Codes direkt mit dem mobilen Gerät scannen. Nach dem Scan landen die Nutzer auf einer für Mobilgeräte optimierten Phishing-Seite, deren gefälschte URL auf dem kleinen Display kaum auffällt. Einem QR-Code ist seine bösartige Absicht von außen nicht anzusehen, was ihn zu einem perfekten Werkzeug für Social-Engineering-Kampagnen macht. Kriminelle platzieren manipulierte Codes zudem im öffentlichen Raum, etwa an E-Ladesäulen oder auf gefälschten Rechnungen, um Zugangs- oder Zahlungsdaten abzugreifen.

Warum verteilte Arbeit das Phishing-Risiko für Unternehmen erhöht

Die Verlagerung zur Remote-Arbeit hat die Angriffsfläche für Unternehmen signifikant vergrößert. Mitarbeiter, die von zu Hause aus arbeiten, nutzen oft eine Mischung aus Firmen- und Privatgeräten über weniger gesicherte Heimnetzwerke. Diese dezentrale Struktur erschwert es IT-Abteilungen, einheitliche Sicherheitsstandards durchzusetzen und den Datenverkehr effektiv zu überwachen. Die physische Distanz zum Unternehmen führt zudem zu einer veränderten Kommunikationskultur. Eine schnelle, per E-Mail gesendete Anweisung der „Finanzabteilung“ zur Überweisung eines Betrags kann im Homeoffice ohne die Möglichkeit einer kurzen persönlichen Rücksprache eher ausgeführt werden. Cyberkriminelle nutzen diese Isolation gezielt aus. Die Schulung der Mitarbeiter im Erkennen ausgeklügelter Betrugsversuche wird somit zur wichtigsten Verteidigungslinie, der sogenannten „menschlichen Firewall“.

Abwehrstrategien für die Zukunft: Technische und menschliche Firewalls stärken

Angesichts der neuen Bedrohungslage müssen Unternehmen ihre Sicherheitskonzepte anpassen und auf eine Kombination aus fortschrittlicher Technologie und kontinuierlicher Mitarbeitersensibilisierung setzen. Das BSI rät zu einem generellen „Zero-Trust“-Ansatz, bei dem keine Kommunikation – intern wie extern – vorschnell als vertrauenswürdig eingestuft wird. Technisch bedeutet dies den Einsatz von KI-gestützten Abwehrsystemen, die verdächtige Muster in E-Mails und im Netzwerkverkehr erkennen, die menschlichen Analysten entgehen würden. Zudem sind Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) und moderne Endpunktschutzlösungen unverzichtbar. Parallel dazu müssen Schulungsprogramme aktualisiert werden, um Mitarbeiter gezielt über KI-Phishing und Quishing aufzuklären. Regelmäßige, simulierte Phishing-Angriffe helfen dabei, das Bewusstsein zu schärfen und die Reaktionsfähigkeit im Ernstfall zu testen. Die Schaffung einer robusten Sicherheitskultur ist kein einmaliges Projekt, sondern ein fortlaufender Prozess.

Anzeige

Wer die aktuellen BSI-Warnungen ernst nimmt, braucht praktikable Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter und IT. Ein kostenloses E‑Book fasst die wichtigsten Cyber-Security-Awareness-Trends zusammen, erklärt konkrete Abwehrmaßnahmen gegen KI-gestützte Phishing-Angriffe und Quishing und zeigt pragmatische Schritte für Unternehmen und IT-Verantwortliche. Jetzt gratis herunterladen und erste Schutzmaßnahmen sofort umsetzen: Jetzt kostenlosen Cyber-Security-Guide herunterladen

Anzeige

Hol dir den Wissensvorsprung der Profis.

Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Trading-Empfehlungen – dreimal die Woche, direkt in dein Postfach.
100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr.
Jetzt abonnieren.