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Brent-Öl bricht über 100-Dollar-Marke: Nahost-Konflikt treibt Preise

14.03.2026 - 08:44:37 | ad-hoc-news.de

Brent-Rohöl steigt auf 103,70 Dollar pro Barrel, getrieben von Eskalation im Nahen Osten und Drohungen gegen die Straße von Hormus. Europäische Märkte spüren den Druck durch höhere Energiekosten.

Rohoel News,  Oelpreis,  Brent Oel - Foto: THN
Rohoel News, Oelpreis, Brent Oel - Foto: THN

Brent-Rohöl hat die 100-Dollar-Marke überschritten und notiert am Samstagmorgen bei 103,70 US-Dollar pro Barrel, ein Plus von 3,23 Dollar. WTI folgt mit 98,71 Dollar, ebenfalls stark gestiegen. Der Auslöser: Berichte über einen Öltanker unter indischer Flagge, der den Oman verließ, ohne die Straße von Hormus zu passieren, heizen Ängste vor Störungen in der wichtigsten Ölrouten der Welt an.

Stand: 14. März 2026

Dr. Markus Lehmann, Chefmarktanalyst für Rohstoffe und Energie. Spezialist für geopolitische Risiken im Ölmarkt mit Fokus auf DACH-Investoren.

Geopolitischer Trigger dominiert den Markt

Der Markt reagiert auf die anhaltende Eskalation im Nahen Osten. US-Präsident Donald Trump gab bekannt, dass US-Streitkräfte militärische Anlagen auf der iranischen Insel Kharg zerstört haben, die für die iranische Ölindustrie entscheidend ist. Eine vollständige Zerstörung der Öl-Infrastruktur wurde vorerst vermieden, doch Trump warnte: Jede Behinderung der Schifffahrt in der Straße von Hormus würde zu einer sofortigen Überprüfung führen. Iranische Führer drohen derweil mit Gegenschlägen gegen Schiffe in der Straße, die rund 20 Prozent des globalen Öls transportiert.

Diese Konfrontation hat den **Risikoprämie** für Rohöl explodieren lassen. Brent für Mai-Lieferung liegt nun bei rund 103 Dollar, ein Niveau zuletzt im Sommer 2022 gesehen. Vor Kriegsbeginn betrug der Preis noch 73 Dollar. Die Preisentwicklung signalisiert: Der Markt preist nun ein Szenario mit potenziellen Lieferstörungen ein.

Warum das jetzt für Rohöl entscheidend ist

Die Straße von Hormus ist keine Randroute. Täglich passieren hier 21 Millionen Barrel Rohöl, mehr als der gesamte OPEC+-Output. Eine Blockade oder Angriffe würden den physischen Supply schrumpfen lassen, unabhängig von OPEC+-Entscheidungen. Aktuell zeigt die Terminkurve ein klares Backwardation-Muster: Spotpreise übersteigen Futures, was auf knappe physische Versorgung hinweist. Trader beobachten dies als ersten Warnsignal vor einem echten Supply-Schock.

Bestätigte Fakten: Der Tanker unter indischer Flagge mied die Straße, was Spekulationen über iranische Drohungen nährt. Goldman Sachs sieht Brent im März über 100 Dollar, mit Rückgang auf 85 Dollar im April – vorausgesetzt, keine weiteren Eskalationen. Die Unsicherheit treibt jedoch Spekulanten in Long-Positionen.

Auswirkungen auf Brent und WTI

**Brent-Öl** leidet stärker, da es der globale Benchmark ist und stärker von Nahost-Supplies abhängt. Der Mai-Future steht bei 103,70 Dollar, nach Plus von 3 Prozent. **WTI heute** bei 98,71 Dollar, gestützt durch ähnliche Ängste, aber mit US-Fokus. Die Spreads weiten sich: Brent-WTI-Kurve betont die globale Versorgungsangst.

Inventare spielen derzeit keine Rolle – weder API noch EIA-Daten aus den letzten 24 Stunden widersprechen dem Risiko-Uptrend. Stattdessen dominieren geopolitische Feeds. Europäische Raffinerien, darunter in Deutschland und der Schweiz, sehen höhere Einspeisekosten, was Dieselpreise treibt.

DACH-Perspektive: Inflation und Industrie unter Druck

Für Investoren in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist das kein fernes Drama. Höhere **Oelpreise** pushen die Energieinflation, die ECB genau beobachtet. Seit März schwankt Brent zwischen 80 und 120 Dollar, nun fest bei 100. Das belastet den DAX, der am Ölpreis hängt – TecDAX und MDAX fielen kürzlich um 1,5 Prozent.

Deutsche Raffinerien wie Bayernoil oder Miro sehen Kostenexplosionen, die an Industrie und Transport weitergegeben werden. In der Schweiz drücken steigende Heizölpreise (aktuell 18.661 VND/kg äquivalent hoch) Haushalte. Österreichs OMV-Aktie könnte leiden, trotz diversifizierter Supplies. Der starke US-Dollar (EUR/USD bei 1,14) verstärkt den Druck auf Eurozone-Importeure.

Macro-Überlagerung und OPEC+-Kontext

US-Sanktionslockerungen für russisches Öl dämpfen nicht den Trend – Kritik aus Europa folgt, ohne Entspannung. Wall Street stabilisiert sich leicht, doch Europa leidet unter hohen Ölpreisen. OPEC+ hält Quoten, keine neuen Kürzungen angekündigt, aber geopolitische Risiken überlagern fundamentale Balances.

China-Daten als Nachfragesignal: Exporte schwach, doch strategische Reserven puffern. IEA-Freigaben halfen kurz, reichen aber nicht gegen Hormus-Risiken. Die Kombi aus Supply-Risk und fragiler Nachfrage hält Volatilität hoch.

Risiken, Katalysatoren und Positionierung

Kurzerfristig: Nächste EIA-Daten könnten Inventare klären, aber Geopolitik dominiert. Risiko: Vollblockade Hormus würde Brent auf 120+ schießen. Bullish: Trump-Diplomatie. Bearish: Iran-Gegenschlag.

Für DACH-Investoren: Hedgen via Brent-ETCs ratsam, aber volatil. Aktien wie Wintershall oder OMV kurzfristig belastet. Langfristig könnte der Preisrückgang im April (Goldman: 85 Dollar) kommen, wenn Deeskalation eintritt.

Marktsentiment: Hohe Long-Positionen, doch Makro-Sorgen (verhaltenes Wachstum) bremsen Euphorie. **Rohoel News** fokussiert nun auf jeden Tweet aus Washington oder Teheran.

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Rohstoffe und andere Finanzinstrumente sind volatil.

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