Brandschutz-Boom, Ausbildung

Brandschutz-Boom: Unternehmen setzen 2026 auf Ausbildung

19.04.2026 - 05:48:19 | boerse-global.de

Verschärfte Vorschriften und aktuelle Brandfälle führen zu einem Höhepunkt der Nachfrage nach Zertifizierungen und Mitarbeiterunterweisungen in deutschen Unternehmen.

Brandschutz-Boom: Unternehmen setzen 2026 auf Ausbildung - Foto: über boerse-global.de
Brandschutz-Boom: Unternehmen setzen 2026 auf Ausbildung - Foto: über boerse-global.de

Grund sind verschärfte gesetzliche Vorgaben, die deutsche Unternehmen zum Handeln zwingen.

Gesetze treiben Schulungswelle an

Die rechtliche Grundlage bilden die Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR A2.2). Sie verpflichten Arbeitgeber, ihre Belegschaft mindestens einmal jährlich in Brandschutz zu unterweisen. Das betrifft Fluchtwege, das Verhalten im Ernstfall und den Umgang mit Feuerlöschern. Diese Pflicht gilt auch bei Neueinstellungen, nach Umbauten oder einem tatsächlichen Brand.

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Ein weiterer zentraler Punkt ist die Ausbildung von Brandschutzhelfern. Hier schreibt das Gesetz einen Mindestanteil von fünf Prozent der Belegschaft vor. Anbieter wie Maack Feuerschutz betonen jedoch: In komplexen Betrieben mit hohem Risiko sind oft deutlich mehr geschulte Kräfte nötig. Deren Training muss alle zwei bis fünf Jahre aufgefrischt werden.

Zur Unterstützung bieten Dienstleister wie Miratag kostenlose Checklisten an. Eine Prüfung der baulichen, technischen und organisatorischen Maßnahmen dauert etwa 30 bis 45 Minuten und sollte vierteljährlich erfolgen.

Vollgepackter Kurskalender bis Jahresende

Die Nachfrage nach vertieftem Wissen füllt die Kalender der Bildungsanbieter. Die Technische Akademie Nord bietet am 11. Mai 2026 in Kiel ein Seminar für Brandschutz- und Evakuierungshelfer an. Die Kosten liegen bei 302 Euro.

Wer die Qualifikation zum Brandschutzbeauftragten (DGUV 205-003) anstrebt, muss mehr Zeit investieren. Ein achttägiger Zertifikatslehrgang an der Akademie für Technik in Hamburg startet am 7. September 2026. Das Programm umfasst 64 Unterrichtseinheiten und endet mit einer Prüfung. Ähnliche Kurse plant die ASI Akademie für Sicherheit im Juli in Mannheim und im September in Leipzig.

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Der Herbst steht zudem im Zeichen von Fachkongressen. Vom 22. bis 23. September 2026 findet der Expertenkongress "BrandKon" bei Frankfurt statt. Spezial-Webinarien behandeln Nischenthemen, etwa Brandschutz in Großgaragen unter Berücksichtigung der E-Ladeinfrastruktur.

Aktuelle Brände unterstreichen Dringlichkeit

Jüngste Vorfälle zeigen, wie wichtig Vorsorge ist. In der Nacht auf den 17. April 2026 verhinderte eine CO2-Löschanlage in einem Münchner Kunststoffbetrieb Schlimmeres. Der Sachschaden belief sich dennoch auf 100.000 bis 500.000 Euro.

Ebenfalls am 17. April brannte ein Tankauflieger mit 25 Tonnen Kunststoffgranulat auf der A1 bei Harpstedt vollständig aus. Die schnelle Reaktion des Fahrers verhinderte die Ausbreitung. Der Schaden liegt bei mindestens 200.000 Euro. Weitere Lkw- und Lagerhallenbrände in dieser Woche unterstreichen die alltägliche Gefahr.

Als Reaktion darauf intensivieren auch Feuerwehren ihr Training. Kommandofahrzeuggruppen aus Schwalmtal und Viersen übten am 13. April in Kempen den Einsatz von Drohnen zur Lageerkundung bei Großbränden.

Fachkräftemangel trotz guter Jobaussichten

Der gestiegene Regulierungsdruck schafft einen robusten Arbeitsmarkt für Sicherheitsexperten. In Düsseldorf sind aktuell 27 Stellen für Brandschutzbeauftragte ausgeschrieben, teils mit Homeoffice-Option. Auch in Hamburg (22 Stellen) und Köln herrscht reger Bedarf.

Gesucht werden oft Ingenieure mit Zusatzqualifikationen wie "Fachkraft für Brandschutz" oder "Geprüfter Brandschutzmanager". Diese Zertifikate vergibt beispielsweise der TÜV AUSTRIA.

Ausblick: Von der Pflicht zur Risikostrategie

Das restliche Jahr 2026 wird für die Brandschutzbranche geschäftig. Viele Unternehmen wollen ihre jährlichen Unterweisungen noch vor Jahresfrist abschließen. Parallel läuft die Suche nach neuem Personal. Die Stadt Offenbach wirbt bis zum 3. Mai 2026 um Brandoberinspektoren für einen Ausbildungsstart 2027.

Langfristig rücken neue europäische Normen in den Fokus, etwa die EU-Maschinenverordnung 2023/1230. Sie wird künftig Teil der Ausbildung für Sicherheitskoordinatoren. Die jüngsten Vorfälle und die sich wandelnden Risiken – von E-Autos bis Holzbau – treiben die Entwicklung voran. Brandschutz wird so immer mehr zur ganzheitlichen Risikomanagement-Aufgabe.

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