BP Aktie: Analystenlob und Arbeitskampf
23.03.2026 - 16:25:17 | boerse-global.deBP erlebt derzeit kontrastreiche Tage. Während steigende Ölpreise Analysten zu deutlichen Kurszielanhebungen bewegen, schwelt an der größten US-Raffinerie des Konzerns ein harter Arbeitskampf. Der Markt ignoriert den Konflikt bisher zugunsten der starken Makro-Daten, was die Papiere nahe an ihr jüngstes Jahreshoch trieb.
Höhere Ölpreise beschleunigen Schuldenabbau
Verantwortlich für die positive Grundstimmung ist vor allem eine Neubewertung durch HSBC. Die Analysten stuften das Papier von „Reduce“ auf „Hold“ hoch und hoben das Kursziel um fast 30 Prozent auf 45,30 US-Dollar an. Der Grund für diesen Kurswechsel liegt in den geopolitisch getriebenen Ölpreisen.
Bei einem angenommenen Brent-Preis von 80 US-Dollar pro Barrel rechnet die Bank für 2026 mit einem um vier Milliarden Dollar höheren operativen Cashflow als zuvor. Dadurch könnte BP seine Nettoverschuldung bis Ende 2026 auf neun Milliarden Dollar drücken. Dieser Wert würde das unternehmenseigene Ziel von 14 bis 18 Milliarden Dollar deutlich unterbieten und neuen Spielraum für Ausschüttungen schaffen. Entsprechend hob HSBC die Gewinnschätzungen für 2026 im Schnitt um 50 Prozent an.
Harte Fronten in Indiana
Parallel zu den optimistischen Prognosen muss das Management eine handfeste Krise an seinem wichtigsten US-Standort bewältigen. Seit dem 19. März hat BP rund 800 Gewerkschaftsmitglieder aus der Raffinerie in Whiting, Indiana, ausgesperrt. Dem Schritt gingen gescheiterte Vertragsverhandlungen voraus. Die Gewerkschaft wirft dem Unternehmen vor, über 100 Stellen streichen, Gehälter kürzen und KI-Überwachungssysteme installieren zu wollen.
Derzeit halten rund 450 nicht gewerkschaftlich organisierte Mitarbeiter sowie externe Dienstleister den Betrieb der 440.000-Barrel-Anlage aufrecht. Jeder längere Ausfall an diesem Standort könnte die ohnehin knappe Versorgung mit raffinierten Produkten im Mittleren Westen der USA spürbar verknappen.
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Neues Gasfeld stützt das Wachstum
Abseits der US-Probleme meldet der Konzern operative Fortschritte in Afrika. Das Quiluma-Gasfeld in Angola, ein Joint Venture mit Eni, hat die Produktion aufgenommen. Die Anlage soll bis Ende 2026 auf 330 Millionen Standardkubikfuß pro Tag hochfahren und sowohl den heimischen Bedarf als auch den Exportmarkt bedienen.
Am Aktienmarkt rücken Anleger die positiven fundamentalen Faktoren in den Vordergrund. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier ein Plus von gut 23 Prozent, auch wenn der Kurs heute nach dem jüngsten Lauf um 3,25 Prozent auf 6,24 Euro nachgibt.
Wie lange die Investoren den Arbeitskampf in den USA noch ausblenden, hängt maßgeblich von der Stabilität der Raffinerieproduktion unter der Ersatzbelegschaft ab. Spätestens am 3. Mai wird das Management bei der Vorlage der nächsten Quartalszahlen konkrete Antworten zu den finanziellen Auswirkungen des Streiks und den Fortschritten beim Schuldenabbau liefern.
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