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Boston Dynamics: CEO-Roboterpionier Playter tritt ab

10.02.2026 - 23:31:12

Der langjährige Chef des Robotik-Pioniers Boston Dynamics geht in den Ruhestand. Die Interims-CFO übernimmt, während das Unternehmen unter Hyundai seine Kommerzialisierung vorantreibt.

Robert Playter, der langjährige Chef des Robotik-Vorreiters Boston Dynamics, gibt nach über 30 Jahren das Ruder ab. Sein Rücktritt beendet eine Ära, in der die Firma von der Forschung zur kommerziellen Kraft wurde. Interims-CFO Amanda McMaster übernimmt.

Die Ankündigung vom Dienstag markiert einen tiefen Einschnitt für die weltweit führende Firma für mobile Roboter. Playter, der seit 2020 als CEO amtierte, wird das Unternehmen offiziell am 27. Februar verlassen und in den Ruhestand gehen. Die Suche nach einem dauerhaften Nachfolger läuft.

In einer Mitteilung an die Belegschaft beschrieb Playter seine Zeit als „das Abenteuer eines Lebens“. Er habe das Unternehmen von einem kleinen Forschungslabor zu einem globalen Marktführer geführt. „Dieses Team zu leiten, war die größte Ehre meines Lebens“, so der scheidende CEO.

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Vom Forschungslabor zur Industrie-Kraft

Playters Amtszeit war geprägt von einem fundamentalen Strategiewechsel. Unter seiner Führung vollzog Boston Dynamics den entscheidenden Schritt in die Kommerzialisierung. Dieser Prozess begann unter dem japanischen Investor Softbank und setzte sich nach der Übernahme durch den südkoreanischen Autoriesen Hyundai im Jahr 2020 fort.

Der Durchbruch gelang 2020 mit Spot, dem ersten vierbeinigen Roboter für den freien Verkauf. Aus den YouTube-Sensationen wurden plötzlich greifbare Produkte für Industriekunden. Es folgten der Logistik-Roboter Stretch und jüngst eine vollelektrische, kommeziellle Version des berühmten humanoiden Atlas.

Heute sind diese Roboter bei Großkonzernen wie DHL, GAP und H&M im Einsatz. Sogar im havarierten Atomkraftwerk Fukushima Daiichi kam Spot zum Einsatz. Aus dem Forschungs-Pionier wurde ein profitables Industrieunternehmen.

Das Erbe eines Tüftlers

Playters Einfluss reicht weit über seine CEO-Zeit hinaus. Der promovierte Ingenieur war von Anfang an dabei – als Spin-off des MIT. Er war maßgeblich an der Entwicklung der weltweit fortschrittlichsten Roboter beteiligt, von den ersten hüpfenden Maschinen bis zur Pionierarbeit in der Humanoid- und Quadruped-Robotik.

Das Unternehmen würdigte ihn als „Ikone der globalen Robotik-Branche“. Seine Karriere begann im legendären MIT Leg Lab, wo er 1994 seine Doktorarbeit über die Dynamik von Turnübungen schrieb. Er programmierte damals einen zweibeinigen Roboter für einen 3D-Salto. Dieses tiefe technische Verständnis prägte seine Führung, als Boston Dynamics die Grenzen der Roboter-Mobilität neu definierte.

Neue Ära unter Hyundai-Dach

Der Führungswechsel kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Boston Dynamics vertieft gerade die Integration in den Hyundai-Konzern. Der Autobauer will das Robotik-Know-how nutzen, um seine eigenen Fertigungsprozesse zu revolutionieren und selbst zur Robotik-Führungskraft aufzusteigen.

Die Pläne sind ambitioniert: Hyundai will zehntausende Boston-Dynamics-Roboter in seinen Werken einsetzen. Dafür entsteht eine neue Fabrik in den USA mit einer Kapazität von 30.000 Robotern pro Jahr. Die neue Atlas-Generation, erstmals auf der CES 2026 vorgestellt, ist zentral für diese Strategie. Die ersten Einheiten sind bereits für Hyundais Forschungszentrum und Google DeepMind reserviert.

Was bedeutet der Wechsel für die Branche?

Playters Abschied beendet eine Ära für ein Unternehmen, das wie kein anderes für Spitzenrobotik steht. Die Frage ist nun: Wie geht es weiter? Die Ernennung von Finanzchefin McMaster zur Interims-CEO deutet auf Kontinuität in der Geschäftsstrategie hin. Sie wird den kommerziellen Kurs für Spot, Stretch und Atlas voraussichtlich fortsetzen.

Die dauerhafte Nachfolge wird jedoch die Weichen für die Zukunft stellen. Die Herausforderung für den neuen Chef wird sein, den legendären Innovationsgeist zu bewahren – und gleichzeitig die Produktion zu skalieren und in einem zunehmend wettbewerbsintensiven Markt profitabler zu werden.

Konkurrenz droht von Tech-Giganten und agilen Start-ups. Die strategische Richtung, die Boston Dynamics nun einschlägt, wird nicht nur das eigene Schicksal bestimmen. Sie könnte den Kurs der gesamten mobilen und humanoiden Robotik-Branche beeinflussen. Ein spannender Übergang für eine Ikone der Technologie.

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