Boreout-Alarm, Angestellte

Boreout-Alarm: Deutsche Angestellte im Projekt-Stillstand

19.02.2026 - 04:09:12 | boerse-global.de

Wirtschaftliche Stagnation führt zu Unterforderung am Arbeitsplatz. Experten empfehlen Job Crafting, Qualifizierung und mentale Strategien, um die Phase produktiv zu überbrücken.

Neue Wirtschaftsdaten bestätigen eine anhaltende Stagnation. Für viele verbliebene Angestellte bedeutet das unfreiwilligen Leerlauf – und die Gefahr eines Boreouts. Experten raten jetzt zu proaktivem Handeln.

Die deutsche Industrie baute im vergangenen Jahr massiv Stellen ab. Doch die eigentliche Herausforderung spielt sich in den verwaisten Büros ab: Projektstopps und Investitionspausen führen bei den verbliebenen Teams zu einer „lauernden Leere“. Arbeitspsychologen warnen, dass dieser unfreiwillige Leerlauf die psychische Gesundheit oft stärker belastet als Stress.

Das Paradox des „Big Stall“

Während über 120.000 Industriearbeitsplätze 2025 verloren gingen, erleben viele Angestellte in Verwaltung und Strategie keinen Mehrarbeit, sondern Stillstand. Budgets sind eingefroren, Entscheidungen vertagt. Analysten nennen diesen Zustand „The Big Stall“ – den großen Stillstand.

Anders als bei der „Great Resignation“ klammern sich Arbeitnehmer nun an ihre Positionen. Doch sie finden dort kaum erfüllende Aufgaben vor. Besonders betroffen ist die Altersgruppe der 31- bis 40-Jährigen. Für sie ist der Leerlauf keine Erholung, sondern eine Bedrohung der eigenen beruflichen Relevanz.

Drei Strategien gegen die Flaute

Wie können Beschäftigte die Phase nutzen, statt in ihr zu versinken? Experten für Personalentwicklung und Arbeitspsychologie empfehlen drei konkrete Wege.

1. Job Crafting: Die eigene Rolle neu gestalten

Statt auf Anweisungen zu warten, sollten Angestellte ihre Aufgaben aktiv umgestalten. Diese Praxis heißt „Job Crafting“. Die freie Zeit eignet sich perfekt, um ineffiziente Prozesse zu überarbeiten, Dokumentationen zu aktualisieren oder Automatisierungspotenziale zu identifizieren. Wer solche strukturellen Probleme löst, macht seine Rolle auch in Krisenzeiten unverzichtbar.

2. Upskilling: Die Marktfähigkeit stärken

Die technologische Entwicklung pausiert nicht mit der Konjunktur. Die aktuelle Flaute bietet die Chance, Qualifikationslücken zu schließen. Kompetenzen im Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) werden immer wertvoller. Karriereberater raten, die Wartezeit explizit für Zertifizierungen und Online-Kurse zu nutzen. Das signalisiert Engagement und bereitet auf den Neustart der Projekte vor.

3. Mentale Hygiene: Erschöpfung vermeiden

Die psychologische Belastung durch Unterforderung ist hoch. Psychologen warnen vor dem „Fake Busy“-Phänomen: Geschäftiges Treiben zu simulieren, verbraucht kognitive Ressourcen und kann zu Erschöpfung führen. Gesundheitsexperten empfehlen stattdessen Transparenz und bewusste mentale Abgrenzung. Echte Pausen, Bewegung und soziale Interaktion stärken die Resilienz. Der momentane Aufgabenmangel ist ein strukturelles, kein persönliches Versagen.

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Wann dreht der Wind?

Die Situation hierzulande steht im Kontrast zu dynamischeren Arbeitsmärkten wie in den USA. Wirtschaftsinstitute prognostizierten die aktuelle Stagnation bereits. Eine schnelle Erholung erscheint unwahrscheinlich, Unternehmen agieren weiter vorsichtig.

Bis politische und ökonomische Impulse greifen, bleibt die Verwaltung des Stillstands eine Kernkompetenz. Doch wer die Flaute für gezielte Selbstinvestition nutzt, ist bestens positioniert, wenn der konjunkturelle Wind wieder dreht. Experten rechnen vorsichtig mit einer Stabilisierung der Auftragslage in der zweiten Jahreshälfte 2026.

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