Bochumer, Forscher

Bochumer Forscher entschlüsseln, wie Psychedelika Halluzinationen erzeugen

17.02.2026 - 17:19:12

Eine Studie zeigt, dass Psychedelika den Informationsfluss im Gehirn umlenken, wodurch es stärker auf Erinnerungen statt auf Sinneseindrücke zugreift. Diese Erkenntnis könnte die Therapie psychischer Erkrankungen voranbringen.

Ein Forschungsteam der Ruhr-Universität Bochum hat den Mechanismus entdeckt, durch den psychedelische Substanzen Halluzinationen auslösen. Ihre Studie zeigt: Das Gehirn schaltet unter Drogeneinfluss in einen Modus, in dem es weniger auf die Außenwelt und mehr auf das Gedächtnis zugreift. Die in Communications Biology veröffentlichen Erkenntnisse könnten die Therapie von Depressionen und Ängsten voranbringen.

Gehirnwellen als Schaltstelle

Im Fokus der Untersuchung stand der Serotonin-2A-Rezeptor, die zentrale Andockstelle für viele Psychedelika im Gehirn. Die Forscher fanden heraus: Werden diese Rezeptoren aktiviert, produziert der visuelle Kortex verstärkt niederfrequente Gehirnwellen im 5-Hz-Bereich.

Diese synchronisierten Wellen verändern den gesamten Informationsfluss. Die direkte Verarbeitung von Sinneseindrücken aus der Umwelt tritt in den Hintergrund. Stattdessen schaltet das Gehirn auf einen internen Modus um – eine Grundvoraussetzung für die veränderte Wahrnehmung.

Die Brücke ins Gedächtnis wird stärker befahren

Doch wohin fließen die Informationen dann? Die Studie identifizierte eine entscheidende Region: den retrosplenialen Kortex. Dieses Areal verbindet aktuelle Wahrnehmung mit gespeicherten Erinnerungen.

Durch die verstärkten niederfrequenten Wellen wird diese „Brücke“ deutlich stärker genutzt. Das Gehirn stützt sich plötzlich mehr auf interne, bereits vorhandene Daten als auf frische Eindrücke von Augen und Ohren. Das erklärt, warum Erlebnisse unter Psychedelika oft intensiver und bedeutungsvoll wirken.

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Halluzinationen als aktiver Kompensationsmechanismus

Aus dieser Verschiebung entstehen schließlich die Halluzinationen. Wenn die Verarbeitung externer Reize gedämpft wird, klafft eine Lücke in der bewussten Wahrnehmung. Das Gehirn hasst solche Lücken und füllt sie aktiv – mit Fragmenten aus dem Gedächtnis.

Komplexe Bilder, Muster und ganze Szenarien entstehen, ohne äußeren Anlass. Die neue Erkenntnis: Halluzinationen sind kein passives Chaos, sondern ein aktiver Ausgleichsversuch des Gehirns für einen Mangel an Sinnesdaten.

Was bedeutet das für die Therapie?

Die Ergebnisse liefern eine solide neurobiologische Erklärung, warum Substanzen wie Psilocybin oder LSD in der Psychiatrie so vielversprechend sind. Sie zeigen konkret, wie diese Stoffe die Kommunikation zwischen Hirnregionen umlenken können.

Dieses mechanistische Verständnis ist entscheidend, um sichere und gezielte Behandlungen für Erkrankungen wie Depressionen oder Zwangsstörungen zu entwickeln. Die Bochumer Arbeit legt einen Grundstein für Therapien, die fehlerhafte Kommunikationsmuster im Gehirn gezielt korrigieren – vielleicht sogar ohne starke Rauscherfahrung.

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