BMLEH investiert 10 Millionen Euro in digitale Landwirtschaft
19.01.2026 - 21:42:12Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) stellt rund 10 Millionen Euro bereit, um die digitale Transformation auf deutschen Höfen voranzutreiben. Die Mittel sollen Innovationen in der Praxis verankern und so Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit stärken.
Bundesminister Alois Rainer stellte das Programm während der Grünen Woche in Berlin vor. Es zielt darauf ab, digitale Werkzeuge und Künstliche Intelligenz (KI) direkt in den landwirtschaftlichen Betrieben zu entwickeln und zu testen. „Wir wollen die Landwirte befähigen, indem wir Innovationen dort zugänglich machen, wo sie am dringendsten benötigt werden“, so Rainer. Im Fokus stehen eine präzisere Ressourcennutzung, verbesserter Umweltschutz, mehr Tierwohl und die wirtschaftliche Stabilität der Höfe.
Digitale Experimentierfelder als Innovationsschmieden
Herzstück der Strategie sind die sogenannten digitalen Experimentierfelder. Diese seit 2019 vom BMEL geförderten Reallabore testen digitale Lösungen unter realen Bedingungen in Pflanzenbau und Tierhaltung. Die neuen 10 Millionen Euro fließen in die Erweiterung dieser Felder, mit besonderem Fokus auf KI und Smart Farming.
Die Experimentierhöfe sind bundesweit verteilt und vernetzen private Betriebe, öffentliche Demonstrationsbetriebe sowie Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Getestet wird ein breites Spektrum: von Sensoren im Milchviehstall, die die Tiergesundheit überwachen, bis hin zu Drohnen im Weinbau, die den Pflanzenschutz optimieren. Das Ziel ist klar: Die Technologien müssen nicht nur wirksam, sondern auch für kleine und mittlere Betriebe praktikabel und attraktiv sein, um den Sprung in die flächendeckende Praxis zu schaffen.
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KI und Daten als Schlüssel für die Zukunft
Künstliche Intelligenz spielt in der Förderung eine zentrale Rolle. KI-Systeme können riesige Datenmengen von Sensoren, Drohnen und Maschinen analysieren und so fundiertere Entscheidungen ermöglichen. Das führt zu effizienterem Dünger- und Pflanzenschutzmitteleinsatz, besserem Umweltschutz und höherem Tierwohl.
Neben der KI fördert die Initiative auch den Aufbau digitaler Infrastrukturen und den Datenaustausch. Das BMEL treibt hierfür die landwirtschaftliche Domäne innerhalb von GAIA-X voran, der europäischen Initiative für eine sichere Dateninfrastruktur. Standardisierte und interoperable Systeme sind entscheidend, damit verschiedene Maschinen und Softwarelösungen effizient kommunizieren können.
Wachstumsmarkt Smart Farming
Die staatliche Investition kommt in einer Phase kräftigen Marktwachstums. Der globale Markt für intelligente Landwirtschaft könnte Schätzungen zufolge bis 2026 auf über 34 Milliarden US-Dollar wachsen. In Deutschland, dem zweitgrößten Agrarproduzenten Europas, ist die Digitalisierung bereits weit verbreitet. Studien zeigen, dass eine große Mehrheit der Betriebe bereits digitale Technologien nutzt und viele weitere Investitionen planen.
Die Hauptgründe für die Adoption sind Zeitersparnis, höhere Produktionseffizienz und körperliche Entlastung. Deutschland ist weltweit führend im Agrarmaschinenbau und kann diese Position durch die vorangetriebene Digitalisierung weiter ausbauen. Das Förderprogramm richtet sich explizit auch an kleine und mittlere Betriebe, um Investitionen in moderne, klima- und naturschonende Technologien zu unterstützen.
Langfristige Strategie für eine digitale Agrarwende
Die 10 Millionen Euro sind Teil einer langfristigen Bundesstrategie. Initiativen wie das „Investitions- und Zukunftsprogramm Landwirtschaft“ haben bereits Hunderte Millionen Euro bereitgestellt, um Höfe bei Investitionen in moderne Technik zu unterstützen. Der Fokus bleibt auf dem praktischen Nutzen: Ressourcenschonung, Emissionsminderung und der Erhalt der biologischen Vielfalt.
Die weiteren Erkenntnisse aus den Experimentierfeldern werden wertvolle Best Practices für die gesamte Branche liefern. Mit fortschreitender Entwicklung von KI, Robotik und dem Internet der Dinge (IoT) wird die Integration in den Arbeitsalltag schneller voranschreiten. Die Bundesförderung setzt einen wichtigen Katalysator für diesen Wandel – hin zu einer produktiven, wettbewerbsfähigen und nachhaltigen deutschen Landwirtschaft.
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