Blue Owl Capital Aktie: Liquiditätsstopp
23.02.2026 - 15:58:29 | boerse-global.deBlue Owl Capital hat die Rücknahmen für seinen privaten Kreditfonds OBDC II dauerhaft eingestellt. Diese Entscheidung löste an der Börse deutlichen Verkaufsdruck aus und drückte die Aktie auf ein neues Jahrestief bei 10,51 US-Dollar. Wie tief sitzen die strukturellen Probleme im privaten Kreditmarkt wirklich?
Milliardenverkauf zur Kapitalbeschaffung
Um die Liquidität für geplante Rückzahlungen sicherzustellen, veräußerte der Vermögensverwalter Kreditbeteiligungen im Wert von 1,4 Milliarden US-Dollar. Die Käufer sind vier nordamerikanische Pensionsfonds und Versicherer, darunter die Blue-Owl-Tochtergesellschaft Kuvare. Die Kredite wurden zu 99,7 Prozent ihres Nennwertes übertragen – ein vergleichsweise geringer Abschlag für ein Portfolio dieser Größenordnung.
Die Transaktion umfasst Beteiligungen an 128 Unternehmen aus 27 Branchen. Ein Schwerpunkt der verkauften Vermögenswerte liegt mit 13 Prozent im Bereich Internet-Software. Das Kapital für diesen Deal stammt aus drei verschiedenen Fonds: 600 Millionen US-Dollar wurden aus dem OBDC II-Fonds abgezogen, weitere 800 Millionen US-Dollar entfallen zu gleichen Teilen auf die Portfolios OTIC und OBDC.
Massiver Auszahlungsdruck erzwingt Umbau
Der Auszahlungsstopp markiert eine fundamentale Änderung der Fondsstruktur. Der OBDC II wird in ein sogenanntes „Drawdown-Vehikel“ umgewandelt. Anleger können ihre Anteile nicht mehr wie bisher vierteljährlich kündigen. Stattdessen verspricht das Management eine Kapitalrückzahlung in Höhe von 30 Prozent des Nettoinventarwerts – etwa 2,35 US-Dollar je Aktie – innerhalb der nächsten 45 Tage.
Diesem Schritt ging eine massive Fluchtbewegung der Investoren voraus. Im vierten Quartal summierten sich die Rückgabewünsche auf 2,9 Milliarden US-Dollar, was einer Verdreifachung gegenüber dem Vorquartal entspricht. Auch im Technologiefonds OTIC zeigten sich Risse: Im Januar 2026 zogen Kunden dort 15 Prozent des Fondsvolumens ab. Trotz dieser Turbulenzen hielten institutionelle Schwergewichte wie die Vanguard Group zuletzt an ihrem Engagement fest und bauten ihre Position im dritten Quartal sogar leicht aus.
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Warnsignale für den Gesamtmarkt
Die Liquiditätsprobleme bei Blue Owl strahlen auf den gesamten, rund 1,8 Billionen US-Dollar schweren Markt für Privatkredite aus. Erste Marktakteure versuchen bereits, aus der Verunsicherung Kapital zu schlagen. Hedgefonds-Manager Boaz Weinstein von Saba Capital startete ein Übernahmeangebot für Anteile der betroffenen Fonds, fordert dabei jedoch Abschläge von bis zu 35 Prozent auf den Buchwert.
Gleichzeitig wächst die politische Aufmerksamkeit. US-Senatorin Elizabeth Warren forderte nach dem Auszahlungsstopp eine strengere Regulierung des Sektors. Ökonomen wie Mohamed El-Erian warnen, dass der Stress bei Blue Owl als Frühwarnindikator für systemische Risiken dienen könnte. Besonders die Bewertung von Krediten im Bereich der Technologie- und KI-Infrastruktur steht nun unter verstärkter Beobachtung. In den kommenden 45 Tagen wird sich zeigen, ob die angekündigte Sonderausschüttung ausreicht, um eine weitere Eskalation zu verhindern.
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