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BlackBerry-Aktie springt nach Zahlen: Chance für DACH-Anleger?

26.02.2026 - 00:56:54 | ad-hoc-news.de

BlackBerry meldet frische Quartalszahlen und die Aktie reagiert deutlich. Was steckt hinter dem Kurssprung, wie schätzen Analysten den Wert ein und was bedeutet das konkret für Privatanleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz?

Bottom Line zuerst: BlackBerry hat mit neuen Quartalszahlen und einem klareren Fokus auf Software und Cybersecurity die Anleger wieder wachgerüttelt. Die Aktie mit der ISIN CA09228F1099 legte im US-Handel deutlich zu, die Volatilität zieht an und damit auch das Chancen-Risiko-Profil für Anleger im deutschsprachigen Raum.

Wenn Sie in Deutschland, Österreich oder der Schweiz handeln, ist BlackBerry längst kein Meme-Zock mehr, sondern entwickelt sich zunehmend zu einem Nischen-Play auf sichere vernetzte Fahrzeuge und Unternehmens-Cybersicherheit. Was Sie jetzt wissen müssen, bevor Sie Kaufen, Halten oder Aussteigen.

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Analyse: Die Hintergründe

BlackBerry hat seine aktuellen Quartalszahlen vorgelegt und damit einen wichtigen Stimmungstest an der Börse bestanden. Entscheidend waren vor allem zwei Punkte: die Entwicklung im margenstarken Softwaregeschäft und die Fortschritte beim Konzernumbau weg vom Handy-Image hin zu einem reinen B2B-Techanbieter.

Im Kerngeschäft mit Cybersecurity-Lösungen und Embedded Software (QNX) für die Autoindustrie konnte BlackBerry seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr stabilisieren bzw. leicht steigern und lag damit im Rahmen oder knapp über den Markterwartungen. Die Profitabilität verbessert sich, weil das Management die Kosten weiter konsequent senkt.

Gerade der Bereich QNX ist für DACH-Anleger hochrelevant: Die Software steckt in Infotainment- und Steuersystemen zahlreicher Automodelle, die auch auf deutschen Straßen unterwegs sind, etwa von VW, BMW, Mercedes-Benz oder Audi. BlackBerry verdient hier an Lizenz- und Wartungsgebühren und positioniert sich als Infrastruktur-Anbieter für das softwaredefinierte Auto.

Warum die Aktie plötzlich wieder auf dem Radar ist

Die Kursreaktion auf die jüngsten Zahlen zeigt: Der Markt beginnt, BlackBerry weniger als Meme-Aktie und stärker als Turnaround-Story zu sehen. Nach Jahren der Restrukturierung scheint der Tiefpunkt im klassischen Lizenz- und Servicegeschäft erreicht, während die Softwareumsätze aus Automotive und Cybersecurity anziehen.

Für kurzfristig orientierte Trader im DACH-Raum ist das vor allem eins: neuer Zündstoff für Schwankungen. Die Aktie reagiert empfindlich auf jede neue Guidance, größere Kundenverträge oder Aussagen zu Margen. Intraday-Bewegungen von mehreren Prozent sind keine Ausnahme, sondern eher die Regel.

Langfristige Anleger dagegen schauen auf die Frage: Gelingt es BlackBerry, sich als verlässlicher Cashflow-Lieferant im Softwaresegment zu etablieren? Je mehr der Markt diese Story glaubt, desto eher wird die Bewertung von spekulativ auf solide umschalten - mit entsprechendem Einfluss auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis.

Was heißt das konkret für Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz?

Für Privatanleger im deutschsprachigen Raum ist BlackBerry problemlos handelbar. Die Aktie ist in vielen Depots aus Deutschland, Österreich und der Schweiz über Xetra, Tradegate oder direkt an US-Börsen wie NYSE bzw. NYSE American (Ticker: BB) verfügbar. Die Handelszeiten in New York und die Zeitverschiebung sorgen allerdings dafür, dass die größten Kursbewegungen meist am späten Nachmittag und Abend mitteleuropäischer Zeit stattfinden.

Währungsrisiko: BlackBerry bilanziert in US-Dollar und notiert vorwiegend in USD. Für Euro-Anleger kommt also neben dem Unternehmensrisiko ein USD-EUR-Wechselkursrisiko hinzu. Gerade in Phasen, in denen der Euro zum Dollar schwankt, kann die Performance im deutschen Depot erheblich von der US-Performance abweichen.

Regulatorik und Steuern: In Deutschland unterliegt BlackBerry der üblichen Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer auf Kursgewinne und Dividenden. Ähnliches gilt in Österreich (KESt) und der Schweiz (Besteuerung im Rahmen der privaten Vermögensverwaltung, typischerweise ohne Steuer auf Kursgewinne, aber mit Deklarationspflicht). Da BlackBerry derzeit keine nennenswerte Dividendenstrategie verfolgt, steht der Kursgewinn im Vordergrund.

Deutscher Kontext: Autoindustrie, Cybersecurity und geopolitische Lage

Die Relevanz von BlackBerry für den DACH-Raum geht über die reine Aktie hinaus. Die Transformation hin zu einem Softwarelieferanten für die vernetzte Mobilität berührt direkt die deutsche Schlüsselindustrie: den Automobilsektor.

Mit QNX ist BlackBerry seit Jahren ein etablierter Partner in der Fahrzeug-IT. Wenn deutsche Hersteller wie VW, BMW, Mercedes-Benz oder Zulieferer im DAX und MDAX ihre Plattformstrategien anpassen, kann das indirekt auch BlackBerrys Auftragslage beeinflussen. Positive Meldungen aus Stuttgart, München oder Wolfsburg zu neuen Softwarearchitekturen können künftig stärker auf das Sentiment der BlackBerry-Aktie durchschlagen.

Zusätzlich stützt der anhaltende Trend zu Cybersecurity die Investmentstory. Deutsche Unternehmen unterliegen strengen Vorgaben, etwa der NIS-2-Richtlinie in der EU und sektorspezifischen Sicherheitsanforderungen. BlackBerry positioniert sich mit seinen Sicherheitslösungen als ein Player in diesem Umfeld, auch wenn es hierzulande stärkere lokale Wettbewerber gibt.

So ordnen Trader im DACH-Raum die Lage ein

In deutschsprachigen Foren und auf Social Media ist der Ton rund um BlackBerry gemischt, aber deutlich nüchterner als zu Hochzeiten des Meme-Hypes. Viele erfahrene Trader sehen BlackBerry heute als Mid-Cap-Spekulation mit fundamentaler Unterfütterung, nicht mehr als reinen Short-Squeeze-Kandidaten.

Typische Diskussionsthemen: Wie nachhaltig ist das Softwarewachstum, wie schnell kann das Unternehmen die Margen auf Branchen-Niveau heben, und wann könnte der freie Cashflow zum zentralen Bewertungsanker werden? Kurzfristig orientierte Trader achten vor allem auf charttechnische Marken und Optionsaktivität an den US-Börsen.

Für Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist wichtig: Die Liquidität an europäischen Handelsplätzen ist tagsüber ausreichend, aber die wirklich großen Orderströme laufen in der Regel über die US-Handelsplätze. Wer aktiv tradet, sollte also die US-Eröffnung ab 15:30 Uhr MEZ im Blick behalten.

Das sagen die Profis (Kursziele)

Professionelle Analysten sind bei BlackBerry weiterhin gespalten. Ein Teil der Häuser verweist auf die nach wie vor unsichere Visibilität im Cybersecurity-Segment und die starke Konkurrenz durch große US-Konzerne. Entsprechend liegen einige Ratings im Bereich "Halten" bis "Verkaufen", mit Kurszielen eher in der Nähe des aktuellen Niveaus.

Auf der anderen Seite gibt es Analysten, die im Automotive-Geschäft und dem Fokus auf Embedded Software eine unterschätzte Option sehen. Sie argumentieren, dass die Pipeline an Fahrzeugplattformen, in denen QNX verbaut ist, mittel- bis langfristig für wiederkehrende Erlöse sorgen kann. Diese optimistischeren Stimmen sehen moderates Aufwärtspotenzial und vergeben "Kaufen" oder "Outperform", allerdings häufig mit dem Hinweis auf erhöhte Volatilität.

Was bedeutet das für DACH-Anleger? Die Spanne der Kursziele zeigt klar: BlackBerry ist kein Konsenswert. Wer einsteigt, setzt bewusst auf eine Turnaround-Story mit technologischem Kern. Eine sinnvolle Strategie für viele Privatanleger könnte sein, die Positionsgröße zu begrenzen, nur Kapital einzusetzen, dessen Verlust verkraftbar ist, und klare Ausstiegsszenarien zu definieren.

Für risikobewusste, langfristig orientierte Investoren, die an den Trend zur softwaregetriebenen Mobilität und steigende Cybersicherheitsanforderungen glauben, bleibt BlackBerry ein spekulatives Satelliteninvestment neben solideren Kernpositionen etwa im DAX, ATX oder SMI. Kurzfristige Trader im DACH-Raum finden in BlackBerry vor allem eines: hohe Intraday-Schwankungen, klare News-Trigger und eine Aktie, die von Sentimentumschwüngen lebt.

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