Black Cat und Kimsuky: KI-Angriffe auf VPNs starten 2026 mit neuer Wucht
10.01.2026 - 11:00:12KI-gestützte Cyberangriffe gefährden deutsche Unternehmen durch manipulierte Suchergebnisse und QR-Code-Betrug. Die Attacken zielen gezielt auf Zugangsdaten für sichere Fernzugänge.
In den ersten Tagen des Jahres 2026 haben Sicherheitsforscher und Behörden eine alarmierende Konvergenz neuer Bedrohungen dokumentiert. Kriminelle und staatliche Akteure nutzen künstliche Intelligenz, um die vertrauenswürdigsten Werkzeuge der digitalen Welt zu unterwandern: Suchmaschinen und Authentifizierungsportale. Für deutsche Unternehmen, die auf sichere VPN-Verbindungen für ihre Mitarbeiter angewiesen sind, bedeutet dies eine akute Gefahr.
Am 7. Januar 2026 enthüllten Analysten eine hochprofessionelle SEO-Poisoning-Kampagne der Cybercrime-Gruppe „Black Cat“. Die Angreifer manipulieren Suchalgorithmen, um gefälschte Download-Portale für beliebte Software wie Notepad++ oder Google Chrome an die Spitze der Suchergebnisse zu bringen. Das eigentliche Ziel sind jedoch Unternehmens-VPNs.
Die gefälschten Seiten sind täuschend echt gestaltet und nutzen sogar HTTPS-Verschlüsselung. Laden Mitarbeiter Software von diesen Seiten herunter, installieren sie unbemerkt Schadsoftware. Diese stiehlt sensible Daten, darunter VPN-Konfigurationsdateien und Session-Tokens. Zwischen Ende Dezember 2025 und Anfang Januar 2026 wurden so Hunderttausende Systeme kompromittiert. Die Botschaft ist klar: Selbst die Top-Platzierung bei Google ist kein Gütesiegel mehr.
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FBI-Warnung: Der QR-Code-Betrug kommt per E-Mail
Nur einen Tag später, am 8. Januar, warnte das US-Bundeskriminalamt FBI vor einer neuen Taktik nordkoreanischer Staatshacker. Die Gruppe „Kimsuky“ setzt auf „Quishing“ – Phishing per QR-Code.
Die Angreifer verschicken Spear-Phishing-E-Mails, die vermeintlich von der IT-Abteilung oder einem Think-Tank stammen. Darin enthalten: ein bösartiger QR-Code. Da QR-Codes als Bilddateien vorliegen, umgehen sie viele herkömmliche E-Mail-Scanner. Scannt das Opfer den Code mit dem privaten Smartphone, landet es auf einer mobiloptimierten Phishing-Seite. Diese imitiert täuschend echt Login-Portale für Microsoft 365, Okta oder Unternehmens-VPNs.
Die Gefahr liegt im Gerätewechsel: Der Angriff springt vom gesicherten Firmen-PC auf das oft ungeschützte private Smartphone. Gestohlene Anmeldedaten und Session-Tokens ermöglichen es den Hackern, auch die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) zu umgehen und dauerhaften Netzwerkzugriff zu erlangen.
KI als Gamechanger: Der Vertrauensverlust im Digitalen
Hinter diesen konkreten Angriffen steht ein übergreifender Trend: Die Weaponisierung von Generativer KI. Analysen von Sicherheitsfirmen zeigen, dass KI-Tools die Schwelle für professionelle Betrüger radikal gesenkt haben.
Cyberkriminelle können nun täuschend echte Webseiten, fehlerfreie Phishing-Texte in jeder Sprache und suchmaschinenoptimierte Inhalte automatisiert generieren. Diese „KI-Flut“ überfordert die menschliche Urteilsfähigkeit. Visuelle Merkmale oder eine hohe Platzierung in Suchmaschinen sind keine verlässlichen Authentizitäts-Indikatoren mehr. Es entsteht eine gefährliche „Vertrauenslücke“ im digitalen Alltag.
Analyse: Warum VPNs im Fokus stehen
Die Angriffe zu Jahresbeginn zeigen eine strategische Verschiebung. Attacken zielen nicht mehr primär auf technische Lücken, sondern auf die Manipulation der menschlichen Wahrnehmung. Dieser Fokus auf „Trust Abuse“ ist eine direkte Antwort auf die Verbreitung von Zero-Trust-Architekturen in Unternehmen.
Da Perimeter durch MFA und strenge Zugangskontrollen härter geworden sind, müssen Angreifer gültige Anmeldeinformationen stehlen. VPN-Zugänge sind dabei ein besonders lukratives Ziel, wie auch die Vermarktung des Schadprogramms „Crow Stealer“ in Darknet-Foren zeigt. Es wirbt speziell mit der Fähigkeit, VPN-Clients auszulesen.
Ausblick: So müssen sich Unternehmen schützen
Experten rechnen damit, dass diese KI-getriebenen Angriffsmuster im ersten Quartal 2026 weiter zunehmen werden. Die Erfolge von Black Cat und Kimsuky werden Nachahmer anlocken.
Unternehmen sollten umgehend handeln:
* Sensibilisierung: Sicherheitstrainings müssen um Module zu SEO-Poisoning und QR-Code-Risiken erweitert werden.
* Technische Maßnahmen: Der Einsatz von Mobile Device Management (MDM) kann das Scannen von QR-Codes auf Firmengeräten kontrollieren und Browser-Richtlinien verschärfen.
* Prozessanpassung: Die Abhängigkeit von öffentlichen Suchmaschinen für Software-Downloads sollte überdacht werden. Zentrale, interne Software-Repositories bieten einen sicheren Ausweg aus der Gefahrenzone des offenen Webs.
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