BKA warnt vor neuen Festnahme-Drohmails
02.02.2026 - 00:00:11Eine perfide Betrugsmasche mit gefälschten Behörden-E-Mails schwappt erneut mit voller Wucht über Deutschland. Das Bundeskriminalamt (BKA) und Landeskriminalämter warnen eindringlich vor Nachrichten, die eine drohende Festnahme vortäuschen und zur Zahlung oder Datenpreisgabe nötigen sollen.
Die Cyberkriminellen setzen auf Angst und Einschüchterung. Ihre E-Mails sind professionell aufgemacht und missbrauchen die Logos und Namen von Behörden wie BKA, Europol oder Bundespolizei. Die Empfänger werden mit schwersten Vorwürfen – oft im Bereich von Sexualdelikten – konfrontiert und mit sofortiger Festnahme sowie öffentlicher Strafverfolgung bedroht, sollten sie nicht binnen kürzester Frist reagieren.
Die Täter fordern eine Stellungnahme per E-Mail oder die Überweisung eines Geldbetrags, um das angebliche Verfahren abzuwenden. Oft sind PDF-Dokumente als angebliche Vorladungen angehängt. Das BKA warnt explizit davor, diese Anhänge zu öffnen, da sie Schadsoftware enthalten können. Ein weiteres Alarmsignal: Echte Behörden kommunizieren nie über private E-Mail-Anbieter wie Gmail oder Web.de.
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Psychologische Kriegsführung per E-Mail
Der Erfolg der Masche basiert auf gezielter psychologischer Manipulation. Die schockierenden Vorwürfe und extrem kurzen Fristen sollen die Opfer in Panik versetzen und rationales Handeln verhindern. Die Täter setzen darauf, dass die Angst vor den sozialen und beruflichen Konsequenzen einer falschen Beschuldigung ausreicht, um zur Zahlung zu bewegen.
Diese als „Fake Extortion“ bekannte Methode wird massenhaft und wahllos verschickt. Die E-Mail-Adressen stammen häufig aus geleakten Datenbanken. Schon eine geringe Erfolgsquote reicht den international agierenden Tätergruppen für hohe Profite.
So schützen Sie sich richtig
Die Sicherheitsbehörden geben klare Handlungsempfehlungen. Die oberste Regel: Bewahren Sie Ruhe und ignorieren Sie die Nachricht.
- Nicht antworten, nicht zahlen: Eine Zahlung stoppt die Erpressung nicht und finanziert weitere kriminelle Aktivitäten.
- Anhänge und Links niemals öffnen: Sie enthalten oft Malware, die Ihr Gerät infiziert.
- Absender blockieren und als Spam melden: Dies hilft den E-Mail-Anbietern, künftig besser zu filtern.
- Anzeige bei der Polizei erstatten: Sichern Sie die E-Mail als Beweis und melden Sie den Vorfall bei Ihrer örtlichen Dienststelle oder Onlinewache.
Internationales Phänomen mit wachsender Gefahr
Die Masche ist ein globales Problem. Weltweit warnen Behörden vor identischen Betrugsversuchen. Experten für Cybersicherheit ordnen sie in den breiten Kontext von Phishing und Social Engineering ein. Die Methoden werden stetig verfeinert. Für Unternehmen ist die Gefahr besonders groß: Ein angeklickter Anhang auf einem Dienstgerät kann das gesamte Firmennetzwerk mit Ransomware infizieren.
Die Betrugswelle zeigt, wie anpassungsfähig Cyberkriminelle sind. Künftig könnten sie sogar KI-gestützte Textgeneratoren für noch personalisiertere Droh-E-Mails nutzen. Regelmäßige Mitarbeiterschulungen in Unternehmen und eine gesunde Skepsis bei Privatpersonen bleiben daher unverzichtbar. Die klare Botschaft der Experten: Echte Behörden fordern niemals per E-Mail zu einer Zahlung auf.


