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BKA warnt vor massiver Welle gefälschter Bank-Anrufe

05.04.2026 - 06:39:56 | boerse-global.de

Das Bundeskriminalamt meldet eine koordinierte Betrugswelle mit gefälschten Bankanrufen und Botenbesuchen, die bereits Millionenschäden verursacht hat. Die Täter nutzen perfide Methoden wie Call-ID-Spoofing.

BKA warnt vor massiver Welle gefälschter Bank-Anrufe - Foto: über boerse-global.de
BKA warnt vor massiver Welle gefälschter Bank-Anrufe - Foto: über boerse-global.de

Kriminelle Banden überfallen derzeit massenhaft Bankkunden per Telefon. Das Bundeskriminalamt (BKA) und die Kriminalpolizei warnen am ersten Aprilwochenende vor einer neuen, koordinierten Phishing-Welle mit Millionenschäden. Die Täter nutzen täuschend echte Rufnummern und behaupten, das Konto sei von einem Virus befallen.

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Die perfide „Virus“-Masche

Besonders perfide: Die Betrüger setzen auf „Call-ID-Spoofing“. Auf dem Display der Opfer erscheint die echte Nummer ihrer Hausbank. In einem aktuellen Fall aus Innsbruck verlor eine 58-jährige Frau so rund 50.000 Euro.

Die Masche ist ausgeklügelt. Die Anrufer behaupten, ein gefährlicher Virus habe das Konto befallen. Um das Geld zu retten, müsse es sofort auf ein „Sicherheitskonto“ transferiert werden. Während des Gesprächs dirigieren sie die Opfer durch die Banking-App.

Der entscheidende Trick: Sie fordern Verifizierungscodes oder Push-TANs an – angeblich zur Kontosperrung. In Wahrheit autorisieren die Kunden damit die Überweisung ihres gesamten Guthabens auf Täterkonten, oft im Ausland.

Boten klingeln an der Haustür

Parallel dazu taucht eine noch dreistere Variante auf, zuletzt vermehrt in Nordrhein-Westfalen. Hier kündigen die falschen Bankmitarbeiter nach dem Anruf einen Boten an, der die Bankkarte „zur Prüfung“ abholen soll.

Ein 74-Jähriger aus Velbert fiel darauf herein und übergab am 1. April seine Girokarte. Die Polizei betont: Banken schicken niemals Mitarbeiter für Karten oder PINs an die Haustür. Diese Taktik zielt gezielt auf ältere Menschen.

Oft bauen die Täter enormen Zeitdruck auf: Droht ihnen der Totalverlust, wenn sie nicht sofort kooperieren? In manchen Fällen fordern sie sogar Bargeld zum „Prüfen“ an.

Millionenschäden durch industrialisierten Betrug

Die Zahlen des BKA sind alarmierend. „Vishing“ ist mittlerweile der zweithäufigste Angriffsvektor von Cyberkriminellen. Allein in der vergangenen Woche entstand ein Schaden im niedrigen Millionenbereich.

Ein Grund für den Anstieg: Die Kriminalität wird industrialisiert. Die Banden setzen auf künstliche Intelligenz, um Stimmen zu klonen oder automatisierte Anrufe in perfektem Deutsch zu tätigen. So erreichen sie mehr Opfer denn je.

Hinzu kommen großflächige Datenlecks. Wenn die Anrufer Namen, Geburtsdaten oder sogar IBANs korrekt nennen, schwindet das Misstrauen rapide. Verbraucherschützer warnen derzeit speziell vor Anrufen im Namen der Commerzbank oder von SumUp.

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So schützen Sie sich richtig

Die wichtigste Regel lautet: Ihre Bank wird Sie niemals am Telefon nach Passwörtern, PINs oder TANs fragen. Auch die Aufforderung, Geld auf ein „Sicherheitskonto“ zu überweisen, ist ein sicheres Betrugszeichen.

Bei einem verdächtigen Anruf: Legen Sie sofort auf. Rufen Sie Ihre Bank über die offizielle Nummer zurück – und wählen Sie diese selbst. Nutzen Sie nicht die Rückruffunktion, die Kriminelle manipulieren könnten.

Aktivieren Sie Push-Benachrichtigungen für Ihre Banking-App. So sehen Sie jede Buchung sofort. Und falls Sie Daten preisgegeben haben: Sperren Sie Karten umgehend unter 116 116 und erstatten Sie Anzeige.

KI macht Betrug immer schwerer erkennbar

Die Lage wird sich laut Europol weiter zuspitzen. Die Experten rechnen damit, dass Betrüger bald „Agentic AI“ einsetzen – KI-Systeme, die eigenständig komplexe Gespräche führen können.

Telekom-Anbieter und Banken arbeiten an digitalen Signaturen für Anrufe, um Nummern zu verifizieren. Bis das flächendeckend kommt, bleibt gesunde Skepsis der beste Schutz. Die Polizei warnt: Die aktuelle Welle könnte über die Osterfeiertage anhalten.

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