Bitkom-Studie, Firmen

Bitkom-Studie: Deutsche Firmen schlecht gegen hybride Angriffe gewappnet

24.02.2026 - 21:30:49 | boerse-global.de

Eine Untersuchung zeigt, dass die meisten Unternehmen nur 20 Stunden ohne Internet überstehen könnten. Neue EU-Regularien wie NIS2 und DORA zwingen 2026 zum Umdenken in der IT-Sicherheit.

Die deutsche Wirtschaft ist laut einer neuen Studie alarmierend verwundbar. Die Mehrheit der Unternehmen ist nicht ausreichend auf koordinierte Cyber- und Sabotageangriffe vorbereitet – mit potenziell dramatischen Folgen für den Geschäftsbetrieb.

Eine Untersuchung des Digitalverbands Bitkom zeigt ein kritisches Bild der Cyber-Resilienz. Demnach könnten die meisten der 604 befragten Unternehmen einen Internetausfall im Schnitt nur 20 Stunden kompensieren. Jedes fünfte Unternehmen müsste sogar sofort den Betrieb einstellen. Diese extreme Abhängigkeit von digitaler Infrastruktur offenbart eine massive Schwachstelle.

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Große Lücke zwischen Wissen und Handeln

Das Besorgniserregende: Während das Risikobewusstsein hoch ist, fehlt es an konkreten Maßnahmen. 59 Prozent der Firmen halten es für wahrscheinlich, selbst Ziel eines hybriden Angriffs zu werden. Bei 61 Prozent ist der Schutz davor Chefsache. Doch 40 Prozent fühlen sich überhaupt nicht auf ein solches Szenario vorbereitet.

Diese Diskrepanz ist brandgefährlich. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt seit Langem vor der angespannten Lage. Jüngste Vorfälle wie der DDoS-Angriff auf die Deutsche Bahn unterstreichen die reale Bedrohung. Experten prognostizieren für 2026 zudem einen Anstieg KI-gestützter Attacken und weiterentwickelter Ransomware.

EU-Regularien zwingen zum Umdenken

Die Politik erhöht nun den Druck. 2026 wird zum Schicksalsjahr für die IT-Sicherheit in Unternehmen. Zwei EU-Regularien treiben den Wandel voran:

  • Die NIS2-Richtlinie weitet den Kreis der betroffenen Unternehmen massiv aus. Künftig sind auch viele Mittelständler aus 18 Sektoren betroffen – etwa wenn sie mindestens 50 Mitarbeiter beschäftigen oder 10 Millionen Euro Umsatz machen.
  • Der Digital Operational Resilience Act (DORA) stellt umfassende Anforderungen an das Risikomanagement im Finanzsektor.

Die neuen Pflichten sind umfangreich: Risikomanagement, Sicherheitskonzepte, Absicherung der Lieferkette und strenge Meldepflichten bei Vorfällen – oft binnen 24 Stunden. Cybersicherheit wird damit endgültig zum Top-Compliance-Thema für jede Geschäftsführung.

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Seit August 2024 gelten zudem neue EU-Regeln für künstliche Intelligenz, die viele Unternehmen bei der Compliance vor zusätzliche Herausforderungen stellen. Unser kostenloser Leitfaden erklärt verständlich die neuen Kennzeichnungspflichten und Risikoklassen. Gratis E-Book zur EU-KI-Verordnung sichern

So sollen Unternehmen reagieren

Angesichts dieser doppelten Herausforderung – wachsende Bedrohung und strengere Regeln – müssen Firmen ihre Strategie grundlegend überdenken. Der Trend geht weg von reaktiven Firewall-Lösungen hin zu proaktiver, ganzheitlicher Resilienz.

Experten fordern „Security-by-Design“: Sicherheit muss von Anfang an in alle digitalen Prozesse integriert werden. Zu den Schlüsseltechnologien für 2026 zählen:

  • Zero-Trust-Architekturen, die keinem Nutzer oder Gerät im Netzwerk blind vertrauen.
  • Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz zur automatisierten Erkennung und Abwehr von Angriffen.
  • Die Vorbereitung auf Post-Quanten-Kryptographie, um sich gegen die künftige Bedrohung durch leistungsstarke Quantencomputer zu wappnen.

Die Bitkom-Studie ist ein deutlicher Weckruf. Investitionen in moderne Cybersicherheit sind keine optionalen Kosten mehr, sondern entscheidend für den Fortbestand des Geschäfts. Unternehmen, die jetzt handeln, sichern nicht nur ihre Compliance, sondern bauen entscheidende Widerstandskraft für eine zunehmend unsichere digitale Welt auf.

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