Bhutan verkauft Bitcoin-Bestände systematisch ab
13.02.2026 - 18:20:12 | boerse-global.deThimphu setzt seine strategischen Verkfe von Staats-Bitcoin fort ? trotz eines deutlichen Einbruchs bei den eigenen Mining-Ambitionen. Neue Transaktionsdaten zeigen wöchentliche Verkäufe. Sie deuten auf einen grundlegenden Strategiewechsel des Himalaya-Königreichs hin: weg von der aggressiven Anhäufung, hin zum aktiven Portfoliomanagement.
Die Transaktionen folgen einem klaren Muster. Die Blockchain-Analyseplattform Arkham Intelligence identifizierte eine weitere Bewegung von 100 BTC im Wert von rund 6,3 Millionen Euro aus staatlichen Wallets. Es ist bereits der dritte Verkauf dieser Art in drei aufeinanderfolgenden Wochen. Insgesamt hält Bhutan aber weiterhin beträchtliche Reserven. Bestätigte Wallets enthalten Schätzungen zufolge noch immer Bitcoin im Wert von etwa 347 Millionen Euro.
Verantwortlich für die digitale Asset-Strategie ist die staatliche Holding Druk Holding and Investments (DHI). Sie steuerte einst ein ehrgeiziges Projekt: Mit dem Überfluss an Wasserkraft sollte Bhutan zu einem großen Player im Bitcoin-Mining werden.
Geplanter Abbau statt Panikverkauf
Die aktuellen Verkäufe wirken wie ein kalkulierter Prozess, kein Ausverkauf. Berichten zufolge laufen die Transaktionen strukturiert ab, oft über institutionelle Market-Maker wie das in Singapur ansässige Unternehmen QCP Capital. Diese Methode soll den Preisdruck auf den Gesamtmarkt minimieren.
Für Marktbeobachter ist dies eine strategische Anpassung. Durch den Verkauf kleinerer, regelmäßiger Tranchen kann Bhutan Liquidität schaffen, ohne die Märkte zu erschüttern. Es ist ein Zeichen für ein gereiftes Verständnis: Bitcoin wird nicht mehr nur als Spekulationsobjekt, sondern als aktiv zu verwaltende Finanzreserve behandeln. Ein größerer Verkauf über mindestens 93 Millionen Euro fand bereits im September 2025 statt.
Mining-Ambitionen unter Druck
Ein Hauptgrund für den Strategiewechsel sind die geänderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für das Bitcoin-Mining. Das sogenannte Halving im April 2024 halbierte die Belohnung für das Schürfen neuer Blöcke. Damit verdoppelten sich effektiv die Betriebskosten für Miner weltweit ? selbst für die effizientesten Standorte.
Dieser Druck spiegelt sich in den Daten wider: Die Zuflüsse aus Bhutans eigenen Mining-Aktivitäten sind seit dem Halving deutlich zurückgegangen. Das markiert eine Kehrtwende. Das Land hatte eine große Partnerschaft mit Bitdeer Technologies geschlossen, um bis zu 600 Megawatt Mining-Leistung aufzubauen. Die Verlangsamung zeigt: Selbst Nationen mit kostengünstiger, erneuerbarer Energie sind nicht immun gegen die neue ökonomische Realität.
Blaupause für staatliche Krypto-Strategien?
Bhutans Vorgehen liefert eine faszinierende Fallstudie für andere Nationen. Der Übergang von der Akkumulation zu periodischen, strukturierten Verkäufen unterstreicht einen pragmatischen Ansatz im Umgang mit digitalen Vermögenswerten. Er zeigt, dass die Volatilität des Kryptomarkts aktive Portfolioanpassungen erfordert ? selbst bei einem Kostenvorteil.
Analysten deuten die methodischen Verkäufe als Zeichen für eine Marktreifung. Es handelt sich nicht um ein Bärensignal, sondern demonstriert, wie ein Staat ein digitales Asset in seine Finanzplanung integrieren kann. Teile werden verkauft, um Haushaltsbedürfnisse zu decken oder das Portfolio auszubalancieren. Dies steht im krassen Gegensatz zu Zwangsliquidierungen oder Panikverkäufen.
Zwischen Mining-Pause und Treasury-Management
Die Zukunft von Bhutans Krypto-Ambitionen wird ein Balanceakt bleiben. Die Nation muss die gesunkene Profitabilität ihres Minings gegen den Wert ihrer bestehenden Bitcoin-Bestände abwägen. Es ist wahrscheinlich, dass die DHI ihre Strategie der schrittweisen Verkäufe fortsetzt, um Einnahmen zu generieren, während eine signifikante Kernposition gehalten wird.
Offen ist vor allem die Zukunft des 600-MW-Mining-Projekts mit Bitdeer. Die weitere technologische Entwicklung, Bitcoin-Preisschwankungen und der heimische Energiebedarf Bhutans werden entscheiden, ob das Projekt in vollem Umfang realisiert wird. Klar ist: Bhutan steuert mit bedachter Hand durch den digitalen Asset-Markt und passt seine Strategie den neuen Realitäten an.
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