Bewegungsmangel, Deutschland

Bewegungsmangel erreicht in Deutschland neuen Höchststand

19.02.2026 - 04:30:11

Deutsche sitzen werktags über zehn Stunden, was das Risiko für schwere Krankheiten und Sterblichkeit erhöht. Experten fordern dringend mehr Bewegung im Alltag.

Die Deutschen sitzen so viel wie nie zuvor. Aktuelle Daten zeigen eine dramatische Zunahme der Sitzzeiten, die Gesundheitsexperten als „Sitz-Pandemie“ bezeichnen.

Laut dem aktuellen DKV-Report 2025 verbringen Erwachsene hierzulande werktags durchschnittlich 613 Minuten im Sitzen – das sind über zehn Stunden. Gegenüber früheren Jahren ist das ein weiterer Anstieg. Besonders alarmierend: Selbst regelmäßiger Sport am Abend kann die negativen Effekte dieses Dauer-Sitzens oft nicht ausgleichen.

WHO warnt vor globaler Gesundheitskrise

Das Problem ist weltweit akut. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass sich rund 1,8 Milliarden Erwachsene nicht ausreichend bewegen. Das sind fast ein Drittel der globalen erwachsenen Bevölkerung.

Frauen sind häufiger betroffen als Männer, und die Inaktivität nimmt mit dem Alter zu. Die WHO befürchtet, dass ihr Ziel, die Bewegungsarmut bis 2030 um 15 Prozent zu senken, klar verfehlt wird. Stattdessen könnte der Anteil inaktiver Menschen sogar auf 35 Prozent steigen.

Langes Sitzen erhöht Sterberisiko deutlich

Die gesundheitlichen Folgen sind schwerwiegend. Analysen im Magazin „Gesundheit + Gesellschaft“ der AOK zeigen einen direkten Zusammenhang:
* Menschen, die mehr als elf Stunden täglich sitzen, haben ein deutlich höheres Sterberisiko als Personen mit weniger als vier Stunden Sitzzeit.
* Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes, Demenz und bestimmte Krebsarten steigt mit der Dauer der Inaktivität.

Die wirtschaftlichen Kosten sind immens. Studien wie die NAKO-Gesundheitsstudie belegen, dass Bewegungsmangel die Gesundheitsausgaben massiv in die Höhe treibt. Experten schätzen die globalen Folgekosten auf Hunderte Milliarden Euro jährlich.

Experten fordern Bewegung in den Alltag zu integrieren

Appelle an die Eigenverantwortung reichen nicht mehr, sagen Fachleute. Sie fordern einen gesellschaftlichen Wandel, der Bewegung im Alltag verankert. Konkrete Empfehlungen lauten:
* Bewegte Pausen alle 30 bis 60 Minuten einlegen.
* Höhenverstellbare Schreibtische für einen Wechsel zwischen Stehen und Sitzen nutzen.
* Aktive Mobilität wie Radfahren oder zu Fuß gehen fördern.

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„Die Muskulatur ist unser größtes Stoffwechselorgan“, erklärt Professor Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln. Wird sie durch Dauersitzen stillgelegt, hat das fatale Auswirkungen auf den gesamten Körper.

Die Botschaft der aktuellen Daten ist eindeutig: Bewegung ist keine Freizeitoption, sondern eine medizinische Notwendigkeit. Ob Politik und Gesellschaft rechtzeitig gegensteuern können, bleibt die entscheidende Frage für die Gesundheit der Bevölkerung.

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