Betrüger, Wochenende

Betrüger nutzen Wochenende für Inkasso-Phishing

03.01.2026 - 01:22:12

Verbraucherschützer warnen vor gefälschten Mahnungen, die gezielt an Wochenenden versendet werden, um Opfer unter Druck zu setzen. Die Mails imitieren bekannte Firmen wie COEO und Riverty.

Verbraucherschützer warnen vor einer neuen Welle betrügerischer Inkasso-Mails, die gezielt das erste Wochenende des Jahres ausnutzen.

Berlin/Wien – Zum Start in das neue Jahr 2026 schlagen Sicherheitsexperten und Verbraucherzentralen Alarm: Eine neue Welle täuschend echter Inkasso-E-Mails zielt auf Privathaushalte in Deutschland und Österreich ab. Die Betrüger nutzen bewusst das Wochenende, um ihre Opfer unter Druck zu setzen. Denn dann sind offizielle Beratungsstellen geschlossen – und die Panik der Empfänger ist am größten.

Die aktuelle Betrugswelle: Falsche Mahnungen von COEO und Riverty

Laut dem Phishing-Radar der Verbraucherzentrale vom 2. Januar 2026 imitieren die Betrüger derzeit vor allem zwei bekannte Finanzdienstleister. Die Mails landen massenhaft in den Postfächern.

Die erste Variante gibt sich als „COEO Inkasso“ aus und fordert angebliche Parkverstöße oder offene Forderungen von Stadtverwaltungen wie Essen oder Köln ein. Die Drohung: Innerhalb von 72 Stunden müsse bezahlt werden, sonst drohten rechtliche Schritte. Als Köder locken die Absender mit einem unseriösen „50 Prozent Nachlass“ bei sofortiger Zahlung – eine Praxis, die seriöse Inkassobüros nie anwenden.

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Die zweite Masche zielt auf Online-Shopper. Hier geben sich die Kriminellen als Zahlungsdienstleister Riverty (ehemals Paigo) aus und mahnen fiktive Rechnungen von Händlern wie Amazon oder Otto. Die Betrüger spekulieren darauf, dass Verbraucher nach den Feiertagen und vielen Retouren den Überblick über ihre Ausgaben verloren haben könnten.

Die Psychologie der „Wochenend-Falle“

Warum gerade samstags? Die Strategie der Täter ist psychologisch clever, wie Sicherheitsanalysten erklären. Erhält jemand am Wochenende die Drohung mit einer Kontopfändung oder einem Schufa-Eintrag, löst das pure Angst aus. Da am Samstag und Sonntag keine Hotline der Verbraucherzentrale oder echter Unternehmen erreichbar ist, zahlen viele aus Panik – einfach um das Problem loszuwerden.

Typische Merkmale der aktuellen Betrugsmails:
* Unpersönliche Ansprache: Statt des vollen Namens steht oft nur „Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde“.
* Drohende Betreffzeilen: Begriffe wie „Letzte Mahnung“, „Vorgerichtliche Ankündigung“ oder „Aktenzeichen“ sollen Stress erzeugen.
* Verdächtige Links: Die Zahlung soll nicht per Überweisung auf eine deutsche IBAN erfolgen, sondern über gefälschte Zahlungsportale oder per Kreditkarte.

Drei-Schritte-Check: Echt oder Fake?

Die Verbraucherzentrale rät zu einem systematischen Check bei jeder unerwarteten Zahlungsaufforderung.

1. Der Inkasso-Check

Nutzen Sie das offizielle Online-Tool Inkasso-Check der Verbraucherzentralen. Es prüft, ob ein Inkassobüro ordnungsgemäß im Rechtsdienstleistungsregister eingetragen ist und die geforderten Gebühren legal sind. Fehlt der Eintrag oder weicht die Adresse ab, ist es Betrug.

2. Die IBAN-Prüfung

Seriöse deutsche Inkassounternehmen fordern die Zahlung fast immer auf ein deutsches Konto (IBAN beginnt mit DE).
* Achtung: Seien Sie extrem misstrauisch bei Konten im Ausland (z.B. LT für Litauen oder IE für Irland). Die aktuellen „COEO“-Fälschungen nutzen häufig ausländische IBANs für angebliche deutsche Bußgelder.

3. Der Blick in den Phishing-Radar

Aktuelle Warnungen listet das Verbraucherzentrale-Update vom 2. Januar 2026. Parallel zu den Inkasso-Mails kursieren derzeit auch gefälschte Erstattungsmails der AOK sowie Sicherheitswarnungen von PayPal und Volksbanken, um persönliche Daten abzugreifen.

Experten warnen vor der „Nach-Weihnachts“-Falle

IT-Sicherheitsexperten rechnen damit, dass die Betrugswelle den gesamten Januar 2026 anhalten wird. Die Zeit nach den Feiertagen ist traditionell ein Hochrisiko-Zeitraum. Denn jetzt trudeln die echten Rechnungen für die Weihnachtseinkäufe ein – da fällt eine gefälschte Mahnung leicht nicht auf.

So verhalten Sie sich bei einer verdächtigen Mail richtig:
* Nicht antworten und keine Links anklicken.
* Keine Anhänge öffnen (Malware-Gefahr!).
* Mail als Spam markieren, um den Filter zu trainieren.
* Bei einem Schaden: Anzeige bei der Polizei erstatten und die Bank über einen Rückbuchungsversuch informieren.

Der wichtigste Rat für dieses Wochenende lautet: Bewahren Sie einen kühlen Kopf. Keine seriöse Behörde oder Firma verlangt unter Androhung sofortiger Zwangsmaßnahmen eine sofortige Zahlung am Samstag. Im Zweifel warten Sie bis Montag und rufen das Unternehmen unter einer Telefonnummer von der offiziellen Website an – nicht der aus der E-Mail.

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