Betrüger, Gerichtsverhandlungen

Betrüger inszenieren gefälschte Gerichtsverhandlungen per Video

13.02.2026 - 09:09:12

Eine organisierte Betrugswelle inszeniert gefälschte Anhörungen zur Arbeitnehmerentschädigung, um spanischsprachige Gemeinden in mehreren US-Bundesstaaten um Geld zu bringen.

Kriminelle nutzen gefälschte Anhörungen und Dokumente, um spanischsprachige Arbeitnehmer in den USA um Geld zu bringen.

Eine neue, hochgradig organisierte Betrugswelle zielt gezielt auf verletzte Arbeitnehmer im Nordwesten der USA ab. Die Behörden in Oregon warnen eindringlich vor einer Masche, bei der Betrüger gefälschte Anhörungen zur Arbeitnehmerentschädigung inszenieren – inklusive Schauspielern in den Rollen von Richtern und Beamten. Das Ziel: Geld von den Opfern erpressen.

Der Scam konzentriert sich speziell auf spanischsprachige Gemeinden in den Bundesstaaten Oregon, Idaho und Montana. Er markiert eine gefährliche Weiterentwicklung von Social Engineering. Indem sie die Autorität des Rechtssystems mit der Direktheit von Messenger-Apps kombinieren, überzeugen die Täter ihre Opfer, einen Vergleich gewonnen zu haben. Anschließend fordern sie Vorauszahlungen, um die angeblichen Gelder „freizugeben“.

So läuft die gefälschte „Anhörung“ ab

Laut der Warnung der Oregon Department of Consumer and Business Services (DCBS) beginnt der Betrug mit einer unaufgeforderten Kontaktaufnahme über WhatsApp, Facebook Messenger oder Telefonanrufe. Die Anrufer geben sich als Gerichtsbeamte, Anwälte oder Regierungsvertreter aus.

Das entscheidende Merkmal ist die theatralische Inszenierung. Die Opfer werden überredet, an einer „Online-Anhörung“ per Video-Call teilzunehmen. Dabei geben sich die Täter als Richter aus und führen eine täuschend echte Scheinverhandlung. Am Ende erlässt der „Richter“ einen offiziell wirkenden Beschluss, der dem Arbeiter hohe Leistungen oder eine Vergleichssumme zuspricht.

Dann schnappt die Falle zu: Die Betrüger teilen dem Opfer mit, es müsse eine Bearbeitungsgebühr, Steuer oder Verwaltungsgebühr zahlen, um das zugesprochene Geld zu erhalten. Die Zahlung wird stets über nicht nachverfolgbare Wege verlangt: Kryptowährungen, Überweisungen oder Geschenkkarten.

Gezielte Ausnutzung von Sprachbarrieren

Die Behörden betonen, dass der Betrug präzise auf spanischsprachige Gemeinden zugeschnitten ist. Die Kommunikation erfolgt in der Muttersprache der Opfer, was das Vertrauen erhöht. Gleichzeitig nutzen die Täter mögliche Unsicherheiten mit US-Behördenabläufen aus. Die länderübergreifenden Angriffe in mehreren Bundesstaaten deuten auf eine koordinierte Operation hin.

Die zuständigen Stellen in Oregon stellen klar: Echte Behörden kommunizieren niemals auf diese Weise. Offizielle Anhörungen werden nicht über WhatsApp angekündigt. Zudem werden für echte Verfahren oder die Auszahlung von Leistungen niemals Gebühren vom Arbeitnehmer verlangt.

Die größere Gefahr: KI-gestützte Betrugsmaschen

Dieser spezielle Scam passt in einen größeren Trend des Jahres 2026. Cybersicherheitsexperten beobachten einen starken Anstieg von „High-Touch“-Betrug, der über einfache Phishing-E-Mails hinausgeht. Der Einsatz von Video-Calls zur Imitation von Autoritätspersonen wird immer üblicher.

Zwar ist unklar, ob bei den aktuellen Fällen bereits KI-generierte Deepfakes zum Einsatz kamen. Die Methode ähnelt jedoch sogenannten „Truman Show“-Scams, bei denen Betrüger über Tage oder Wochen eine komplett fiktive Realität um das Opfer herum aufbauen, um maximale Glaubwürdigkeit zu erzeugen.

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Wie man sich schützen kann

Die Behörden geben klare Handlungsempfehlungen. Der wichtigste Grundsatz: Kein seriöses System zur Arbeitnehmerentschädigung verlangt, dass der Berechtigte erst Geld zahlt, um welches zu erhalten.

Diese Alarmzeichen sollten sofort stutzig machen:
Zahlungsaufforderungen via Krypto, Überweisung oder Geschenkkarten.
Kommunikation über inoffizielle Messenger-Dienste wie WhatsApp.
Künstliche Dringlichkeit, etwa die Behauptung, die Forderung verfalle sofort.
Geheimhaltung: Die Aufforderung, die „Anhörung“ vor dem eigenen Anwalt oder Arbeitgeber geheim zu halten.

Wer kontaktiert wird, soll das Gespräch sofort beenden und den Status seines Falls über die offiziellen, telefonisch verifizierten Kanäle der Behörden prüfen.

Die Botschaft der Behörden ist eindeutig: Das Justizsystem fordert keine Krypto-Zahlungen über WhatsApp an. Jede Forderung nach Vorkasse ist ein Betrugsversuch.

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