Blackout, Lücken

Berliner Blackout offenbart fatale Lücken in Unternehmens-Notfallplänen

24.01.2026 - 17:15:12

Der tagelange Stromausfall in Berlin deckt massive Defizite in der betrieblichen Notfallplanung auf. Unternehmen müssen nun ihre Resilienz angesichts der NIS-2-Richtlinie dringend verbessern.

Der tagelange Stromausfall in Berlin wird zum Weckruf für die deutsche Wirtschaft. Nach dem Blackout Anfang Januar stehen tausende Betriebe mit leeren Händen da – und ihre mangelhafte Krisenvorsorge im Fokus. Experten warnen: Viele Firmen sind auf solche Extremszenarien schlicht nicht vorbereitet.

Der durch einen Brandanschlag ausgelöste Stromausfall am 3. Januar traf über 2.200 Betriebe im Südwesten Berlins unvorbereitet. Elektronische Kassen fielen aus, Kühlketten rissen ab, die digitale Kommunikation brach zusammen. Besonders kleine und mittlere Unternehmen ohne teure Notstromaggregate standen vor dem Totalausfall. Die Folge: massive Umsatzeinbußen und Millionenschäden.

Reale Krise entlarvt theoretische Notfallpläne

Die Ereignisse stellten die oft nur auf dem Papier existierenden Notfallpläne auf eine harte Probe. Obwohl gesetzliche Vorgaben und Standards wie Business Continuity Management (BCM) existieren, fehlte es an praktischer Umsetzung. „Viele Unternehmen waren schlicht überfordert“, analysiert eine Krisenmanagerin. Die Kommunikation mit Mitarbeitern brach zusammen, als auch die Mobilfunknetze schwächelten.

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Passend zum Thema betriebliche Resilienz: Viele Firmen unterschätzen, wie sehr ein physischer Blackout durch unerkannte IT-Schwachstellen verschärft wird. Die verschärfte NIS‑2‑Richtlinie verlangt nach konkreten Schutzmaßnahmen – aber wie setzt man Praxistipps, Awareness‑Programme und technische Notfallpläne schnell und budgetschonend um? Ein kostenloser Leitfaden erklärt aktuelle Cyber‑Bedrohungen, praxisnahe Sofortmaßnahmen für KMU und eine Checkliste für Mitarbeiterschulungen, damit Sie Compliance und Betriebsfähigkeit sichern. Jetzt Cyber‑Security‑Guide herunterladen

Der Vorfall macht deutlich: Ein reaktives Krisenmanagement reicht nicht aus. Gefordert ist eine proaktive und regelmäßig geübte Planung, die über einfachen Brandschutz hinausgeht. Doch genau daran hapert es bei vielen Betrieben – oft aus Kostengründen.

NIS-2: Die Compliance-Falle schnappt zu

Der Blackout kommt zur Unzeit. Seit 2026 gilt die verschärfte EU-Richtlinie NIS-2, die für Unternehmen in kritischen Sektoren robuste Risikomanagement-Maßnahmen vorschreibt. Dazu gehören explizit Pläne für langanhaltende Stromausfälle. Die Geschäftsführung haftet persönlich für die Umsetzung.

„Berlin zeigt: Die physische Sicherheit ist untrennbar mit Cybersicherheit und betrieblicher Resilienz verbunden“, so ein Compliance-Experte. Der BSI-Standard 200-4 zum Business Continuity Management bietet einen klaren Rahmen – den viele offenbar ignorieren. Bislang wurde Vorsorge oft als Kostenfaktor, nicht als strategische Investition betrachtet. Das dürfte sich nun ändern.

Wirtschaftsverbände fordern klare Spielregeln

Die Reaktion der Verbände ließ nicht lange auf sich warten. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) forderte einen besseren Schutz kritischer Infrastruktur und warf der Politik Untätigkeit vor. Der BDEW legte ein 10-Punkte-Papier zur Stärkung der Resilienz vor.

Die zentrale Forderung: eine intensivierte Zusammenarbeit zwischen KRITIS-Betreibern, Sicherheitsbehörden und Politik. Klare rechtliche Rahmenbedingungen für die Finanzierung von Schutzmaßnahmen sind nötig. Die Verantwortung für eine krisenfeste Wirtschaft liegt nicht allein bei den Unternehmen, sondern ist eine gesamtstaatliche Aufgabe. Dennoch müssen die Firmen jetzt ihre Hausaufgaben machen.

Vom abstrakten Szenario zur kalkulierbaren Bedrohung

Der Berliner Blackout hat die Risikolandschaft in Deutschland nachhaltig verändert. Was für viele ein abstraktes Übungsszenario war, ist nun eine reale und kalkulierbare Bedrohung geworden. Die weitverbreitete „Sicherheitsillusion“ ist geplatzt.

„Das Problem war nicht der Ausfall selbst, sondern die mangelnde Vorbereitung“, betont ein Krisenvorsorge-Experte. Selbst gut vorbereitete Institutionen wie das Immanuel Krankenhaus Wannsee stießen an Grenzen und mussten Operationen verschieben. Der Vorfall zwingt zur Neubewertung: Redundante Systeme und geübte Krisenpläne sind kein Luxus mehr, sondern essenziell.

Was jetzt auf die Unternehmen zukommt

Experten erwarten eine Welle von Compliance-Überprüfungen und eine steigende Nachfrage nach BCM-Beratung. Unternehmen müssen ihre Risikoanalysen dringend aktualisieren und gezielt Blackout-Szenarien einbeziehen.

Das umfasst nicht nur technische Lösungen wie Notstrom, sondern auch organisatorische Maßnahmen: krisenfeste Kommunikationswege ohne Internet, die Sicherung kritischer Daten und regelmäßige Mitarbeiterschulungen. Die Lehren aus Berlin werden in künftige Audits einfließen. Wer seine Pläne jetzt nicht anpasst, riskiert nicht nur Betriebsausfälle, sondern auch hohe Strafen nach NIS-2. Der Berliner Blackout könnte so zum Katalysator für eine resilientere Wirtschaft werden.

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