Berlin, Fashion

Berlin Fashion Week setzt auf Nachhaltigkeit als neuen Standard

13.02.2026 - 16:22:12

Die Berlin Fashion Week führt verbindliche Nachhaltigkeitskriterien ein, während etablierte Player wie Hugo Boss angesichts schwieriger Marktbedingungen ihre Strategie anpassen.

Die Berlin Fashion Week hat Nachhaltigkeit zur verbindlichen Voraussetzung für Designer gemacht. Die Veranstaltung für die Saison Herbst/Winter 2026/27 etablierte sich erneut als Plattform für progressive Konzepte und verantwortungsbewusste Handwerkskunst.

Gleichzeitig leiten etablierte Global Player wie Hugo Boss angesichts eines schwierigen Marktumfelds strategische Kurskorrekturen ein. Die deutsche Modebranche navigiert so zwischen kreativem Anspruch und wirtschaftlichem Druck.

Verbindliche Regeln für den Laufsteg

Der Fashion Council Germany führte in einer neuen Partnerschaft mit der Copenhagen Fashion Week erstmals verbindliche Nachhaltigkeitskriterien ein. Diese fordern von allen teilnehmenden Labels unter anderem eine transparente und rückverfolgbare Lieferkette.

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Besonders für Designer mit globalen Zulieferern stellt dies eine Herausforderung dar. Ausgezeichnete Labels im Wettbewerb „Berlin Contemporary“ überzeugten mit handwerklicher Qualität und klaren Strategien zu Nachhaltigkeit und Diversität.

  • Das Label BUZIGAHILL verarbeitet Secondhand-Kleidung aus Uganda zu neuen Unikaten.
  • Aufstrebende Talente wie Rebekka Ruétz setzen auf Langlebigkeit.
  • Die „Repair Rebels“, Gewinner des Deutschen Nachhaltigkeitspreises 2026, demonstrieren zirkuläre Geschäftsmodelle.

Experten sehen diesen Fokus als entscheidend für die Zukunftsfähigkeit der Branche – gerade angesichts wachsender Materialknappheit.

Hugo Boss konsolidiert in schwierigem Markt

Während die Berliner Szene vorprescht, reagieren etablierte Marken auf ein unsicheres Wirtschaftsklima. Hugo Boss kündigte für 2026 ein Jahr der Konsolidierung an.

Unter der Strategie „CLAIM 5 TOUCHDOWN“ will das Unternehmen Prozesse verschlanken, das Sortiment verfeinern und das Vertriebsnetz optimieren. Das Ziel: eine effizientere Basis für profitables Wachstum ab 2027 schaffen.

Die Kehrseite der Medaille? Für das laufende Jahr erwartet Hugo Boss einen währungsbereinigten Umsatzrückgang im mittleren bis hohen einstelligen Bereich.

Die allgemeine Konsumlaune in Deutschland bleibt verhalten. Nach Stagnation und Rezession wird erst für 2026 wieder mit leichtem Wirtschaftswachstum gerechnet. Viele Händler kämpfen mit Insolvenzen, während Kunden ihr Geld lieber in Reisen oder langlebige Güter investieren.

Digitale Stärke als Erfolgsfaktor

Neben der Nachhaltigkeit treibt die Digitalisierung den Wandel voran. Online-Händler wie Zalando investieren massiv in Kreislaufwirtschaft, um Kundenerwartungen zu erfüllen.

Eine starke digitale Community kann zum entscheidenden Vorteil werden. Das beweist das Düsseldorfer Streetwear-Label LFDY, das kürzlich mit dem Modebusiness Award 2026 ausgezeichnet wurde.

Auch der Münchner Online-Luxushändler Mytheresa glänzt als Wachstumsmotor. Die dahinterstehende LuxExperience Group meldete für das zweite Quartal 2026 eine Rückkehr zur Profitabilität – maßgeblich getragen von Mytheresas starken Zahlen.

Die Botschaft der Experten ist klar: Integrierte digitale Lösungen sind unerlässlich, um agil zu bleiben und auf Lieferketten-Störungen reagieren zu können.

Der Spagat zwischen Avantgarde und Kommerz

Die deutsche Modeindustrie steht im Spannungsfeld zweier Pole. Einerseits setzt die Berlin Fashion Week bewusst auf progressive Narrative und bildet einen Gegenpol zu etablierten Metropolen wie Paris oder Mailand.

Andererseits zwingt der globale Marktdruck zur Effizienz. Die Branche muss den Balanceakt zwischen innovativem Anspruch und der Realität von Konsumflaute sowie geopolitischen Unsicherheiten meistern.

Die Trends der Fashion Week deuten den Weg vor: Marken mit einer klaren Identität, die verantwortungsvolles Handeln und eine starke digitale Strategie verbinden, dürften die kommenden Herausforderungen am besten meistern.

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