Arbeit, Deutschland

Knorr-Bremse will dreistellige Zahl an Stellen streichen

07.08.2025 - 20:34:56

Beim Münchner Lkw- und Zugbremsen-Hersteller Knorr-Bremse DE000KBX1006 soll eine dreistellige Zahl an Stellen abgebaut werden.

Nach Angaben einer Unternehmenssprecherin geht es am Standort München derzeit um rund 200 Arbeitsplätze. Demnach arbeiten in Deutschland derzeit rund 5.000 Menschen für Knorr-Bremse.

Der "Münchner Merkur" hatte berichtet, eine auf einer Betriebsversammlung vorgestellte interne Präsentation spreche von mindestens 700 Jobs deutschlandweit. Das seien 13 Prozent der Jobs in Deutschland. In München seien mehr als 300 betroffen.

Laut der Zeitung werden Mitarbeiter seit Juli gezielt von der Unternehmensführung darauf angesprochen, in Altersteilzeit zu gehen oder Aufhebungsverträge zu unterschreiben.

Freiwilligenprogramm

Das kürzlich gestartete Freiwilligenprogramm im Bereich Rail komme so gut an, dass betriebsbedingte Kündigungen - zumindest aus heutiger Sicht - vermieden werden könnten, sagte die Unternehmenssprecherin. Es gebe auch ein Programm für den Bereich Truck.

Die Maßnahme zum Personalabbau basiere auf dem seit mehr als einem Jahr laufenden Strategieprogramm "Boost". Es handele sich um eine langfristige Maßnahme und habe nichts mit der US-Zollpolitik zu tun.

Wie viele Unternehmen sehe sich Knorr-Bremse anspruchsvollen Bedingungen in Markt und Wettbewerb ausgesetzt. "Im Rahmen unseres konzernweiten Strategieprogramms "Boost" gilt es daher, Knorr-Bremse langfristig erfolgreich und effizient aufzustellen und unser Geschäft zu stärken", hieß es.

Das Unternehmen bekenne sich aber zum Wirtschafts- und Produktionsstandort Deutschland. Kürzlich sei die Erweiterung des europaweit größten Truck-Standorts in Aldersbach in Niederbayern bekanntgegeben worden.

Geschäftslage weitgehend stabil

Dank guter Geschäfte mit der Eisenbahn stand der Lkw- und Zugbremsen-Hersteller zuletzt stabil da. Von Anfang Januar bis Ende Juni ging der Umsatz im Vergleich zum ersten Halbjahr 2024 von knapp 3,99 auf 3,96 Milliarden Euro leicht zurück, wie das Münchner Unternehmen Ende Juli mitteilte. Der Nettogewinn sank leicht von 313 Millionen auf 294 Millionen Euro.

Anders als vielen anderen deutschen Industrieunternehmen blieben dem Hersteller damit größere Einbrüche erspart. Ein Grund: Das Geschäft mit Eisenbahnbremsen boomte mit einem Umsatzplus von nahezu zehn Prozent und knapp 2,2 Milliarden Euro. Der Auftragseingang legte um 18 Prozent zu. Der ursprünglich etwas größere Geschäftsbereich mit Lkw-Bremsen wurde von der allgemeinen Flaute erfasst: Umsätze, Auftragseingang und Auftragsbestand sanken deutlich.

@ dpa.de | DE000KBX1006 ARBEIT

Weitere Meldungen

Urteil: Kontrolleurin am Flughafen darf Kopftuch tragen Das Bundesarbeitsgericht bleibt seiner bisherigen Linie treu: Ein Kopftuch darf auch von einer Kontrolleurin am Flughafen getragen werden, entschieden die obersten Arbeitsrichter. (Politik, 29.01.2026 - 16:48) weiterlesen...

Bedeutung ausländischer Beschäftigter steigt. Die dahinterliegenden Zahlen zeigen klare Trends. In vielen Branchen und Betrieben geht es längst nicht mehr ohne ausländische Fachkräfte. (Wirtschaft, 27.01.2026 - 04:10) weiterlesen...

Lifestyle oder Familienpflicht? Mit der Forderung nach weniger Teilzeit entfacht der Wirtschaftsflügel der Union eine Debatte. (Wirtschaft, 26.01.2026 - 13:55) weiterlesen...

Gegenwind für Teilzeit-Vorstoß aus der Union. Der Vorstoß löst eine Debatte aus und trifft auf Kritik, teils auch aus den eigenen Reihen. Weil Fachkräfte fehlen, will der Wirtschaftsflügel der Union den Rechtsanspruch auf Teilzeit einschränken. (Wirtschaft, 26.01.2026 - 13:24) weiterlesen...

Hoher Krankenstand kostet Wirtschaft bis zu 160 Milliarden. Die großen Arbeitsausfälle haben demnach erhebliche Auswirkungen für die deutsche Wirtschaft. Sind Beschäftigte in Deutschland zu oft krank? Eine neue Studie stützt Kritiker. (Wirtschaft, 26.01.2026 - 12:50) weiterlesen...

Reiche: Mit mehr Vollzeit Arbeitsproduktivität steigern. Auch die CDU-Wirtschaftsministerin sieht Handlungsbedarf. Der Wirtschaftsflügel der Union will den Anspruch auf Teilzeitarbeit einschränken, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. (Wirtschaft, 26.01.2026 - 11:49) weiterlesen...