Behindertenverbände kritisieren Gleichstellungsreform als vertane Chance
22.02.2026 - 06:22:12 | boerse-global.deDie Bundesregierung hat eine Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes beschlossen – doch die erhoffte Inklusions-Offensive bleibt aus. Führende Behindertenverbände reagieren mit scharfer Kritik und bezeichnen den Entwurf als unzureichend. Die Debatte wird von alarmierenden Arbeitsmarktzahlen überschattet.
Reform verfehlt UN-Vorgaben
Kernpunkt der Kritik: Der Gesetzesentwurf bleibt hinter den Anforderungen der UN-Behindertenrechtskonvention zurück. Organisationen wie das Deutsche Institut für Menschenrechte und die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) bemängeln vor allem eines. Es werden keine verbindlichen Barrierefreiheitsstandards für die Privatwirtschaft geschaffen.
Der Bund verpflichtet sich lediglich, eigene Bestandsbauten bis 2045 barrierefrei zu gestalten. Für Millionen Menschen, die im Alltag auf private Geschäfte, Wohnungen oder Dienstleistungen angewiesen sind, ändert sich damit kaum etwas. Aus Sicht der Verbände wird so die Chance auf flächendendeckende Teilhabe vertan.
Arbeitsmarkt meldet traurigen Rekord
Die Diskussion um die Reform trifft auf besorgniserregende Nachrichten. Im Januar 2026 erreichte die Arbeitslosigkeit unter Menschen mit Schwerbehinderung einen neuen Höchststand. Erstmals waren mehr als 192.000 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet.
Das ist ein Anstieg von über 7.000 Personen im Vergleich zum Vorjahresmonat. Der Zuwachs liegt deutlich über dem der Gesamtbevölkerung und unterstreicht die besonderen Hürden am Arbeitsmarkt. Studien zeigen seit Jahren einen negativen Trend: Fast die Hälfte der arbeitslosen Menschen mit Behinderung ist langzeitarbeitslos.
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Politik verliert das Vertrauen der Betroffenen
Die Herausforderungen gehen weit über den Jobmarkt hinaus. Eine aktuelle Umfrage der Aktion Mensch zeigt eine tiefe Verunsicherung. 77 Prozent der befragten Menschen mit Behinderung fühlen sich von der Politik nicht ausreichend vertreten.
Ihre dringendsten Forderungen an die Bundesregierung sind klar: mehr sozialer Schutz, bedarfsgerechter Wohnraum und bessere Jobchancen. Gleichzeitig wächst die Sorge, dass Kostendruck im Bundesteilhabegesetz zu pauschalen Standardleistungen statt individueller Hilfe führt.
Digitale Teilhabe als nächste große Aufgabe
Der Gesetzesentwurf geht nun in die parlamentarische Beratung. Die Verbände kündigen an, weiter für Nachbesserungen zu kämpfen. Parallel rückt ein neues Thema in den Fokus: die Digitalisierung.
Sie bietet enorme Chancen, etwa durch KI-gestützte Übersetzung in Leichte Sprache. Doch sie birgt auch das Risiko, neue Barrieren zu schaffen. Die entscheidende Frage lautet: Wird Deutschland die digitale Welt von Anfang an inklusiv gestalten – oder wieder nur halbherzig reagieren?
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