BayWa: Baustoffe als Stabilitätsanker der Sanierung
15.02.2026 - 06:39:11 | boerse-global.deMünchen – 15. Februar 2026
BayWa setzt auf Baustoffe als Stabilitätsanker trotz Restrukturierung. Inmitten eines umfassenden Sanierungsprogramms plant der Konzern Investitionen von rund 8 Millionen Euro in das Baustoffgeschäft in Bayern, um Kerngeschäfte zu stärken und die Profitabilität zu sichern. Die Maßnahme zeigt, dass Deutschland und die EU von der Fähigkeit profitieren, Krisen zu nutzen, um Industrien wettbewerbsfähig zu halten und Arbeitsplätze zu sichern.
Großinvestitionen in Bayern und Franken
Der Großteil der Mittel, 6,2 Millionen Euro, fließt in den Neubau des Baustoff-Standorts in Pocking, Niederbayern, der im Mai 2024 durch Brand zerstört worden war. Geplant sind eine moderne Lagerhalle, ein neues Büro- und Verkaufsgebäude sowie eine überdachte Ladezone, um Abläufe zu optimieren. Weitere 1,7 Millionen Euro gehen nach Ansbach, wo ein ehemaliges Autohaus zu einem zeitgemäßen Baustoffzentrum umgebaut wird. Die Betriebsfläche steigt dort auf rund 15.750 Quadratmeter.
Härter Sparkurs, mehr Fokus auf Stabilität
Die Investitionen stehen im Kontrast zu einem strengen Sparprogramm. BayWa plant bis 2027 den Abbau von rund 1.300 der insgesamt etwa 8.000 Vollzeitstellen. In der zentralen Verwaltung sollen rund 40 Prozent der Arbeitsplätze wegfallen. Gleichzeitig prüft das Unternehmen sein Standortnetz und schließt 26 der über 400 weltweiten Niederlassungen, die wirtschaftlich nicht mehr tragfähig seien. Ziel ist eine deutliche Kostensenkung und die Sicherung der Liquidität.
Bei angekündigten Stellenabbau und Standortschließungen wie bei BayWa stehen Betriebsräte und Betroffene vor schwierigen Verhandlungen. Ein kostenloser Leitfaden zum Sozialplan erklärt Punkteschemata, Mitbestimmungsrechte und konkrete Verhandlungstipps, damit Entlassungen fair gestaltet und Abfindungen abgesichert werden können. Jetzt kostenlosen Sozialplan-Leitfaden herunterladen
Belastung durch BayWa r.e. – erneuerbare Energien stehen unter Druck
Eine der größten Herausforderungen bleibt die Tochtergesellschaft BayWa r.e. Die Sparte für erneuerbare Energien galt lange als Hoffnungsträger, kämpft aber mit schwierigen Marktbedingungen in Europa und den USA. Der geplante Anteilsverkauf an BayWa r.e. soll zentraler Pfeiler der Entschuldungsstrategie bleiben. Anfang Februar bestätigte der Vorstand, dass die Geschäftsplanung aufgrund neuer Risiken von den Erwartungen abweicht. Damit könnte der Zeitplan der Sanierung bis 2028 in Gefahr geraten und neue Verhandlungen mit Banken und Großaktionären erforderlich machen.
Zwei-Säulen-Strategie: Stabilität plus Neuausrichtung
Die Vorgehensweise der BayWa zeigt eine typische Restrukturierungslogik: Ein harter Sparkurs bei Verwaltung und unrentablen Sparten, gepaart mit gezielten Investitionen in Bereiche mit stabilen Renditen. Die Investitionen in das Baustoffgeschäft signalisieren, dass der Konzern seine traditionellen Stärken nicht aufgibt, sondern als Fundament für den Neuanfang nutzt. Analysten sehen darin den Versuch, Vertrauen bei Kunden und Investoren im Kerngeschäft zu festigen, während risikoreichere Sparten neu geordnet werden.
Ausblick: Klare Weg offen, aber with Hohem Risiko
Die kommenden Monate entscheiden über die Stabilität des BayWa-Konzerns. Der Erfolg des Restrukturierungsprozesses hängt maßgeblich davon ab, eine Lösung für die Probleme bei BayWa r.e. zu finden und den Anteilsverkauf zügig umzusetzen. Parallel müssen die Sparmaßnahmen greifen, damit die operativen Geschäfte wieder profitabel werden. Die jüngsten Investitionen in Pocking und Ansbach zeigen, dass der Wille zur Erneuerung vorhanden ist. Der Weg bis zur vollständigen Gesundung bleibt jedoch anspruchsvoll und mit Risiken verbunden.
Die Kurse spielen verrückt – oder folgen sie nur Mustern, die du noch nicht kennst?
Emotionale Kurzschlussreaktionen auf unruhige Märkte kosten dich bares Geld. Vertraue bei deiner Geldanlage stattdessen auf kühle Analysen und harte Fakten. Seit 2005 navigiert 'trading-notes' Anleger mit präzisen Handlungsempfehlungen sicher durch jede Marktphase. Hol dir dreimal pro Woche unaufgeregte Experten-Strategien in dein Postfach.
100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Jetzt abonnieren.


