Bauzinsen, Experten

Bauzinsen steigen 2026 auf über 4 Prozent

10.02.2026 - 19:01:12

Experten warnen vor einem spürbaren Zinsanstieg für Immobilienfinanzierungen noch in diesem Jahr. Die aktuelle Stabilität bietet ein kurzes Zeitfenster für günstige Konditionen.

Eine aktuelle Prognose des Vermittlers Interhyp warnt vor steigenden Bauzinsen noch in diesem Jahr. Experten erwarten, dass die Zinsen für zehnjährige Darlehen die Marke von 4 Prozent knacken könnten. Kurzfristig bleibt es zwar stabil – doch der Aufwärtstrend ist programmiert.

Aktuell liegen die Zinsen für zehnjährige Baufinanzierungen bei durchschnittlich 3,7 Prozent. Diese Ruhephase bietet Käufern eine solide Kalkulationsgrundlage. Doch das könnte sich ändern: Zwei Drittel der von Interhyp befragten Finanzierungsexperten rechnen im Jahresverlauf mit einem spürbaren Zinsanstieg.

Globale Staatsausgaben treffen deutsche Bauherren

Der erwartete Anstieg hat globale Ursachen. Umfangreiche Konjunkturprogramme in den USA, Japan und Deutschland treiben die Staatsverschuldung. Um diese zu finanzieren, planen Regierungen eine massive Ausweitung der Staatsanleihen.

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  • Ein größeres Angebot an Anleihen führt zu steigenden Renditen.
  • Diese Renditen, besonders bei deutschen Bundesanleihen, sind der zentrale Referenzwert für Bauzinsen.
  • Steigen sie, werden auch Hypothekenkredite für private Käufer teurer.

Kurzfristige Ruhe – aber kein Grund zur Entwarnung

Für die kommenden Wochen prognostizieren die Institute eine Seitwärtsbewegung. Der Grund: Die Märkte haben die aktuelle Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) bereits eingepreist. Dieses Zeitfenster der Stabilität sollten Käufer nutzen.

Experten raten zur Eile. Eine Finanzierung zum heutigen Zinsniveau statt bei über 4 Prozent kann über die Laufzeit mehrere tausend Euro sparen. Die aktuelle Phase bietet also eine Chance – aber kein dauerhaftes Schnäppchen.

Strategie-Tipps für Immobilienkäufer

Wie reagieren Kaufinteressenten am besten auf die unsichere Lage? Finanzierungsexperten empfehlen eine kluge Vorbereitung.

  • Finanzierung früh sichern: Holen Sie sich eine verbindliche Finanzierungsbestätigung ein, um den aktuellen Zinsstand zu festschreiben.
  • Zinsbindung strategisch wählen: Längere Zinsbindungen oder sogenannte Forward-Darlehen können das heutige Niveau für die Zukunft sichern.
  • Energieeffizienz als Argument nutzen: Der energetische Zustand einer Immobilie ist ein starkes Verhandlungsmittel für bessere Konditionen.

Zögern wird zum doppelten Risiko

Die Zinsprognose fällt in eine Phase der Marktberuhigung. Nach der Korrektur der vergangenen Jahre stabilisieren sich die Immobilienpreise vielerorts sogar leicht. Die Nachfrage bleibt hoch, das Angebot knapp.

Für Käufer bedeutet das: Wer in Erwartung fallender Zinsen zögert, riskiert einen doppelten Nachteil. Nicht nur die Finanzierungskosten könnten steigen – auch die Kaufpreise dürften nicht mehr fallen. Die Rückkehr von Förderprogrammen wie der KfW-55-Förderung könnte den Neubau zusätzlich befeuern.

Ist 4 Prozent das neue Normal?

Die einhellige Expertenmeinung: Die Ära der Niedrigzinsen ist vorbei. Ein Zinsniveau zwischen 3,5 und 4,2 Prozent gilt für viele bereits als das „neue Normal“. Ob sich diese Prognose hält, hängt maßgeblich von der Inflation und dem Wirtschaftswachstum in Europa ab.

Die Botschaft für 2026 ist klar: Nach kurzer Stabilität geht der Trend bei den Bauzinsen nach oben. Die Zeit für eine günstige Finanzierung könnte knapp werden.

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