Bauwirtschaft setzt auf Milliarden und Tempo
08.04.2026 - 03:01:24 | boerse-global.deDie Bundesregierung pumpt Milliarden in den Wohnungsbau und will Bauprojekte beschleunigen. Gleichzeitig steigen die Kosten und Zinsen weiter an.
Politische Offensive für mehr Wohnungen
Bauministerin Hubertz treibt eine Novelle des Baugesetzbuchs voran, um Planungen zu beschleunigen. Ein Kabinettsbeschluss wird für Ende Mai erwartet. Branchenverbände halten den Entwurf jedoch für zu zögerlich.
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Bis 2029 fließen 23,5 Milliarden Euro in den sozialen Wohnungsbau. Die Zahl der Sozialwohnungen hat sich seit 2006 auf nur noch rund 1,05 Millionen halbiert. Ein neuer "Deutschlandfonds" soll mit 30 Milliarden Euro privates Kapital von 130 Milliarden Euro mobilisieren.
Zusätzlich startet im Juli das Programm "Gewerbe zu Wohnen". Es bietet bis zu 30.000 Euro Zuschuss pro Wohnung für den Umbau leerstehender Büros oder Läden. Seit dieser Woche gibt es auch ein neues KfW-Programm mit 50 Millionen Euro für barrierereduzierende Maßnahmen.
Baukosten bremsen den Boom aus
Trotz der politischen Initiativen bleibt die Lage angespannt. Die Baukosten sind seit 2020 um über 52 Prozent gestiegen. In Großstädten kostet ein Quadratmeter Wohnfläche inklusive Grundstück rund 5.400 Euro.
Laut einer Studie des Verbändebündnisses Wohnungsbau könnte die Zahl der Neubauwohnungen 2026 auf unter 200.000 fallen. Der tatsächliche Bedarf liegt jedoch bei 320.000 bis 400.000 Wohnungen pro Jahr. Die gesenkte Konjunkturprognose für Deutschland könnte den Rückgang noch verstärken.
Können innovative Bauweisen die Kosten senken? In München entstehen bis 2030 etwa 1.500 Wohnungen in Hybridbauweise aus Stahlbeton und vorgefertigten Holzwänden. Konkrete Großprojekte wie in Koblenz-Pfaffendorf mit 550 Wohnungen oder in Düsseldorf mit 215 Wohnungen sollen ebenfalls Entlastung bringen.
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Forschung bekommt neuen Standort
Neben Wohnungen wird auch in Labore investiert. In Berlin-Adlershof entsteht ein neuer Komplex für die Bundesanstalt für Materialforschung (BAM). Die Kosten für den ersten Bauabschnitt liegen bei 240 Millionen Euro. Das Gebäude soll nachhaltig gebaut werden und strebt eine Silber-Zertifizierung an.
Leichte Erholung am Immobilienmarkt
Trotz aller Probleme zeigen sich leichte Aufwärtstendenzen. Prognosen sagen für 2026 einen bundesweiten Preisanstieg von etwa drei Prozent voraus. In Metropolen könnten es vier bis fünf Prozent werden.
Die Bauzinsen bewegten sich zu Jahresbeginn noch zwischen 3,1 und 3,7 Prozent. Nach aktuellen geopolitischen Spannungen stiegen sie Ende März jedoch um 0,2 bis 0,3 Punkte. Ein 10-Jahres-Durchschnittskredit kostet derzeit im Schnitt 3,8 Prozent. Diese Entwicklung erhöht die monatliche Belastung für Bauherren und könnte die Nachfrage dämpfen.
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